Ob ERP-Transformation, Smart-Meter-Rollout, KI-Einsatz oder Plattformstrategien – der Digitalisierungs-Ticker der ZFK bündelt kompakt die relevanten Digitalisierungsentwicklungen in der Energiebranche. Wir berichten hier über neue Projekte, technische Meilensteine, Partnerschaften und regulatorische Weichenstellungen. Der Fokus liegt auf praxisnahen Lösungen, die zeigen, wie Stadtwerke, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber die digitale Transformation konkret umsetzen können
10. Juni 2026
Horizon Energy Deutschland und Peermetering kooperieren bei Mehrfamilienhäusern
Die auf Smart-Meter-Finanzierung und Rollout-Modelle spezialisierte Horizon Energy Deutschland (HED) und der Metering-Dienstleister Peermetering arbeiten künftig beim Smart-Meter-Rollout in Mehrfamilienhäusern zusammen. Im Mittelpunkt steht eine 1:n-Kommunikationslösung, bei der mehrere moderne Messeinrichtungen über ein gemeinsames Smart-Meter-Gateway angebunden werden.
Die Lösung soll vor allem in Gebäuden mit mehreren Zählpunkten eingesetzt werden. Dort gelten Einbau und Betrieb intelligenter Messsysteme häufig als aufwendig, weil technische Infrastruktur, Installationsprozesse und Kosten stärker ins Gewicht fallen als im Einfamilienhaus.
Horizon Energy Deutschland will die Kommunikationsadapter von Peermetering seinen Kunden aus Messstellenbetrieb und Wohnungswirtschaft bereitstellen. Ziel ist es, die Anbindung intelligenter Messsysteme in Mehrparteiengebäuden wirtschaftlicher zu gestalten und den Rollout dort besser skalieren zu können.
"Gerade im Gebäudebestand braucht es Lösungen, die sich wirtschaftlich umsetzen und in bestehende Prozesse integrieren lassen", sagt HED-Geschäftsführer Emil Bruusgaard. Peermetering-Geschäftsführer Jan-Frederic Graen sieht in der Kooperation einen Ansatz, Mehrfamilienhäuser stärker in den Rollout einzubeziehen.
Die Zusammenarbeit adressiert damit einen Bereich, der für den weiteren Smart-Meter-Ausbau zunehmend relevant wird: größere Gebäude mit vielen Messpunkten, bei denen klassische Einbaukonzepte oft an wirtschaftliche Grenzen stoßen.
9. Juni 2026
Enni setzt bei S/4HANA-Migration auf Arvato Systems
Die Enni Energie & Umwelt Niederrhein hat Arvato Systems mit der Transformation ihrer Abrechnungslandschaft beauftragt. Nach einer europaweiten Ausschreibung entschied sich der Versorger für die Plattform AEP.EnerS4 auf Basis von SAP S/4HANA Utilities. Sie soll SAP IS-U ablösen.
Der Umstieg ist bis Oktober 2027 geplant. Arvato Systems setzt dabei auf ein standardisiertes Mastersystem, das zentrale energiewirtschaftliche Prozesse wie Abrechnung, Marktkommunikation und Formularwesen integriert. Ergänzt wird die Plattform durch modulare Services für Betrieb, Prozessunterstützung, Weiterentwicklung und Dienstleistungsleistungen.
"Für Enni ist das Projekt ein zentraler Baustein unserer Digitalisierungsstrategie", sagt IT-Leiter Christian Feltgen. Ausschlaggebend seien der Plattformansatz, die langjährige Zusammenarbeit und die energiewirtschaftliche Expertise von Arvato Systems gewesen.
Mit AEP.EnerS4 will Arvato Systems ein skalierbares Modell für Energieversorger anbieten, die wegen des auslaufenden Supports für SAP IS-U unter Transformationsdruck stehen. Das System folgt dem Clean-Core-Prinzip. Individuelle Anpassungen werden außerhalb des Systemkerns umgesetzt, während regulatorische Anforderungen zentral weiterentwickelt werden.
9. Juni 2026
Stadtwerke Heidelberg steigen bei RKU IT ein
Die Stadtwerke Heidelberg beteiligen sich an RKU IT und werden damit Teil des Gesellschafterkreises des IT- und Infrastrukturdienstleisters für die Energie- und Versorgungswirtschaft. Beide Unternehmen wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen und die Entwicklung digitaler Lösungen für kommunale Versorger vorantreiben.
Nach Angaben von RKU IT stärkt der Beitritt das kommunale Gesellschaftermodell des Unternehmens. "Mit dem erfahrenen Partner aus Heidelberg erweitern wir unsere Expertise und legen gemeinsam die Grundlage für zukunftsfähige Lösungen", sagt RKU-IT-CEO Dirk Stieler.
Auch die Stadtwerke Heidelberg sehen Vorteile in der Beteiligung. "Mit unserem Einstieg bei RKU IT stärken wir den Einfluss und sichern uns eine enge Einbindung in zentrale strategische Entscheidungen", erklärt Geschäftsführer Rudolf Irmscher. Zudem ermögliche der Austausch mit den anderen Gesellschaftern neue Perspektiven und fördere die gemeinsame Weiterentwicklung.
Der Dienstleister unterstützt Stadtwerke und Versorgungsunternehmen bei IT-Betrieb, Digitalisierung und Prozessmanagement. Mit dem Einstieg der Stadtwerke Heidelberg wollen beide Seiten Synergien ausbauen, Innovationen vorantreiben und die Zusammenarbeit innerhalb des kommunalen Netzwerks stärken.
