Ob ERP-Transformation, Smart-Meter-Rollout, KI-Einsatz oder Plattformstrategien – der Digitalisierungs-Ticker der ZFK bündelt kompakt die relevanten Digitalisierungsentwicklungen in der Energiebranche. Wir berichten hier über neue Projekte, technische Meilensteine, Partnerschaften und regulatorische Weichenstellungen. Der Fokus liegt auf praxisnahen Lösungen, die zeigen, wie Stadtwerke, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber die digitale Transformation konkret umsetzen können
27. April 2026
Kraftwerk Software und Endios starten App-Partnerschaft
Die Kraftwerk-Software-Gruppe erweitert ihre Plattform um eine mobile Kundenschnittstelle. Gemeinsam mit dem Hamburger App-Anbieter Endios bringt das Unternehmen die App "kraftwerk.One" auf den Markt. Sie basiert auf der Endios-one-Plattform und soll Versorgern aus Energie- und Wasserwirtschaft eine integrierte App-Lösung als Ergänzung zu bestehenden Kundenportalen bieten.
Für Kunden der Kraftwerk-Plattform wird die App direkt an das Energie- oder Wasserportal angebunden. Der bestehende Portal-Login kann auch für die App genutzt werden. Kundendaten verbleiben nach Angaben der Unternehmen in der jeweiligen Datenbank, Endios stellt das Frontend bereit.
Die App umfasst klassische Self-Service-Funktionen wie Zählerstandserfassung, Abschlagsänderung oder Rechnungseinsicht. Darüber hinaus können weitere Module ergänzt werden, etwa für Push-Kommunikation, dynamische Tarife, Heimenergiemanagement, Smart-City-Dienste oder Tickets für öffentliche Bäder.
Erstmals vorgestellt wird Kraftwerk-One auf der IFAT 2026 in München. Dort richtet sich das Angebot insbesondere auch an Fachbesucher aus der Wasser- und Abwasserwirtschaft.
27. April 2026
Stadtwerke Norderstedt setzen erstes EUCC-zertifiziertes Gateway von EFR ein
Die Stadtwerke Norderstedt gehören zu den ersten Anwendern der neuen Version des Smart-Meter-Gateways SGH-S von EFR. Das Gerät wurde nach Angaben des Herstellers als erstes Gateway in Deutschland nach der European Cybersecurity Certification zertifiziert und ist für die Anforderungen der Technischen Richtlinie 2.0 vorbereitet.
EFR übergab eines der ersten Geräte im Technikzentrum der Stadtwerke Norderstedt. Anschließend nahmen Techniker der Stadtwerke das Gateway am Einbauort in Betrieb. Die Kommunikation mit der genutzten Gateway-Administrationsplattform Tremondi von Meterpan verlief laut Unternehmen ohne Probleme.
Die neue Version SGH-S v2.00 soll sich in gängige Gateway-Administrationssysteme integrieren lassen und mit unterschiedlichen Zählern interoperabel sein. Neu ist unter anderem ein Kompaktprofil für Wireless M-Bus. Damit können Viertelstundenwerte von bis zu 52 Zählern über ein Gateway verarbeitet werden. Das ist insbesondere für größere Liegenschaften relevant.
EFR verweist zudem auf eine Produktion in Deutschland und kurzfristige Lieferfähigkeit. "Wir sind in der Lage, Verteilnetzbetreiber bei der Erreichung ihrer Pflichteinbauquoten zuverlässig zu unterstützen", so EFR-Manager Antonio Marcello.
Die neue Gateway-Version kann zudem an Netzwerkmanagementsysteme angebunden werden. Dafür arbeitet EFR mit Spine zusammen. Eine Zertifizierung nach der Technischen Richtlinie 2.0 ist nach Unternehmensangaben in Vorbereitung.
23. April 2026
Spotmyenergy übernimmt Messstellenbetrieb von Zählerhelden
Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Spotmyenergy übernimmt den Messstellenbetrieb von Zählerhelden. Mit rund 3.000 Smart Metern baut das Kölner Unternehmen seine Position im deutschen Messstellenmarkt weiter aus. Der Übergang soll für die betroffenen Kunden ohne Unterbrechung erfolgen.
Zählerhelden sowie die Gesellschafter ABM-Mess Service und BSH begleiten die Übernahme. Künftig wollen sich die Gesellschafter wieder stärker auf ihre jeweiligen Kerngeschäfte konzentrieren. Beide Unternehmen verbindet nach eigenen Angaben ein ähnlicher Ansatz beim Smart-Meter-Rollout, insbesondere die Zusammenarbeit mit regionalen Installationsbetrieben.
Mit der Integration der Zählerhelden-Messstellen erweitert Spotmyenergy sein Portfolio und stärkt sein Partnernetzwerk. Gleichzeitig setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf neue technische Prozesse, etwa bei der Übertragung von Steuerboxen. Diese gelten im deutschen Markt bislang als wenig verbreitet.
Der Wechsel erfolgt im Hintergrund. Kunden müssen keine eigenen Schritte einleiten und werden über den Prozess informiert. Spotmyenergy organisiert die Übertragung vollständig.
Unterstützt wird das Wachstum des Messstellenbetreibers durch den Investor Horizon Energy Deutschland. Das Unternehmen stellt Kapital für Smart-Meter-Infrastruktur bereit und begleitet den Ausbau des Messstellenbetriebs. Ein Teil der Mittel fließt in die aktuelle Übernahme.
23. April 2026
Voltaris erweitert Prüfkapazitäten für moderne Zähler
Die Voltaris GmbH hat ihre Kapazitäten zur Prüfung moderner Messeinrichtungen und Basiszähler ausgebaut. Am Standort Merzig ist eine neue digitale Zählerprüfanlage mit 20 zusätzlichen Prüfplätzen in Betrieb gegangen. Nach Freigabe durch das saarländische Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz stehen dem Unternehmen an den Standorten Maxdorf und Merzig nun insgesamt 55 Prüfplätze zur Verfügung.
