Großes Interesse, geringe Zahlungsbereitschaft: Endverbraucher haben ein differenziertes Verhältnis zur Digitalisierung.

Großes Interesse, geringe Zahlungsbereitschaft: Endverbraucher haben ein differenziertes Verhältnis zur Digitalisierung.

Bild: © zapp2photo/AdobeStock

"Neue energiewirtschaftliche Geschäftsmodelle sind nur möglich, wenn Marktteilnehmer unter Wahrung von Datensicherheit und Datenschutz auch einen freien Zugang zu Energiedaten erhalten", so das Resümee von Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne) nach dem Workshops "Access to Energy Data" in Brüssel.

Gemeinsam mit der Europäischen Kommission haben Unternehmensvertreter aus sieben Ländern diskutiert, wie der freie Datenzugang in der Praxis organisiert werden kann. Anlass dazu bietet das  EU-Gesetzespaket "Saubere Energie für alle Europäer", das noch dieses Jahr von europäischem Rat und Parlament final bestätigt und verabschiedet wird. Es enthält vier Richtlinien und genauso viele Verordnungen zu Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Strommarktdesign; aber auch die Digitalisierung ist ein Thema.

Paket hat Einfluss auf Smart-Meter-Rollout

Für Busch sind Energiedaten die Grundlage für die Digitalisierung und damit für das Gelingen der Energiewende: "Ziel jeder Gesetzgebung zu Zugang über Energiedaten muss ein level playing field für alle Marktteilnehmer sein: Die EU-Vorgaben müssen so formuliert sein, dass sie Rahmenbedingungen für den Markt festlegen, nicht aber den Markt selbst definieren. Nur so kann es gelingen, dass die europäischen Nationalstaaten einheitliche Standards für Energiedaten schaffen, die auch zukünftige, heute noch nicht absehbare, Geschäftsmodelle ermöglichen."

In Deutschland zeige der misslungene Rollout von Smart Meter Gateways, welche Probleme ein überregulierter Rechtsrahmen hervorbringt, so der bne weiter. Das kurz vor der Verabschiedung stehende EU-Paket hat mit der Strombinnenmarkt-Richtlinie und ihren Vorgaben für die Messeinrichtungen, Smart-Meter-Richtlinien, künftig direkten Einfluss auf die deutsche Gesetzgebung.

"Die Impulse aus Brüssel müssen dafür sorgen, dass das Messstellenbetriebsgesetz so überarbeitet wird, dass ein klarer und widerspruchsfreier Regulierungsrahmen entsteht, der sowohl Datenschutz und Sicherheitsstandards vorgibt als auch einen Wettbewerb um die besten Lösungen ermöglicht", so Busch abschließend. (ls)

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