3. Juni 2026
EU will digitale Souveränität stärken
Die EU-Kommission hat ein Paket zur technologischen Souveränität vorgelegt. Es umfasst nach Angaben der Kommission zwei Gesetzesvorschläge, den Chips Act 2.0 und den Cloud and AI Development Act, kurz CADA, außerdem eine europäische Open-Source-Strategie und eine strategische Roadmap für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Energiesektor. Ziel ist es, Europas digitale Handlungsfähigkeit zu stärken und Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern bei Schlüsseltechnologien, Daten und Infrastrukturen zu verringern.
Für die Energiewirtschaft ist vor allem der Cloud and AI Development Act relevant. Mit CADA will die Kommission die Rechenzentrumskapazität in der EU innerhalb von fünf bis sieben Jahren mindestens verdreifachen. Bis 2035 sollen die Anforderungen europäischer Unternehmen und öffentlicher Verwaltungen vollständig gedeckt werden. Dafür sollen geeignete Standorte für Rechenzentren identifiziert und Genehmigungen für Projekte mit Nachhaltigkeits- und Innovationskriterien vereinfacht werden. Gleichzeitig soll der steigende Energiebedarf adressiert werden, etwa durch mehr Energieeffizienz, innovative Kühl- und Stromversorgungskonzepte sowie eine bessere Einbindung von Rechenzentren in das Energiesystem.
Die parallel veröffentlichte Energie-Roadmap setzt genau an dieser Schnittstelle an. Sie soll digitale Lösungen und europäische souveräne KI-Anwendungen für Stromnetzoptimierung, Energieeffizienz in Gebäuden und Industrie sowie Flexibilität auf Verbraucherseite beschleunigen. Zudem geht es um die nachhaltige Integration von Rechenzentren in das Energiesystem und um Risiken beim breiten Einsatz von KI in kritischer Infrastruktur. Nach Angaben der Kommission wurden dazu auch zwei Leitinitiativen gestartet: "AI for grids“ und eine Initiative zur nachhaltigen Einbindung von Rechenzentren.
1. Juni 2026
Energienetze Mittelrhein mit klarem Plan für Smart-Meter-Rollout
Die Energienetze Mittelrhein (ENM) zählen beim Smart-Meter-Rollout nach eigenen Angaben zu den am weitesten fortgeschrittenen Messstellenbetreibern in Deutschland. Die Netztochter der Energieversorgung Mittelrhein hat die gesetzlich vorgegebene 20-Prozent-Quote bereits 2025 erreicht.
Im aktuellen Monitoring der Bundesnetzagentur gehört das Unternehmen damit zu den zehn Prozent der erfassten Messstellenbetreiber mit dem höchsten Umsetzungsstand. Bis 2032 sollen im Netzgebiet der Energienetze Mittelrhein rund 100.000 bis 120.000 Stromzähler auf intelligente Messsysteme umgestellt werden. Das entspricht etwa einem Drittel aller Zähler.
"Der Rollout ist komplex, aber wir setzen ihn zuverlässig, sicher und mit klarem Plan um", sagt Geschäftsführer Hendrik Majewski. Die Energienetze Mittelrhein haben dafür ihre IT-Systeme im digitalen Messwesen erneuert, zusätzliches Fachpersonal aufgebaut und Dienstleisterkapazitäten erweitert.
Der Einbau erfolgt nach einem strukturierten Rollout-Plan. Haushalte mit gesetzlichen Pflichteinbaufällen, etwa wegen Solaranlagen, höherem Verbrauch oder steuerbaren Geräten wie Wärmepumpen, werden automatisch informiert. Ziel ist es, Einbauten planbarer zu machen und die Voraussetzungen für mehr Transparenz und Steuerbarkeit im Verteilnetz zu schaffen.
1. Juni 2026
Bundesnetzagentur übernimmt Aufsicht für Data Act
Die Bundesnetzagentur ist seit Inkrafttreten des Datenverordnung-Anwendungs-und-Durchsetzungs-Gesetzes die zuständige deutsche Behörde für die Umsetzung des europäischen Data Act. Sie wird damit zentrale Anlaufstelle für Fragen zum Datenaustausch und überwacht die Einhaltung der neuen Regeln.
Der Data Act soll Unternehmen und Verbrauchern mehr Kontrolle über Daten aus vernetzten Geräten geben. Dazu zählen etwa smarte Haushaltsgeräte, Fahrzeuge oder Industriemaschinen. Ziel ist ein fairerer Zugang zu Daten und die Entwicklung neuer datenbasierter Geschäftsmodelle. Zugleich sollen sensible Informationen wie Geschäftsgeheimnisse geschützt bleiben.
"Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Möglichkeiten des Datenaustauschs stärker genutzt werden", sagt Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller. Davon könnten insbesondere Start-ups und mittelständische Unternehmen profitieren.
Zu den neuen Aufgaben der Behörde gehören die Zusammenarbeit mit Datenschutzaufsicht, EU-Kommission und Europäischem Dateninnovationsrat, die Zulassung von Streitbeilegungsstellen und die Beobachtung der Datenwirtschaft. Zudem überwacht die Bundesnetzagentur künftig Vorschriften, die den Wechsel zwischen Cloud-Anbietern erleichtern sollen.
Für Unternehmen der Energiewirtschaft ist der Data Act relevant, weil Datenzugang, Cloud-Wechsel und Interoperabilität zunehmend zentrale Fragen digitaler Geschäftsmodelle werden. Die Bundesnetzagentur bietet dazu Informationen und Online-Veranstaltungen an. Die erste findet am 15. Juli 2026 statt.
01. Juni 2026
Stadtwerke Tübingen testen digitales Energiemanagement mit Zählerfreunde und Trianel
Die Stadtwerke Tübingen starten gemeinsam mit Zählerfreunde und dem Trianel Digital Lab ein Pilotprojekt für intelligentes Energiemanagement. Ziel ist es, zu untersuchen, wie Stadtwerke Haushalte bei Photovoltaik, Wärmepumpen, E-Mobilität und dynamischen Stromtarifen besser unterstützen können.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Angebote gestaltet sein müssen, damit Kundinnen und Kunden sie im Alltag nutzen. Dabei geht es nicht nur um technische Machbarkeit, sondern auch um Bedienbarkeit, finanzielle Anreize, Automatisierung und Akzeptanz.