Mit der Erweiterung reagiert Voltaris auf steigende Gerätevolumina im Zuge des Smart-Meter-Rollouts. In Merzig wurden dafür bauliche Anpassungen vorgenommen und die neue Anlage in die bestehende Infrastruktur integriert. Geprüft werden inzwischen nicht mehr nur klassische Messfunktionen, sondern auch digitale Merkmale wie Grid-Funktionalität, Service-ID oder PIN-Daten aus elektronischen Lieferscheinen.
"Mit der zusätzlichen Prüfanlage schaffen wir weitere Kapazitäten, die wir für die steigende Zahl der neuen Messgeräte benötigen", sagt Geschäftsführer Volker Schirra. Kunden sollen damit weiterhin geprüfte und qualitätsgesicherte Geräte erhalten.
Zum Angebot gehört auch ein gemeinschaftliches Stichprobenverfahren, mit dem Stadtwerke die Eichgültigkeit ihrer Geräte mit geringerem Aufwand verlängern können. Voltaris bündelt dabei die Geräte mehrerer Kunden in einem Verfahren und reduziert so Kosten und Austauschmengen. Das Unternehmen betreibt eigene staatlich anerkannte Prüfstellen für Strom- und Gasmessgeräte.
20. April 2026
Smartoptimo und Frankenmetering verlängern Partnerschaft im Messwesen
Die Smartoptimo GmbH & Co. KG und die Frankenmetering GmbH & Co. KG haben ihre strategische Partnerschaft erneuert. Beide Unternehmen wollen kommunale Energieversorger weiterhin bei den wachsenden Anforderungen im intelligenten Messwesen unterstützen.
Hinter Frankenmetering stehen neun fränkische Stadtwerke, die ihre Aktivitäten beim Einsatz intelligenter Messtechnik gebündelt haben. Mit der Vertragsverlängerung bekräftigen beide Seiten, dass sie zentrale Zukunftsthemen der Energiewirtschaft gemeinsam angehen wollen.
Im Fokus der Zusammenarbeit stehen vor allem die Smart-Meter-Gateway-Administration sowie die Rolle als aktiver externer Marktteilnehmer. Beide Aufgaben gelten als zentral für die Digitalisierung der Energienetze und stellen kommunale Versorger vor erhebliche technische und regulatorische Anforderungen. Smartoptimo übernimmt dabei die Rolle eines Full-Service-Dienstleisters.
"Im kommunalen Messwesen zählt vor allem eines: verlässliche Partnerschaft auf Augenhöhe", sagt Geschäftsführer Fritz Wengeler. Die Vertragsverlängerung soll die Grundlage dafür schaffen, dass Frankenmetering und die beteiligten Stadtwerke ihre Strukturen im intelligenten Messwesen weiter ausbauen können.
16. April 2026
Datacenter Münster Osnabrück nimmt am Flughafen Münster/Osnabrück Betrieb auf
Das Datacenter Münster Osnabrück (DMO) hat seine erste Ausbaustufe am Flughafen Münster/Osnabrück in Betrieb genommen. Nach rund einem Jahr Bauzeit steht damit ein neues Rechenzentrum mit einer IT-Leistung von rund ein Megawatt zur Verfügung. Das Investitionsvolumen liegt nach Unternehmensangaben bei knapp 10 Millionen Euro.
Hinter dem Projekt stehen die stadtnahen IT-Dienstleister Items aus Münster und TKRZ Stadtwerke aus Emsdetten. Das Rechenzentrum richtet sich an Unternehmen, Kommunen und öffentliche Einrichtungen und soll die digitale Souveränität in der Region stärken. Es erfüllt laut Betreibern die Anforderungen der Norm EN 50600 in Verfügbarkeitsklasse 3.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Energiekonzept. Ein Teil des Strombedarfs wird über eine Photovoltaikanlage mit 650 Kilowatt Peak gedeckt. Perspektivisch ist zudem ein Anschluss an einen geplanten Solarpark am Flughafen vorgesehen. Wegen der hohen Nachfrage und des eigenen Bedarfs wird bereits eine zweite Baustufe vorbereitet.
Für die Anbindung setzen die Betreiber auf regionale und überregionale Glasfaserverbindungen. Damit soll das Rechenzentrum auch als Cloud- und Hybrid-Standort für die Region dienen. "Kommunale Kooperationen sind fester Bestandteil unserer DNA", sagt Items-Geschäftsführer Ludger Hemker. Das Projekt solle die digitale Handlungsfähigkeit von Kommunen und Unternehmen langfristig stärken.
16. April 2026
Spine erhält 3 Millionen Euro für Ausbau seiner Plattform
Das Energie-Start-up Spine hat in einer neuen Finanzierungsrunde 3 Millionen Euro eingesammelt. Angeführt wird die Runde von BayBG Venture Capital und dem Smart Energy Innovationsfonds von Energie 360°. Auch bestehende Investoren wie Verbund X Ventures, Bayern Kapital, Scrape Ventures und Superangels beteiligen sich erneut.
Das Unternehmen entwickelt eine herstellerunabhängige Plattform für die digitale Infrastruktur der Energiewende. Sie soll Energieversorger, Installateure, Netz- und Messstellenbetreiber sowie Systeme für Heimenergiemanagement vernetzen und Energiedaten in Echtzeit verarbeiten. Ziel ist eine sichere und netzkonforme Steuerung dezentraler Anlagen.
Nach Angaben von Spine fließt das Kapital in den Ausbau der Plattform, die Skalierung des Geschäfts und den Aufbau der Teams in Technologie, Vertrieb und Kundenservice. Ergänzend bietet Spine ein Netzwerkmanagement-System für das Monitoring und Management von Smart-Meter-Gateways und weiteren Geräten an. Damit richtet sich das Unternehmen insbesondere an Messstellenbetreiber, die den Smart-Meter-Rollout kontrolliert und skalierbar umsetzen wollen.
