Üblicherweise beziehen Multi-Site-Unternehmen ihre Energie bisher über entsprechend spezialisierte Energieversorger. Allerdings seien hier Preise wenig transparent, da die Prozesskosten – etwa für die Netznutzungsabrechnung – mit einkalkuliert würden, so das Unternehmen Meine-Energie.
Zudem könne der Energieeinkauf häufig nicht flexibel auf Marktentwicklungen reagieren, da die Lieferverträge und Konditionen in der Regel über einen längeren Zeitraum fixiert sind. Auch die Zahl der Energielieferanten für Multi-Site-Unternehmen sei in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.
Energie direkt und zu Marktpreisen
Das IT-Unternehmen aus Senftenberg hat daher ein neues Marktmodell entwickelt. Das Energiekonto „Virtueller Netzbetreiber" (Energiekonto-VN) eröffnet Handelsketten/Industrieunternehmen/weiteren Branchen die Möglichkeit, Energie direkt und zu Marktpreisen zu beschaffen und senkt den Aufwand für die Netznutzungsabrechnung deutlich.
Eigener Bilanzkreis und Energiedatenzugang sowie direkter Netznutzungsvertrag
Kern des Modells ist ein eigener Netznutzungsvertrag für das Unternehmen sowie ein Bilanzkreiskonto für alle Standorte. Die Bündelung der Netznutzungsrechnungen für die Messstellen übernimmt Meine Energie und verarbeitet die die Daten gesammelt als EDIFACT-INVOIC-Format, dass dann direkt in die Buchhaltung übernommen werden kann.
Parallel dazu wird eine Inhaltswiedergabe im PDF-Format erzeugt, um die Zahlen auch für menschliche Augen lesbar zu machen. Die Einsparungseffekte über das „Energiekonto-VN" liegen allein durch den Wegfall der bisherigen Abwicklung über den Lieferanten bei mindestens 100 Euro im Jahr pro Messstelle, so Meine Energie.
Weiterleitung über bisherigen Energieversorger entfällt
Bislang musste die Netznutzung für jede Messstelle einzeln umgelegt werden. Dies bedeutet, dass etwa zehn Positionen von einer auf die andere Rechnung übernommen werden mussten, nur um zusätzlich die Positionen „Energie" und „EEG" abrechnen zu können.
Zudem steigt die Datenqualität, da nun ein direkter Anspruch auf tagesaktuelle Verbrauchsdaten entsprechend den geltenden Marktregeln besteht. Die Weiterleitung über den bisherigen Energieversorger entfällt, da die jeweiligen Updates direkt geliefert werden. Dies sorgt für mehr Datentransparenz und Budgetsicherheit.
Lieferantenwechsel ohne Aufwand
Mit dem neuen Liefermodell wird der Prozess laut Meine Energie deutlich einfacher und flexibler. Denn der zukünftige Lieferant müsse nur seinen Prozess anpassen und keine Einzelrechnungen mehr pro Messstelle erstellen.
Denn er manage nur noch den Bilanzkreis des Kunden und stelle deshalb lediglich nur noch eine Gesamtrechnung über die tatsächlich gelieferte Energiemenge bzw. Regelenergie. Die bisher zusätzlich einkalkulierten Abwicklungskosten für einen Versorgerwechsel entfallen dabei vollständig. Wird der Lieferant künftig gewechselt, sind auch die bisher notwendigen Prozesse der Marktkommunikation unnötig, die damit verbundenen Aufwände und Risiken werden ebenfalls obsolet. Aus Sicht des Kunden wird der Gesamtprozess so deutlich weniger aufwändig und kostengünstiger.
Direkter Marktzugang
Zudem kann der Kunde nun auch direkt am Großhandelsmarkt teilnehmen und beispielsweise Großhändler ansprechen, die ihm die Börsenprodukte gegen eine Handling-Fee liefern beziehungsweise auf den Bilanzkreis stellen. Auf diese Weise können Multi-Site-Unternehmen unmittelbar auf die Marktentwicklung reagieren. (sg)