"Die nächste Phase der Energiewende entscheidet sich nicht allein beim Ausbau erneuerbarer Energien, sondern auch daran, wie intelligent wir Verbrauch und Erzeugung miteinander verbinden", sagt Arbnor Maliqi von den Stadtwerken Tübingen. Mit den Zählerfreunden wolle man mehr Transparenz und eine bessere Nutzung von Flexibilitäten ermöglichen.
Die Stadtwerke Tübingen planen unterschiedliche Energiedienstleistungen stärker vernetzen, etwa Photovoltaik, Wärmepumpen, E-Mobilität und Stromtarife. Die Zählerfreunde bringen digitale Energiemanagement-Lösungen ein, das Trianel Digital Lab unterstützt bei Kundenperspektive, Umsetzung und wirtschaftlicher Bewertung. Erkenntnisse sollen im Trianel-Netzwerk geteilt und für weitere Stadtwerke nutzbar gemacht werden.
8. Mai 2026
Stadtwerke Essen beauftragen Items mit SAP-Transformation
Die Stadtwerke Essen haben den IT-Dienstleister Items mit der Migration ihrer bestehenden SAP-R/3-Systeme auf SAP S/4HANA beauftragt. Neben der Umstellung übernimmt Items anschließend auch den Betrieb der SAP-Systemlandschaft.

Mit dem Projekt wollen die Stadtwerke Essen ihre IT-Architektur modernisieren und auf eine zukunftsfähige Plattform umstellen. Zum Einsatz kommen unter anderem die Branchenlösungen Billing4us für den Vertrieb und Grid4us für den Netzbereich. Auch das SAP Core wird in die neue Systemwelt überführt.
"Die Items hat uns mit ihrem Service und ihren Lösungen aufgrund eines sehr guten Funktionsumfangs, der Leistungsarchitektur und des Preis-Leistungs-Verhältnisses überzeugt", sagt Marcel Flöck, Leiter Shared Service und IT-Management der Stadtwerke Essen.
Items sieht in der Beauftragung ein Signal für das Modell gemeinschaftlicher IT-Plattformen für Stadtwerke. Geschäftsführer Ludger Hemker verweist auf das Vertrauen in diesen Ansatz. Ziel der Transformation ist es, Digitalisierung, Effizienz und Kooperation in der kommunalen Energiewirtschaft weiter voranzubringen.
27. April 2026
Kraftwerk Software und Endios starten App-Partnerschaft
Die Kraftwerk-Software-Gruppe erweitert ihre Plattform um eine mobile Kundenschnittstelle. Gemeinsam mit dem Hamburger App-Anbieter Endios bringt das Unternehmen die App "kraftwerk.One" auf den Markt. Sie basiert auf der Endios-one-Plattform und soll Versorgern aus Energie- und Wasserwirtschaft eine integrierte App-Lösung als Ergänzung zu bestehenden Kundenportalen bieten.
Für Kunden der Kraftwerk-Plattform wird die App direkt an das Energie- oder Wasserportal angebunden. Der bestehende Portal-Login kann auch für die App genutzt werden. Kundendaten verbleiben nach Angaben der Unternehmen in der jeweiligen Datenbank, Endios stellt das Frontend bereit.
Die App umfasst klassische Self-Service-Funktionen wie Zählerstandserfassung, Abschlagsänderung oder Rechnungseinsicht. Darüber hinaus können weitere Module ergänzt werden, etwa für Push-Kommunikation, dynamische Tarife, Heimenergiemanagement, Smart-City-Dienste oder Tickets für öffentliche Bäder.
Erstmals vorgestellt wird Kraftwerk-One auf der IFAT 2026 in München. Dort richtet sich das Angebot insbesondere auch an Fachbesucher aus der Wasser- und Abwasserwirtschaft.
27. April 2026
Stadtwerke Norderstedt setzen erstes EUCC-zertifiziertes Gateway von EFR ein
Die Stadtwerke Norderstedt gehören zu den ersten Anwendern der neuen Version des Smart-Meter-Gateways SGH-S von EFR. Das Gerät wurde nach Angaben des Herstellers als erstes Gateway in Deutschland nach der European Cybersecurity Certification zertifiziert und ist für die Anforderungen der Technischen Richtlinie 2.0 vorbereitet.
EFR übergab eines der ersten Geräte im Technikzentrum der Stadtwerke Norderstedt. Anschließend nahmen Techniker der Stadtwerke das Gateway am Einbauort in Betrieb. Die Kommunikation mit der genutzten Gateway-Administrationsplattform Tremondi von Meterpan verlief laut Unternehmen ohne Probleme.
Die neue Version SGH-S v2.00 soll sich in gängige Gateway-Administrationssysteme integrieren lassen und mit unterschiedlichen Zählern interoperabel sein. Neu ist unter anderem ein Kompaktprofil für Wireless M-Bus. Damit können Viertelstundenwerte von bis zu 52 Zählern über ein Gateway verarbeitet werden. Das ist insbesondere für größere Liegenschaften relevant.
EFR verweist zudem auf eine Produktion in Deutschland und kurzfristige Lieferfähigkeit. "Wir sind in der Lage, Verteilnetzbetreiber bei der Erreichung ihrer Pflichteinbauquoten zuverlässig zu unterstützen", so EFR-Manager Antonio Marcello.
Die neue Gateway-Version kann zudem an Netzwerkmanagementsysteme angebunden werden. Dafür arbeitet EFR mit Spine zusammen. Eine Zertifizierung nach der Technischen Richtlinie 2.0 ist nach Unternehmensangaben in Vorbereitung.