Deutschland ist für Spine zunächst der Einstiegsmarkt. Perspektivisch plant das Unternehmen die Expansion in weitere europäische Länder. Bis 2027 sollen mehr als 20.000 Haushalte über die Plattform vernetzt werden.
14. April 2026
Stadtwerke Ellwangen und Giengen wechseln bei Billing und ERP zu Schleupen
Die Stadtwerke Ellwangen und die Stadtwerke Giengen haben ihre Billing- und ERP-Systeme auf die Plattform Schleupen.CS umgestellt. Damit wurde das bislang eingesetzte SAP IS-U abgelöst. Hintergrund war die Abkündigung des bisherigen Systems und die Suche nach einer gemeinsamen, zukunftsfähigen Lösung.
Die beiden Stadtwerke hatten das Projekt gemeinsam ausgeschrieben. Gesucht wurde eine Plattform, die alle Marktrollen in den Bereichen Billing und ERP abdeckt und sich für den gemeinsamen Betrieb eignet. Im EU-Vergabeverfahren setzte sich Schleupen.CS durch. Künftig läuft das System im Software-as-a-Service-Modell in der AWS-Cloud, mit getrennten Mandanten für beide Unternehmen.
"Wir hatten zu Beginn des Projekts eine ganz klare Vorstellung davon, welche Voraussetzungen ein neues ERP-System erfüllen muss", sagt Holger Röhrer, Geschäftsführer der Stadtwerke Giengen. Schleupen habe im Vergleich überzeugt. Auch Stefan Powolny, Geschäftsführer der Stadtwerke Ellwangen, zieht ein positives Fazit. Das neue System laufe inzwischen in beiden Unternehmen reibungslos.
Mit der gemeinsamen Plattform wollen die Stadtwerke Synergien in der Prozessabwicklung heben und ihre IT-Landschaft stärker auf künftige Marktanforderungen ausrichten. Gerade bei komplexer werdenden energiewirtschaftlichen Prozessen sehen beide Unternehmen darin einen wichtigen Baustein ihrer Zukunftsstrategie.
14. April 2026
Green Planet Energy setzt bei Mieterstrom auf Solarize
Green Planet Energy baut sein Mieterstromgeschäft mit der Abrechnungslösung von Solarize aus. Der Ökostromanbieter will damit die Abwicklung von Projekten mit intelligenten Messsystemen und virtuellen Summenzählern automatisieren und die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.
Nach eigenen Angaben verfügt Green Planet Energy derzeit über rund 3 Megawatt installierte Photovoltaik-Leistung in Mieterstromprojekten. Pro Jahr sollen weitere 4 bis 5 Megawatt hinzukommen. Mit der Einführung der Solarize-Plattform stellt das Unternehmen die Abrechnung von pauschalen Jahresmengen auf eine viertelstundengenaue Lastgangverrechnung um.
Die Software übernimmt die Bilanzierung unterschiedlicher Stromquellen und unterstützt damit auch komplexere Messkonzepte, etwa bei der Einbindung von Wärmepumpen oder mehreren Erzeugungsanlagen. Ziel ist es, Prozesse zu standardisieren und die operative Komplexität im Hintergrund zu reduzieren.
Die Plattform soll zudem neue Tarifmodelle ermöglichen, mit denen Mieter zu einer flexibleren Nutzung von Solarstrom angeregt werden können. Solarize positioniert sich dabei als Spezialanbieter für die Abrechnung dezentraler Energieversorgung. Für Green Planet Energy ist die Kooperation ein weiterer Schritt, um Mieterstromprojekte in größerem Maßstab umzusetzen.
9. April 2026
Medl tritt BO4E-Initiative für Softwarestandard bei
Der Energieversorger Medl aus Mülheim an der Ruhr ist der Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft (BO4E) beigetreten. Ziel ist es, den branchenweiten Softwarestandard künftig aktiv mitzuentwickeln und für eigene Digitalisierungsprojekte zu nutzen.
BO4E definiert standardisierte Datenmodelle und Schnittstellen für energiewirtschaftliche Anwendungen. Diese sollen den Austausch zwischen Systemen vereinfachen und individuelle Schnittstellenentwicklungen reduzieren. Die Modelle stehen als Open-Source-Angebot zur Verfügung.
Bei Medl ist der Beitritt Teil einer umfassenderen Digitalisierungsstrategie. "Wir sehen in den BO4E ein riesiges Potenzial für unser Unternehmen und für die gesamte Energiewirtschaft", sagt Digitalisierungsbeauftragter Felix Hofmann. In der Praxis seien Daten häufig aufwendig zu suchen, zu definieren und neu zu kommunizieren. Ziel sei es, diesen manuellen Aufwand künftig zu reduzieren.
Der Verein sieht darin ein Signal für die wachsende Relevanz des Standards. "Dies zeigt, dass nicht allein Softwarehäuser, sondern auch Energieversorger den Nutzen unseres Standards erkennen", sagt Vorstandsvorsitzender Peter Martin Schroer.
Mit zunehmender Produktvielfalt und Digitalisierung steigen bei Energieversorgern die Anforderungen an integrierte IT-Architekturen. BO4E soll dazu beitragen, Komplexität zu reduzieren und Prozesse effizienter zu gestalten.
01. April 2026
Metrify startet Initiative für 2,5 Millionen Smart Meter
Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Metrify will den Smart-Meter-Rollout in Deutschland deutlich beschleunigen. Das Unternehmen startet eine bundesweite Initiative und plant, bis 2030 rund 2,5 Millionen intelligente Messsysteme zu installieren. Parallel sollen etwa 16 Millionen Haushalte über die Vorteile informiert und aktiv angesprochen werden.
Kern der Initiative ist ein eigener, überregionaler Rollout-Ansatz. Metrify bündelt Installationskapazitäten und bietet Haushalten eine kostenlose Installation mit einer Umsetzungsdauer von rund sechs Wochen an. Ziel ist es, bestehende Hürden im Rollout zu senken und den Zugang zu intelligenter Messtechnik zu vereinfachen.