23. April 2026
Spotmyenergy übernimmt Messstellenbetrieb von Zählerhelden
Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Spotmyenergy übernimmt den Messstellenbetrieb von Zählerhelden. Mit rund 3.000 Smart Metern baut das Kölner Unternehmen seine Position im deutschen Messstellenmarkt weiter aus. Der Übergang soll für die betroffenen Kunden ohne Unterbrechung erfolgen.
Zählerhelden sowie die Gesellschafter ABM-Mess Service und BSH begleiten die Übernahme. Künftig wollen sich die Gesellschafter wieder stärker auf ihre jeweiligen Kerngeschäfte konzentrieren. Beide Unternehmen verbindet nach eigenen Angaben ein ähnlicher Ansatz beim Smart-Meter-Rollout, insbesondere die Zusammenarbeit mit regionalen Installationsbetrieben.
Mit der Integration der Zählerhelden-Messstellen erweitert Spotmyenergy sein Portfolio und stärkt sein Partnernetzwerk. Gleichzeitig setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf neue technische Prozesse, etwa bei der Übertragung von Steuerboxen. Diese gelten im deutschen Markt bislang als wenig verbreitet.
Der Wechsel erfolgt im Hintergrund. Kunden müssen keine eigenen Schritte einleiten und werden über den Prozess informiert. Spotmyenergy organisiert die Übertragung vollständig.
Unterstützt wird das Wachstum des Messstellenbetreibers durch den Investor Horizon Energy Deutschland. Das Unternehmen stellt Kapital für Smart-Meter-Infrastruktur bereit und begleitet den Ausbau des Messstellenbetriebs. Ein Teil der Mittel fließt in die aktuelle Übernahme.
23. April 2026
Voltaris erweitert Prüfkapazitäten für moderne Zähler
Die Voltaris GmbH hat ihre Kapazitäten zur Prüfung moderner Messeinrichtungen und Basiszähler ausgebaut. Am Standort Merzig ist eine neue digitale Zählerprüfanlage mit 20 zusätzlichen Prüfplätzen in Betrieb gegangen. Nach Freigabe durch das saarländische Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz stehen dem Unternehmen an den Standorten Maxdorf und Merzig nun insgesamt 55 Prüfplätze zur Verfügung.
Mit der Erweiterung reagiert Voltaris auf steigende Gerätevolumina im Zuge des Smart-Meter-Rollouts. In Merzig wurden dafür bauliche Anpassungen vorgenommen und die neue Anlage in die bestehende Infrastruktur integriert. Geprüft werden inzwischen nicht mehr nur klassische Messfunktionen, sondern auch digitale Merkmale wie Grid-Funktionalität, Service-ID oder PIN-Daten aus elektronischen Lieferscheinen.
"Mit der zusätzlichen Prüfanlage schaffen wir weitere Kapazitäten, die wir für die steigende Zahl der neuen Messgeräte benötigen", sagt Geschäftsführer Volker Schirra. Kunden sollen damit weiterhin geprüfte und qualitätsgesicherte Geräte erhalten.
Zum Angebot gehört auch ein gemeinschaftliches Stichprobenverfahren, mit dem Stadtwerke die Eichgültigkeit ihrer Geräte mit geringerem Aufwand verlängern können. Voltaris bündelt dabei die Geräte mehrerer Kunden in einem Verfahren und reduziert so Kosten und Austauschmengen. Das Unternehmen betreibt eigene staatlich anerkannte Prüfstellen für Strom- und Gasmessgeräte.
20. April 2026
Smartoptimo und Frankenmetering verlängern Partnerschaft im Messwesen
Die Smartoptimo GmbH & Co. KG und die Frankenmetering GmbH & Co. KG haben ihre strategische Partnerschaft erneuert. Beide Unternehmen wollen kommunale Energieversorger weiterhin bei den wachsenden Anforderungen im intelligenten Messwesen unterstützen.
Hinter Frankenmetering stehen neun fränkische Stadtwerke, die ihre Aktivitäten beim Einsatz intelligenter Messtechnik gebündelt haben. Mit der Vertragsverlängerung bekräftigen beide Seiten, dass sie zentrale Zukunftsthemen der Energiewirtschaft gemeinsam angehen wollen.
Im Fokus der Zusammenarbeit stehen vor allem die Smart-Meter-Gateway-Administration sowie die Rolle als aktiver externer Marktteilnehmer. Beide Aufgaben gelten als zentral für die Digitalisierung der Energienetze und stellen kommunale Versorger vor erhebliche technische und regulatorische Anforderungen. Smartoptimo übernimmt dabei die Rolle eines Full-Service-Dienstleisters.
"Im kommunalen Messwesen zählt vor allem eines: verlässliche Partnerschaft auf Augenhöhe", sagt Geschäftsführer Fritz Wengeler. Die Vertragsverlängerung soll die Grundlage dafür schaffen, dass Frankenmetering und die beteiligten Stadtwerke ihre Strukturen im intelligenten Messwesen weiter ausbauen können.
16. April 2026
Datacenter Münster Osnabrück nimmt am Flughafen Münster/Osnabrück Betrieb auf
Das Datacenter Münster Osnabrück (DMO) hat seine erste Ausbaustufe am Flughafen Münster/Osnabrück in Betrieb genommen. Nach rund einem Jahr Bauzeit steht damit ein neues Rechenzentrum mit einer IT-Leistung von rund ein Megawatt zur Verfügung. Das Investitionsvolumen liegt nach Unternehmensangaben bei knapp 10 Millionen Euro.