Das Unternehmen positioniert sich damit ergänzend zu den grundzuständigen Messstellenbetreibern. Hintergrund ist der weiterhin schleppende Ausbau in vielen Regionen. Smart Meter gelten als zentrale Voraussetzung für dynamische Tarife, Transparenz im Verbrauch und die Integration erneuerbarer Energien.
"Bei vielen Verbrauchern fehlt einfach oft das Wissen darüber, welche konkreten Vorteile intelligente Messsysteme bringen und dass man den Einbau auch selbst anstoßen kann", sagt Bela Schramm, Geschäftsführer von Metrify. Dabei schaffen Smart Meter erstmals Transparenz über den eigenen Stromverbrauch, ermöglichen dynamische Tarife und helfen, Energiekosten zu sparen. Gerade in den aktuellen Zeiten entstehe so echtes Sparpotenzial. "Genau hier setzen wir an: Wir wollen mit der Initiative, kombiniert mit dem kostenlosen Einbau, den Zugang so einfach wie möglich machen und die Hürden abbauen“,
Die Initiative startet zunächst im Einfamilienhaussegment und soll später auf Mehrfamilienhäuser ausgeweitet werden. Metrify wurde 2025 aus der Enpal-Gruppe ausgegründet und hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 70.000 intelligente Messsysteme installiert.
01. April 2026
Smartoptimo-Netzwerk liegt beim Smart-Meter-Rollout über Marktniveau
Der Rollout intelligenter Messsysteme in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur lag die Quote zum Jahresende 2025 bei 23 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Spreizung: Ein Teil der Messstellenbetreiber liegt deutlich zurück, einige haben noch gar nicht begonnen.
Im Vergleich dazu schneidet das Smartoptimo-Netzwerk überdurchschnittlich ab. Die angeschlossenen Unternehmen erreichen im Schnitt eine Rolloutquote von 20 Prozent und liegen damit über dem Marktdurchschnitt. Mehr als die Hälfte der beteiligten Stadtwerke hat die gesetzliche Zielmarke bereits erreicht, weitere befinden sich kurz davor. Kein Unternehmen im Netzwerk weist eine Quote von null auf.
Während im bunddsweiten Vergleich große Messstellenbetreiber im Markt deutlich höhere Werte erzielen, bleiben kleinere oft zurück. Im Netzwerk von Smartoptimo nähern sich die Werte hingegen an: Auch kleinere Unternehmen erreichen dort im Schnitt ähnliche Quoten wie größere Akteure.
Als Gründe werden gemeinsame IT-Systeme, standardisierte Prozesse und ein enger Erfahrungsaustausch genannt. Zudem wurde im Frühjahr 2026 die Marke von 100.000 installierten intelligenten Messsystemen überschritten.
19. März 2026
Rheinnetz entwickelt Niederspannungsleitsystem mit Envelio
Der Verteilnetzbetreiber Rheinnetz baut gemeinsam mit dem Softwareanbieter Envelio ein Niederspannungsleitsystem auf. Grundlage ist die Intelligent Grid Platform, die Planung und Betrieb des Netzes stärker verzahnt und zentrale Prozesse digitalisiert.
Ziel ist ein datengetriebener Netzbetrieb in der Niederspannung. Während Leitsysteme in Mittel- und Hochspannung etabliert sind, wächst der Bedarf im Niederspannungsbereich durch Photovoltaik, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur. Rheinnetz setzt daher auf einen sogenannten Plan-Ops-Ansatz, bei dem Netzplanung und Netzbetrieb auf einer Plattform zusammengeführt werden.
Kern der Lösung ist ein digitaler Zwilling des Stromnetzes. Dieser ermöglicht unter anderem automatisierte Anschlussprüfungen, Szenarioanalysen in der Netzplanung sowie Unterstützung im operativen Betrieb, etwa bei Schaltprozessen. Auch Anwendungen für das Engpassmanagement und die Umsetzung regulatorischer Vorgaben, etwa nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz, sind vorgesehen.
Rheinnetz betont die strategische Bedeutung. "Wir sind überzeugt, dass ein produktives Niederspannungsleitsystem und der Aufbau eines digitalen Zwillings erhebliche Vorteile bringen", sagt Technikgeschäftsführer Jan Patrick Linossier. Die Lösung soll die Integration erneuerbarer Energien und neuer Verbrauchsanwendungen unterstützen.
19. März 2026
Beegy erhält EEBus-Zertifizierung für Heimenergiemanagement
Die Beegy GmbH hat für ihr Heimenergiemanagementsystem (HEMS) die Zertifizierung der EEBus Initiative erhalten. Damit erfüllt die Lösung die Anforderungen an interoperables Energiemanagement sowie die regulatorischen Vorgaben nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz und § 9 Erneuerbare-Energien-Gesetz.
Die Zertifizierung erfolgte im Living Lab Cologne, der Testumgebung der EEBus-Initiative, in Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner Enqs. Der offene Kommunikationsstandard EEBus ermöglicht die herstellerübergreifende Steuerung von Geräten wie Wärmepumpen, Wallboxen oder Photovoltaikanlagen.
Das HEMS von Beegy ist als White-Label-Lösung konzipiert und richtet sich an Energieversorger sowie Installationsunternehmen. Es verarbeitet Netzsignale über das Smart-Meter-Gateway und steuert angeschlossene Geräte über die CLS-Schnittstelle. Die Steuerung erfolgt lokal und ist damit unabhängig von einer dauerhaften Internetverbindung. Alle Prozesse werden dokumentiert.
19. März 2026
Stromversorgung Greding und Stadtwerke Hemau wechseln auf Kraftwerk-Plattform
Die Stromversorgung Greding und die Stadtwerke Hemau stellen ihre IT-Systeme gemeinsam auf die Plattform des Softwareanbieters Kraftwerk um. Ziel ist es, Prozesse zu modernisieren und die Systemlandschaft stärker zu integrieren. Der Produktivstart ist für das erste Quartal 2027 geplant.