Hinter dem Projekt stehen die stadtnahen IT-Dienstleister Items aus Münster und TKRZ Stadtwerke aus Emsdetten. Das Rechenzentrum richtet sich an Unternehmen, Kommunen und öffentliche Einrichtungen und soll die digitale Souveränität in der Region stärken. Es erfüllt laut Betreibern die Anforderungen der Norm EN 50600 in Verfügbarkeitsklasse 3.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Energiekonzept. Ein Teil des Strombedarfs wird über eine Photovoltaikanlage mit 650 Kilowatt Peak gedeckt. Perspektivisch ist zudem ein Anschluss an einen geplanten Solarpark am Flughafen vorgesehen. Wegen der hohen Nachfrage und des eigenen Bedarfs wird bereits eine zweite Baustufe vorbereitet.
Für die Anbindung setzen die Betreiber auf regionale und überregionale Glasfaserverbindungen. Damit soll das Rechenzentrum auch als Cloud- und Hybrid-Standort für die Region dienen. "Kommunale Kooperationen sind fester Bestandteil unserer DNA", sagt Items-Geschäftsführer Ludger Hemker. Das Projekt solle die digitale Handlungsfähigkeit von Kommunen und Unternehmen langfristig stärken.
16. April 2026
Spine erhält 3 Millionen Euro für Ausbau seiner Plattform
Das Energie-Start-up Spine hat in einer neuen Finanzierungsrunde 3 Millionen Euro eingesammelt. Angeführt wird die Runde von BayBG Venture Capital und dem Smart Energy Innovationsfonds von Energie 360°. Auch bestehende Investoren wie Verbund X Ventures, Bayern Kapital, Scrape Ventures und Superangels beteiligen sich erneut.
Das Unternehmen entwickelt eine herstellerunabhängige Plattform für die digitale Infrastruktur der Energiewende. Sie soll Energieversorger, Installateure, Netz- und Messstellenbetreiber sowie Systeme für Heimenergiemanagement vernetzen und Energiedaten in Echtzeit verarbeiten. Ziel ist eine sichere und netzkonforme Steuerung dezentraler Anlagen.
Nach Angaben von Spine fließt das Kapital in den Ausbau der Plattform, die Skalierung des Geschäfts und den Aufbau der Teams in Technologie, Vertrieb und Kundenservice. Ergänzend bietet Spine ein Netzwerkmanagement-System für das Monitoring und Management von Smart-Meter-Gateways und weiteren Geräten an. Damit richtet sich das Unternehmen insbesondere an Messstellenbetreiber, die den Smart-Meter-Rollout kontrolliert und skalierbar umsetzen wollen.
Deutschland ist für Spine zunächst der Einstiegsmarkt. Perspektivisch plant das Unternehmen die Expansion in weitere europäische Länder. Bis 2027 sollen mehr als 20.000 Haushalte über die Plattform vernetzt werden.
14. April 2026
Stadtwerke Ellwangen und Giengen wechseln bei Billing und ERP zu Schleupen
Die Stadtwerke Ellwangen und die Stadtwerke Giengen haben ihre Billing- und ERP-Systeme auf die Plattform Schleupen.CS umgestellt. Damit wurde das bislang eingesetzte SAP IS-U abgelöst. Hintergrund war die Abkündigung des bisherigen Systems und die Suche nach einer gemeinsamen, zukunftsfähigen Lösung.
Die beiden Stadtwerke hatten das Projekt gemeinsam ausgeschrieben. Gesucht wurde eine Plattform, die alle Marktrollen in den Bereichen Billing und ERP abdeckt und sich für den gemeinsamen Betrieb eignet. Im EU-Vergabeverfahren setzte sich Schleupen.CS durch. Künftig läuft das System im Software-as-a-Service-Modell in der AWS-Cloud, mit getrennten Mandanten für beide Unternehmen.
"Wir hatten zu Beginn des Projekts eine ganz klare Vorstellung davon, welche Voraussetzungen ein neues ERP-System erfüllen muss", sagt Holger Röhrer, Geschäftsführer der Stadtwerke Giengen. Schleupen habe im Vergleich überzeugt. Auch Stefan Powolny, Geschäftsführer der Stadtwerke Ellwangen, zieht ein positives Fazit. Das neue System laufe inzwischen in beiden Unternehmen reibungslos.
Mit der gemeinsamen Plattform wollen die Stadtwerke Synergien in der Prozessabwicklung heben und ihre IT-Landschaft stärker auf künftige Marktanforderungen ausrichten. Gerade bei komplexer werdenden energiewirtschaftlichen Prozessen sehen beide Unternehmen darin einen wichtigen Baustein ihrer Zukunftsstrategie.
14. April 2026
Green Planet Energy setzt bei Mieterstrom auf Solarize
Green Planet Energy baut sein Mieterstromgeschäft mit der Abrechnungslösung von Solarize aus. Der Ökostromanbieter will damit die Abwicklung von Projekten mit intelligenten Messsystemen und virtuellen Summenzählern automatisieren und die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.
Nach eigenen Angaben verfügt Green Planet Energy derzeit über rund 3 Megawatt installierte Photovoltaik-Leistung in Mieterstromprojekten. Pro Jahr sollen weitere 4 bis 5 Megawatt hinzukommen. Mit der Einführung der Solarize-Plattform stellt das Unternehmen die Abrechnung von pauschalen Jahresmengen auf eine viertelstundengenaue Lastgangverrechnung um.
Die Software übernimmt die Bilanzierung unterschiedlicher Stromquellen und unterstützt damit auch komplexere Messkonzepte, etwa bei der Einbindung von Wärmepumpen oder mehreren Erzeugungsanlagen. Ziel ist es, Prozesse zu standardisieren und die operative Komplexität im Hintergrund zu reduzieren.