Beide kommunalen Versorger nutzen bislang die Branchenlösung WinEV und wechseln nun auf eine Plattformlösung auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Business Central. Die Umstellung erfolgt im Rahmen eines gemeinsamen Projekts, um Synergien bei Einführung und Betrieb zu nutzen.
"Wir nutzen die gemeinsame Umstellung als Chance, unsere IT- und Geschäftsprozesse grundlegend zu modernisieren", sagt Thomas Mendl, Geschäftsleiter der Stromversorgung Greding. Ziel sei es, eine integrierte Plattform für künftige Digitalisierungsschritte zu schaffen.
Auch die Stadtwerke Hemau erwarten effizientere Abläufe. "Als kommunaler Eigenbetrieb brauchen wir eine leistungsfähige Lösung, die gleichzeitig effizient zu betreiben ist", sagt Werkleiter Thomas Mehring. Die Plattform biete zudem eine Cloud-Infrastruktur und Perspektiven für KI-gestützte Funktionen.
Nach Angaben der Krafwerk Software Group ermöglicht die gemeinsame Einführung bei zwei strukturell ähnlichen Unternehmen eine Reduzierung des Projektaufwands. Projektstart ist im April 2026, erste Vorbereitungen laufen bereits.
11. März 2026
BS Netz migriert 10.000 intelligente Messsysteme zu Thüga Smartservice
Die Braunschweiger Netz GmbH (BS Netz) ist als Gateway-Administrations-Kunde zur Plattform von Thüga Smartservice zurückgekehrt. In einem Migrationsprojekt wurden innerhalb weniger Wochen rund 10.000 intelligente Messsysteme auf die Systemlandschaft des IT-Dienstleisters übertragen.
Der Schritt steht im Zusammenhang mit der geplanten Nutzung der Plattformlösung TAP. Sie soll künftig zentrale Meter-to-Cash-Prozesse bündeln und digitale Prozessketten zwischen Messwesen, Abrechnung und Marktkommunikation enger verzahnen.
Nach Angaben der Beteiligten erfolgte die Umstellung innerhalb von drei Wochen. Neben Geräten aus dem Netzgebiet der Braunschweiger Netz wurden auch Lagerbestände sowie weitere Systeme von Partnerunternehmen einbezogen. Dazu zählen die Stadtwerke Elm-Lappwald, Weißwasser, Springe und Görlitz mit insgesamt rund 1000 zusätzlichen Geräten.
Die Gateway-Administration läuft künftig über die Plattform von Thüga Smartservice auf Basis der Robotron-Technologie. Ziel ist es, die Voraussetzungen für automatisierte Prozesse im Smart-Meter-Rollout sowie für Steuerungsanwendungen über das CLS-Management zu schaffen.
"In diesem zeitkritischen Projekt war es für uns von unschätzbarem Vorteil, einen Partner an der Seite zu haben, den wir bereits kennen und der unser Vertrauen genießt", sagt Jan Gasten, Geschäftsführer der von BSI|Netz.
11. März
Gisa und TMZ verlängern Smart-Metering-Partnerschaft
Die Thüringer Mess- und Zählerwesen Service (TMZ) und der IT-Dienstleister Gisa setzen ihre Zusammenarbeit im intelligenten Messwesen fort. Beide Unternehmen haben den Vertrag zur Nutzung der Gisa-Smart-Energy-Plattform um weitere fünf Jahre verlängert.
Die Plattform wird bereits seit mehreren Jahren für zentrale Prozesse im Messstellenbetrieb eingesetzt. Künftig stellt Gisa Leistungen in den Bereichen Gateway-Administration, Messdatenmanagement sowie erstmals auch das Management steuerbarer Systeme über den CLS-Kanal vollständig als Software-as-a-Service bereit. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen besteht seit 2017.
Mit der Vertragsverlängerung wird auch das CLS-Management in die Plattform integriert. Neben dem Betrieb umfasst das Modell Leistungen in Architektur- und Application-Management sowie Service-Management. TMZ soll damit von einer zentralen Betriebsstruktur und einer besseren Skalierbarkeit bei steigenden Geräte- und Datenmengen profitieren.
Die Plattform basiert im Kern auf Softwarelösungen des Herstellers Robotron. Beide Partner wollen ihre Zusammenarbeit künftig weiter ausbauen, unter anderem bei neuen Projekten rund um Netzzustandsdaten und beim Onboarding weiterer Kunden.
11. März
Wilken integriert KI-Assistent in Plattform GY
Die Wilken Software Group erweitert ihre Lösungsplattform GY um einen KI-Assistenten. Die Anwendung mit dem Namen GY:PT wurde erstmals auf der Fachmesse E-World in Essen vorgestellt und soll Mitarbeitende von Energieversorgern bei fachlichen und operativen Aufgaben unterstützen.
Der Assistent wird zentral über die Plattform bereitgestellt und kann in bestehende Anwendungen der Wilken-Umgebung integriert werden. In der aktuellen Ausbaustufe beantwortet GY:PT typische Fragen aus dem energiewirtschaftlichen Alltag, etwa zu Prozessen, Fehlermeldungen oder regulatorischen Anforderungen. Ziel ist es, Fachbereiche im Tagesgeschäft zu entlasten und Supportaufwände zu reduzieren.
"KI entscheidet künftig maßgeblich über Wettbewerbsfähigkeit in der Energiewirtschaft", sagt Mark Bulmahn, Chief Innovation Officer der Wilken Software Group. Voraussetzung sei jedoch, dass sie entlang der gesamten Prozesskette eingebunden werde und klare Verantwortlichkeiten bestehen.
Nach Angaben von Wilken bleibt die Verantwortung dabei beim Menschen: Die KI liefert Vorschläge und Analysen, Entscheidungen treffen weiterhin die Anwender. Perspektivisch soll GY:PT stärker in operative Abläufe eingebunden werden und etwa Datenanalysen, Handlungsempfehlungen oder Prognosen unterstützen.