Die Plattform soll zudem neue Tarifmodelle ermöglichen, mit denen Mieter zu einer flexibleren Nutzung von Solarstrom angeregt werden können. Solarize positioniert sich dabei als Spezialanbieter für die Abrechnung dezentraler Energieversorgung. Für Green Planet Energy ist die Kooperation ein weiterer Schritt, um Mieterstromprojekte in größerem Maßstab umzusetzen.
9. April 2026
Medl tritt BO4E-Initiative für Softwarestandard bei
Der Energieversorger Medl aus Mülheim an der Ruhr ist der Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft (BO4E) beigetreten. Ziel ist es, den branchenweiten Softwarestandard künftig aktiv mitzuentwickeln und für eigene Digitalisierungsprojekte zu nutzen.
BO4E definiert standardisierte Datenmodelle und Schnittstellen für energiewirtschaftliche Anwendungen. Diese sollen den Austausch zwischen Systemen vereinfachen und individuelle Schnittstellenentwicklungen reduzieren. Die Modelle stehen als Open-Source-Angebot zur Verfügung.
Bei Medl ist der Beitritt Teil einer umfassenderen Digitalisierungsstrategie. "Wir sehen in den BO4E ein riesiges Potenzial für unser Unternehmen und für die gesamte Energiewirtschaft", sagt Digitalisierungsbeauftragter Felix Hofmann. In der Praxis seien Daten häufig aufwendig zu suchen, zu definieren und neu zu kommunizieren. Ziel sei es, diesen manuellen Aufwand künftig zu reduzieren.
Der Verein sieht darin ein Signal für die wachsende Relevanz des Standards. "Dies zeigt, dass nicht allein Softwarehäuser, sondern auch Energieversorger den Nutzen unseres Standards erkennen", sagt Vorstandsvorsitzender Peter Martin Schroer.
Mit zunehmender Produktvielfalt und Digitalisierung steigen bei Energieversorgern die Anforderungen an integrierte IT-Architekturen. BO4E soll dazu beitragen, Komplexität zu reduzieren und Prozesse effizienter zu gestalten.
01. April 2026
Metrify startet Initiative für 2,5 Millionen Smart Meter
Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Metrify will den Smart-Meter-Rollout in Deutschland deutlich beschleunigen. Das Unternehmen startet eine bundesweite Initiative und plant, bis 2030 rund 2,5 Millionen intelligente Messsysteme zu installieren. Parallel sollen etwa 16 Millionen Haushalte über die Vorteile informiert und aktiv angesprochen werden.
Kern der Initiative ist ein eigener, überregionaler Rollout-Ansatz. Metrify bündelt Installationskapazitäten und bietet Haushalten eine kostenlose Installation mit einer Umsetzungsdauer von rund sechs Wochen an. Ziel ist es, bestehende Hürden im Rollout zu senken und den Zugang zu intelligenter Messtechnik zu vereinfachen.
Das Unternehmen positioniert sich damit ergänzend zu den grundzuständigen Messstellenbetreibern. Hintergrund ist der weiterhin schleppende Ausbau in vielen Regionen. Smart Meter gelten als zentrale Voraussetzung für dynamische Tarife, Transparenz im Verbrauch und die Integration erneuerbarer Energien.
"Bei vielen Verbrauchern fehlt einfach oft das Wissen darüber, welche konkreten Vorteile intelligente Messsysteme bringen und dass man den Einbau auch selbst anstoßen kann", sagt Bela Schramm, Geschäftsführer von Metrify. Dabei schaffen Smart Meter erstmals Transparenz über den eigenen Stromverbrauch, ermöglichen dynamische Tarife und helfen, Energiekosten zu sparen. Gerade in den aktuellen Zeiten entstehe so echtes Sparpotenzial. "Genau hier setzen wir an: Wir wollen mit der Initiative, kombiniert mit dem kostenlosen Einbau, den Zugang so einfach wie möglich machen und die Hürden abbauen“,
Die Initiative startet zunächst im Einfamilienhaussegment und soll später auf Mehrfamilienhäuser ausgeweitet werden. Metrify wurde 2025 aus der Enpal-Gruppe ausgegründet und hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 70.000 intelligente Messsysteme installiert.
01. April 2026
Smartoptimo-Netzwerk liegt beim Smart-Meter-Rollout über Marktniveau
Der Rollout intelligenter Messsysteme in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur lag die Quote zum Jahresende 2025 bei 23 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Spreizung: Ein Teil der Messstellenbetreiber liegt deutlich zurück, einige haben noch gar nicht begonnen.
Im Vergleich dazu schneidet das Smartoptimo-Netzwerk überdurchschnittlich ab. Die angeschlossenen Unternehmen erreichen im Schnitt eine Rolloutquote von 20 Prozent und liegen damit über dem Marktdurchschnitt. Mehr als die Hälfte der beteiligten Stadtwerke hat die gesetzliche Zielmarke bereits erreicht, weitere befinden sich kurz davor. Kein Unternehmen im Netzwerk weist eine Quote von null auf.
Während im bunddsweiten Vergleich große Messstellenbetreiber im Markt deutlich höhere Werte erzielen, bleiben kleinere oft zurück. Im Netzwerk von Smartoptimo nähern sich die Werte hingegen an: Auch kleinere Unternehmen erreichen dort im Schnitt ähnliche Quoten wie größere Akteure.
Als Gründe werden gemeinsame IT-Systeme, standardisierte Prozesse und ein enger Erfahrungsaustausch genannt. Zudem wurde im Frühjahr 2026 die Marke von 100.000 installierten intelligenten Messsystemen überschritten.
19. März 2026
Rheinnetz entwickelt Niederspannungsleitsystem mit Envelio
Der Verteilnetzbetreiber Rheinnetz baut gemeinsam mit dem Softwareanbieter Envelio ein Niederspannungsleitsystem auf. Grundlage ist die Intelligent Grid Platform, die Planung und Betrieb des Netzes stärker verzahnt und zentrale Prozesse digitalisiert.
Ziel ist ein datengetriebener Netzbetrieb in der Niederspannung. Während Leitsysteme in Mittel- und Hochspannung etabliert sind, wächst der Bedarf im Niederspannungsbereich durch Photovoltaik, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur. Rheinnetz setzt daher auf einen sogenannten Plan-Ops-Ansatz, bei dem Netzplanung und Netzbetrieb auf einer Plattform zusammengeführt werden.
Kern der Lösung ist ein digitaler Zwilling des Stromnetzes. Dieser ermöglicht unter anderem automatisierte Anschlussprüfungen, Szenarioanalysen in der Netzplanung sowie Unterstützung im operativen Betrieb, etwa bei Schaltprozessen. Auch Anwendungen für das Engpassmanagement und die Umsetzung regulatorischer Vorgaben, etwa nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz, sind vorgesehen.
Rheinnetz betont die strategische Bedeutung. "Wir sind überzeugt, dass ein produktives Niederspannungsleitsystem und der Aufbau eines digitalen Zwillings erhebliche Vorteile bringen", sagt Technikgeschäftsführer Jan Patrick Linossier. Die Lösung soll die Integration erneuerbarer Energien und neuer Verbrauchsanwendungen unterstützen.
19. März 2026
Beegy erhält EEBus-Zertifizierung für Heimenergiemanagement
Die Beegy GmbH hat für ihr Heimenergiemanagementsystem (HEMS) die Zertifizierung der EEBus Initiative erhalten. Damit erfüllt die Lösung die Anforderungen an interoperables Energiemanagement sowie die regulatorischen Vorgaben nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz und § 9 Erneuerbare-Energien-Gesetz.
Die Zertifizierung erfolgte im Living Lab Cologne, der Testumgebung der EEBus-Initiative, in Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner Enqs. Der offene Kommunikationsstandard EEBus ermöglicht die herstellerübergreifende Steuerung von Geräten wie Wärmepumpen, Wallboxen oder Photovoltaikanlagen.
Das HEMS von Beegy ist als White-Label-Lösung konzipiert und richtet sich an Energieversorger sowie Installationsunternehmen. Es verarbeitet Netzsignale über das Smart-Meter-Gateway und steuert angeschlossene Geräte über die CLS-Schnittstelle. Die Steuerung erfolgt lokal und ist damit unabhängig von einer dauerhaften Internetverbindung. Alle Prozesse werden dokumentiert.
19. März 2026
Stromversorgung Greding und Stadtwerke Hemau wechseln auf Kraftwerk-Plattform
Die Stromversorgung Greding und die Stadtwerke Hemau stellen ihre IT-Systeme gemeinsam auf die Plattform des Softwareanbieters Kraftwerk um. Ziel ist es, Prozesse zu modernisieren und die Systemlandschaft stärker zu integrieren. Der Produktivstart ist für das erste Quartal 2027 geplant.
Beide kommunalen Versorger nutzen bislang die Branchenlösung WinEV und wechseln nun auf eine Plattformlösung auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Business Central. Die Umstellung erfolgt im Rahmen eines gemeinsamen Projekts, um Synergien bei Einführung und Betrieb zu nutzen.
"Wir nutzen die gemeinsame Umstellung als Chance, unsere IT- und Geschäftsprozesse grundlegend zu modernisieren", sagt Thomas Mendl, Geschäftsleiter der Stromversorgung Greding. Ziel sei es, eine integrierte Plattform für künftige Digitalisierungsschritte zu schaffen.
Auch die Stadtwerke Hemau erwarten effizientere Abläufe. "Als kommunaler Eigenbetrieb brauchen wir eine leistungsfähige Lösung, die gleichzeitig effizient zu betreiben ist", sagt Werkleiter Thomas Mehring. Die Plattform biete zudem eine Cloud-Infrastruktur und Perspektiven für KI-gestützte Funktionen.
Nach Angaben der Krafwerk Software Group ermöglicht die gemeinsame Einführung bei zwei strukturell ähnlichen Unternehmen eine Reduzierung des Projektaufwands. Projektstart ist im April 2026, erste Vorbereitungen laufen bereits.
11. März 2026
BS Netz migriert 10.000 intelligente Messsysteme zu Thüga Smartservice
Die Braunschweiger Netz GmbH (BS Netz) ist als Gateway-Administrations-Kunde zur Plattform von Thüga Smartservice zurückgekehrt. In einem Migrationsprojekt wurden innerhalb weniger Wochen rund 10.000 intelligente Messsysteme auf die Systemlandschaft des IT-Dienstleisters übertragen.
Der Schritt steht im Zusammenhang mit der geplanten Nutzung der Plattformlösung TAP. Sie soll künftig zentrale Meter-to-Cash-Prozesse bündeln und digitale Prozessketten zwischen Messwesen, Abrechnung und Marktkommunikation enger verzahnen.
Nach Angaben der Beteiligten erfolgte die Umstellung innerhalb von drei Wochen. Neben Geräten aus dem Netzgebiet der Braunschweiger Netz wurden auch Lagerbestände sowie weitere Systeme von Partnerunternehmen einbezogen. Dazu zählen die Stadtwerke Elm-Lappwald, Weißwasser, Springe und Görlitz mit insgesamt rund 1000 zusätzlichen Geräten.
Die Gateway-Administration läuft künftig über die Plattform von Thüga Smartservice auf Basis der Robotron-Technologie. Ziel ist es, die Voraussetzungen für automatisierte Prozesse im Smart-Meter-Rollout sowie für Steuerungsanwendungen über das CLS-Management zu schaffen.
"In diesem zeitkritischen Projekt war es für uns von unschätzbarem Vorteil, einen Partner an der Seite zu haben, den wir bereits kennen und der unser Vertrauen genießt", sagt Jan Gasten, Geschäftsführer der von BSI|Netz.