26. Februar 2026
Wemag wechselt auf S/4HANA-Plattform von Thüga Smartservice
Die Wemag-Gruppe ist auf die SAP-S/4HANA-Plattform von Thüga Smartservice gewechselt. Der Go-live erfolgte planmäßig nach 18 Monaten Projektlaufzeit. Damit wächst die Plattform auf 23 Unternehmen. Für Januar 2027 sind mindestens 13 weitere Migrationen vorgesehen. Bis 2028 soll die Plattform rund 40 Unternehmen umfassen.
Die Wemag startete mit 92 Buchungskreisen und knapp 500 Nutzern in den Produktivbetrieb. Grundlage war eine vorgeschaltete Analysephase, in der Unterschiede zwischen der bisherigen SAP-R/3-Landschaft und der neuen Plattform bewertet wurden. Auf dieser Basis wurden notwendige Anpassungen definiert. Laut Thüga Smartservice setzt das Plattformmodell auf standardisierte Kernprozesse mit optionalen Erweiterungen.
Als Erfolgsfaktor nennen beide Partner intensive Tests. Neue Funktionen und die Migration von mehr als 9,5 Millionen Datensätzen wurden in drei Testzyklen geprüft. Aktuell läuft eine begleitende Stabilisierungsphase.
Die Plattform ist modular aufgebaut. Neben dem Kernsystem nutzt die Wemag Zusatzmodule für Rechnungsverarbeitung und Kontoauszugsmanagement. Thüga Smartservice plant in diesem Jahr weitere Migrationen und baut die Plattform schrittweise aus.
24. Februar 2026
Investor Emeram steigt bei Hochfrequenz ein
Die Unternehmensberatung Hochfrequenz holt den Wachstumsinvestor Emeram an Bord. Ziel ist es, das Dienstleistungsportfolio auszubauen und die digitale Transformation in der Energiewirtschaft zu beschleunigen.
Hintergrund sind steigende Anforderungen durch Regulierung, den Rollout intelligenter Messsysteme und die Migration auf SAP S/4HANA. Viele Versorger stehen vor komplexen IT- und Prozessmodernisierungen. Hochfrequenz will mit zusätzlichem Kapital und strategischer Unterstützung künftig noch breiter aufgestellt sein.
Das 2009 gegründete Unternehmen mit mehr als 120 Mitarbeitenden begleitet Transformationsprojekte in Marktkommunikation, Messwesen und S/4HANA-Utilities. Künftig sollen insbesondere Automatisierung und künstliche Intelligenz ausgebaut werden.
Die bisherigen Geschäftsführer Andreas Hoelzer, Thorsten Förg und Joscha Metze bleiben im Amt. Mit Emeram soll das Wachstum beschleunigt und die Position im Markt weiter gestärkt werden.
19. Februar 2026
WSW setzen bei IT-Modernisierung auf RKU IT
Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) arbeiten künftig strategisch mit dem IT- und Prozessdienstleister RKU IT zusammen. Ziel ist es, die IT- und Prozesslandschaft schrittweise weiterzuentwickeln und langfristig zukunftssicher aufzustellen.
Zum Einsatz kommen zentrale Komponenten der NextGen-Plattform von RKU IT, darunter NextGen Utilities und NextGen Integration. Ergänzt werden diese durch spezialisierte Lösungen im SAP-System, die die bestehende Systemlandschaft gezielt erweitern und absichern.
Nach Angaben der Stadtwerke steht eine strukturierte Weiterentwicklung der Prozesse im Mittelpunkt. Die Partnerschaft ist langfristig angelegt und soll sowohl den stabilen Betrieb als auch die organisatorische Leistungsfähigkeit stärken. Auch RKU IT betont die enge Zusammenarbeit mit Blick auf künftige Anforderungen der Energiewirtschaft.
19. Februar 2026
KI-Forschungsprojekt AISOP legt Abschlussbericht vor
Das Forschungsprojekt AISOP – AI-assisted grid Situational Awareness and Operational Planning – ist abgeschlossen. Ziel war die Entwicklung eines KI-gestützten Systems zur besseren Planung und Steuerung von Stromnetzen. Beteiligt waren unter anderem die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW), Westfalen-Weser-Netz, Romande Energie, die ETH Zürich sowie weitere Partner aus Wissenschaft und Softwareentwicklung.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie künstliche Intelligenz (KI) Netzbetreiber bei der Erkennung von Anomalien und bei operativen Entscheidungen unterstützen kann. Nach Angaben der Projektpartner wurden Verfahren zur Anomalieerkennung in Niederspannungsnetzen entwickelt und eine webbasierte Anwendung für praxisnahe Einblicke in den Netzbetrieb erstellt.
Die ASEW übernahm die Schnittstelle zu Stadtwerken und bewertete im Projekt auch die Wirkung dynamischer Tarife auf Verbraucher- und Prosumerverhalten. Die Ergebnisse fließen in einen neu gegründeten Arbeitskreis Stromnetze ein. Gefördert wurde AISOP im Rahmen des Programms ERA-Net Smart Energy Systems.
18. Februar 2026
100 Millionen Euro für Smart-Meter-Rollout: Größter MAP-Vertrag in Deutschland
Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Energy Metering, der Hersteller PPC und der britische Finanzinvestor Calisen haben das, nach eigenen Angaben, bislang größte Meter-Asset-Provider-Abkommen für den deutschen Markt geschlossen. Kern ist ein Finanzierungsmodell, bei dem Calisen intelligente Messsysteme kauft, besitzt und langfristig an Energy Metering vermietet.
Im ersten Schritt stellt Calisen rund 100 Millionen Euro für Hardware und Installation bereit. Die Octopus-Tochter Energy Metering plant bis 2028 mehr als 250.000 intelligente Messsysteme in Deutschland zu installieren und unterstützt daneben kleinere grundzuständige Messstellenbetreiber sowie die Wohnungswirtschaft. Die Beschaffung der Geräte erfolgt über Calisen, PPC liefert unter anderem Smart-Meter-Gateways und arbeitet mit Energy Metering auch beim Steuerungsrollout zusammen.
Das sogenannte Meter-Asset-Provider-Modell ist aus Großbritannien bekannt. Dort finanziert Calisen seit Jahren Messsysteme im großen Stil. Für Messstellenbetreiber bedeutet das Modell vor allem Entlastung bei hohen Anfangsinvestitionen. Statt Eigenkapital im Rollout zu binden, können sie auf eine langfristige Mietstruktur zurückgreifen. Calisen übernimmt dabei auch bestimmte rolloutspezifische Risiken und unterstützt bei Komponentenwahl und operativer Abwicklung.
17. Februar
Stadtwerke Steinburg beteiligen sich an Items
Die Stadtwerke Steinburg steigen bei der Items ein und vertiefen damit die bestehende Partnerschaft mit dem IT-Dienstleister. Ziel ist es, die IT-Infrastruktur angesichts wachsender regulatorischer und sicherheitsrelevanter Anforderungen strategisch weiterzuentwickeln.
Items mit Sitz in Münster ist auf IT-Services für Stadtwerke und kommunale Unternehmen spezialisiert. Das Unternehmen unterstützt unter anderem bei IT-Betrieb, Digitalisierung und Prozessoptimierung.
Torsten Fischer, Geschäftsführer der Stadtwerke Steinburg, verweist auf steigende Anforderungen durch Regulierung, Cybersicherheit und Digitalisierung. Mit Items habe man einen Partner, der kommunale Strukturen kenne und technologische Kompetenz bündele.
Durch die Beteiligung sichern sich die Stadtwerke stärkere Mitwirkungsrechte und langfristige Planungssicherheit. René Quurk, Mit-Geschäftsführer der Stadtwerke Steinburg, betont die Entlastung des eigenen Teams durch eine stabile und moderne IT-Umgebung. Items-Geschäftsführer Ludger Hemker sieht in dem Gesellschafterbeitritt ein Vertrauenssignal und eine Basis für den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit.
6. Februar 2026
Integration von ERP-Systemen und Niederspannungsleitsystemen: Edna legt §14a-Standardschnittstelle vor
Die Projektgruppe §14a im Edna-Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation hat pünktlich zur E-world 2026 die Version 1 einer Standardschnittstelle für den Datenaustausch zwischen ERP-Systemen und Niederspannungsleitsystemen veröffentlicht. Ziel ist ein stabiler, einheitlicher Austausch von Stamm- und Prozessdaten als Grundlage für das Steuern in der Niederspannung.
An der Entwicklung waren ERP-Anbieter und -Dienstleister sowie Hersteller von Niederspannungsleitsystemen beteiligt. Die Schnittstelle unterstützt sowohl Verteilnetzbetreiber als auch Messstellenbetreiber. Technisch basiert sie auf einer REST-API und ist damit auf große Datenmengen skalierbar.
"Bislang war unklar, wie die Anbindung der Leitsysteme an ERP-Systeme konkret aussehen soll. Mit der neuen Schnittstelle schaffen wir nun eine verlässliche Grundlage", sagt Projektgruppenleiter Frank Technow von IVU Informationssysteme. Der Vorschlag soll nun in die zuständigen Gremien von VDE FNN und BDEW eingebracht werden.
4. Februar 2026
Solarize gewinnt Future Energy Ventures als Investor
Der Anbieter von Software für Mieterstrom- und Abrechnungslösungen Solarize erweitert seinen Gesellschafterkreis. Future Energy Ventures gilt nach eigenen Angaben als Europas größter Energy-Tech-Venture-Capital-Fonds und steigt als neuer Investor ein. Die bestehenden Investoren Point Nine Capital und Picus Capital beteiligen sich erneut.
Solarize entwickelt eine cloudbasierte Software-as-a-Service-Lösung für die Abrechnung dezentraler Energieversorgung, etwa bei Mieterstrom- und Quartiersmodellen. Kern der Plattform ist ein hoch automatisiertes Nebenbuch, das komplexe zeitbasierte Abrechnungsprozesse abbildet und sich in bestehende ERP- und Hauptbuchsysteme integrieren lässt. Die Lösung richtet sich vor allem an Energieversorger und Immobilienunternehmen.
Mit dem Einstieg von Future Energy Ventures will Solarize die technologische Weiterentwicklung der Plattform beschleunigen und den Marktzugang weiter ausbauen. Nach Unternehmensangaben zählt Solarize inzwischen mehr als 200 Kunden. Die zusätzlichen Mittel sollen insbesondere dazu dienen, die Abrechnungslösung stärker auf die Anforderungen von Energieversorgungsunternehmen auszurichten und die Skalierung dezentraler Geschäftsmodelle zu unterstützen.
Future Energy Ventures bringt neben Kapital auch Branchenerfahrung und ein internationales Netzwerk ein. Ziel der Beteiligung ist es, Solarize als zentrale Abrechnungsplattform für die wachsende dezentrale Energiewelt zu positionieren.
4. Februar 2026
Kraftwerk Software und Hsag bauen KI-Services für Energieversorger aus
Die Kraftwerk-Software-Gruppe und die Hsag Heidelberger Services vertiefen ihre Zusammenarbeit beim Einsatz von künstlicher Intelligenz im Kundenservice der Energiewirtschaft. Kraftwerk nimmt die Hsag-AI-Suite als Partnerlösung in sein Portfolio auf und ergänzt damit seine Plattform um KI-gestützte Funktionen für Mail, Chat und Telefonie.
Ziel ist es, Serviceprozesse bei Energieversorgern stärker zu automatisieren und Sachbearbeitung, Beratung sowie Business-Process-Outsourcing effizienter zu gestalten. Die Agentic-AI-Lösungen unterstützen unter anderem bei der Bearbeitung von Kundenanfragen, der Prozesssteuerung und der Entlastung von Service-Teams.
Beide Unternehmen kombinieren dabei ihre jeweiligen Schwerpunkte: Kraftwerk bringt Plattform- und Branchenkompetenz ein, Hsag ihre Erfahrung in Kundenserviceprozessen und KI-Anwendungen. Energieversorger sollen so skalierbare und praxistaugliche Automatisierungslösungen für den operativen Betrieb erhalten.