11. März
Gisa und TMZ verlängern Smart-Metering-Partnerschaft
Die Thüringer Mess- und Zählerwesen Service (TMZ) und der IT-Dienstleister Gisa setzen ihre Zusammenarbeit im intelligenten Messwesen fort. Beide Unternehmen haben den Vertrag zur Nutzung der Gisa-Smart-Energy-Plattform um weitere fünf Jahre verlängert.
Die Plattform wird bereits seit mehreren Jahren für zentrale Prozesse im Messstellenbetrieb eingesetzt. Künftig stellt Gisa Leistungen in den Bereichen Gateway-Administration, Messdatenmanagement sowie erstmals auch das Management steuerbarer Systeme über den CLS-Kanal vollständig als Software-as-a-Service bereit. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen besteht seit 2017.
Mit der Vertragsverlängerung wird auch das CLS-Management in die Plattform integriert. Neben dem Betrieb umfasst das Modell Leistungen in Architektur- und Application-Management sowie Service-Management. TMZ soll damit von einer zentralen Betriebsstruktur und einer besseren Skalierbarkeit bei steigenden Geräte- und Datenmengen profitieren.
Die Plattform basiert im Kern auf Softwarelösungen des Herstellers Robotron. Beide Partner wollen ihre Zusammenarbeit künftig weiter ausbauen, unter anderem bei neuen Projekten rund um Netzzustandsdaten und beim Onboarding weiterer Kunden.
11. März
Wilken integriert KI-Assistent in Plattform GY
Die Wilken Software Group erweitert ihre Lösungsplattform GY um einen KI-Assistenten. Die Anwendung mit dem Namen GY:PT wurde erstmals auf der Fachmesse E-World in Essen vorgestellt und soll Mitarbeitende von Energieversorgern bei fachlichen und operativen Aufgaben unterstützen.
Der Assistent wird zentral über die Plattform bereitgestellt und kann in bestehende Anwendungen der Wilken-Umgebung integriert werden. In der aktuellen Ausbaustufe beantwortet GY:PT typische Fragen aus dem energiewirtschaftlichen Alltag, etwa zu Prozessen, Fehlermeldungen oder regulatorischen Anforderungen. Ziel ist es, Fachbereiche im Tagesgeschäft zu entlasten und Supportaufwände zu reduzieren.
"KI entscheidet künftig maßgeblich über Wettbewerbsfähigkeit in der Energiewirtschaft", sagt Mark Bulmahn, Chief Innovation Officer der Wilken Software Group. Voraussetzung sei jedoch, dass sie entlang der gesamten Prozesskette eingebunden werde und klare Verantwortlichkeiten bestehen.
Nach Angaben von Wilken bleibt die Verantwortung dabei beim Menschen: Die KI liefert Vorschläge und Analysen, Entscheidungen treffen weiterhin die Anwender. Perspektivisch soll GY:PT stärker in operative Abläufe eingebunden werden und etwa Datenanalysen, Handlungsempfehlungen oder Prognosen unterstützen.
26. Februar 2026
Wemag wechselt auf S/4HANA-Plattform von Thüga Smartservice
Die Wemag-Gruppe ist auf die SAP-S/4HANA-Plattform von Thüga Smartservice gewechselt. Der Go-live erfolgte planmäßig nach 18 Monaten Projektlaufzeit. Damit wächst die Plattform auf 23 Unternehmen. Für Januar 2027 sind mindestens 13 weitere Migrationen vorgesehen. Bis 2028 soll die Plattform rund 40 Unternehmen umfassen.
Die Wemag startete mit 92 Buchungskreisen und knapp 500 Nutzern in den Produktivbetrieb. Grundlage war eine vorgeschaltete Analysephase, in der Unterschiede zwischen der bisherigen SAP-R/3-Landschaft und der neuen Plattform bewertet wurden. Auf dieser Basis wurden notwendige Anpassungen definiert. Laut Thüga Smartservice setzt das Plattformmodell auf standardisierte Kernprozesse mit optionalen Erweiterungen.
Als Erfolgsfaktor nennen beide Partner intensive Tests. Neue Funktionen und die Migration von mehr als 9,5 Millionen Datensätzen wurden in drei Testzyklen geprüft. Aktuell läuft eine begleitende Stabilisierungsphase.
Die Plattform ist modular aufgebaut. Neben dem Kernsystem nutzt die Wemag Zusatzmodule für Rechnungsverarbeitung und Kontoauszugsmanagement. Thüga Smartservice plant in diesem Jahr weitere Migrationen und baut die Plattform schrittweise aus.
24. Februar 2026
Investor Emeram steigt bei Hochfrequenz ein
Die Unternehmensberatung Hochfrequenz holt den Wachstumsinvestor Emeram an Bord. Ziel ist es, das Dienstleistungsportfolio auszubauen und die digitale Transformation in der Energiewirtschaft zu beschleunigen.
Hintergrund sind steigende Anforderungen durch Regulierung, den Rollout intelligenter Messsysteme und die Migration auf SAP S/4HANA. Viele Versorger stehen vor komplexen IT- und Prozessmodernisierungen. Hochfrequenz will mit zusätzlichem Kapital und strategischer Unterstützung künftig noch breiter aufgestellt sein.
Das 2009 gegründete Unternehmen mit mehr als 120 Mitarbeitenden begleitet Transformationsprojekte in Marktkommunikation, Messwesen und S/4HANA-Utilities. Künftig sollen insbesondere Automatisierung und künstliche Intelligenz ausgebaut werden.
Die bisherigen Geschäftsführer Andreas Hoelzer, Thorsten Förg und Joscha Metze bleiben im Amt. Mit Emeram soll das Wachstum beschleunigt und die Position im Markt weiter gestärkt werden.