4. Februar 2026
Energy Metering startet Full-Service-Angebot für Mieterstrom
Energy Metering, wettbewerblicher Messstellenbetreiber der Octopus Energy Group, bietet Mieterstrombetreibern und Anbietern gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung ab sofort ein Smart-Metering-as-a-Service-Modell an. Ziel ist es, Mieterstromprojekte durch standardisierte Messkonzepte und einen vollständigen Messstellenbetrieb einfacher und wirtschaftlicher umzusetzen.
Das Angebot umfasst Konzeption, Installation, Betrieb und Systemintegration aus einer Hand und kommt ohne Anfangsinvestitionen für Betreiber oder Mieter aus. Zum Einsatz kommen unter anderem virtuelle Summenzählermodelle, die den Installationsaufwand reduzieren und Kosten senken. Energy Metering ist bundesweit tätig und verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 15.000 installierte intelligente Messsysteme.
Adressiert werden sowohl größere Mieterstromanbieter und Wohnungsunternehmen als auch kleinere Projekte in Mehrfamilienhäusern. Durch das vereinfachte Messkonzept soll der Smart-Meter-Rollout stärker in urbanen Gebäudestrukturen vorankommen. Mieter profitieren von transparenten Verbrauchsdaten und lokal erzeugtem Strom, ohne zusätzliche Messkosten.
2. Februar 2026
Digitale Blaupause für Vertriebsprozesse
Die Badenova hat ihr Geschäftsfeld »Energiewende@home« in den vergangenen Jahren digital weiterentwickelt. Dazu zählen Energiedienstleistungen wie Photovoltaik- und Heizungsangebote ebenso wie der Commodity-Vertrieb. Die dabei entstandenen Vertriebs- und Serviceprozesse wurden nun standardisiert und als Basis für übertragbare Prozessmodelle genutzt.
Der Cloud-Plattformanbieter Epilot hat die bei Badenova etablierten Abläufe als vorkonfigurierte End-to-End-Blueprints umgesetzt. Diese sollen anderen Energieversorgern ermöglichen, vergleichbare Geschäftsmodelle mit geringerem Implementierungsaufwand einzuführen. Die Einführung der Netzplattform ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Die standardisierten Prozesse bilden den gesamten Weg von der Kundenanfrage über Vertrieb und Projektmanagement bis zu Service und Wartung ab. Sie lassen sich in bestehende IT-Landschaften wie ERP-Systeme integrieren und an individuelle Anforderungen anpassen.
"Wir haben unser Vertriebsgeschäft konsequent digitalisiert und optimiert", so Badenova-Chef Hans-Martin Hellebrand. Die Weitergabe dieser Erfahrung an andere Versorger sei ein konsequenter Schritt. Parallel arbeiten Badenova und Epilot an Self-Service-Kunden- und Partnerportalen, die den Commodity- und Energiedienstleistungsvertrieb ganzheitlich abbilden sollen. Ziel ist eine einheitliche Kundensicht über verschiedene Leistungen hinweg.
Auch im Netzbereich stehen standardisierte digitale Prozesse im Fokus. So plant Badenova Netze mit der Netzplattform von Epilot etwa Netzanschlüsse, Anlagenanmeldungen und Installateurprozesse und Co. abzubilden. "Wir möchten perspektivisch vollständig automatisierte Servicestrecken für die Kunden aufbauen und skalierungsfähig anlegen", so Robin Grey, Geschäftsführer Badenova Netze.
2. Februar 2026
Arvato Systems startet neue Abrechnungsplattform
Der IT-Dienstleister Arvato Systems bringt mit "AEP.EnerS4" eine neue Abrechnungslösung für Energieversorger, Netz- und Messstellenbetreiber auf den Markt. Die Plattform basiert auf SAP S/4HANA Utilities und richtet sich an Unternehmen, die bis spätestens Ende 2027 vom bisherigen SAP-IS-U-System migrieren müssen.
Kern des Konzepts ist ein zentrales Mastersystem, das Standardisierung und Skaleneffekte ermöglichen soll, ohne die individuelle Ausgestaltung von Prozessen auszuschließen. Regulatorische Anforderungen, fachliche Weiterentwicklungen und Automatisierungen werden zentral umgesetzt und stehen allen Nutzern zur Verfügung. Gleichzeitig können Versorger spezifische Anforderungen kontrolliert abbilden, ohne eigene Template- oder Mandantenlösungen betreiben zu müssen.
Arvato Systems reagiert damit auf den zunehmenden Transformationsdruck in der Energiewirtschaft. Begrenzte Projektressourcen, steigende regulatorische Vorgaben und komplexe IT-Landschaften erschweren individuelle Migrationsprojekte. AEP.EnerS4 soll diese Komplexität reduzieren, Fachbereiche entlasten und den laufenden Betrieb stabilisieren.
Die Lösung wird als Cloud-Service angeboten und folgt der SAP-Strategie inklusive RISE-Ansatz. Neben der technischen Migration adressiert die Plattform auch fachliche Herausforderungen wie manuelle Prozesse, gewachsene Workarounds und Abhängigkeiten von Spezialwissen.
28. Januar 2026
Stadtwerke Eberbach wechseln von SAP auf Kraftwerk-Plattform
Die Stadtwerke Eberbach lösen ihr bisheriges SAP-System ab und migrieren auf die Plattform des Softwareanbieters Kraftwerk. Das kommunale Unternehmen aus Baden-Württemberg will damit künftig alle energiewirtschaftlichen Kernprozesse auf einer einheitlichen Systembasis abbilden. Der Produktivstart ist für Anfang 2027 geplant.
Der Entscheidung ging ein Auswahlverfahren unter Begleitung der Beratung Pro Energy Consult voraus. Ausschlaggebend war nach Angaben der Stadtwerke der Plattformansatz, der Abrechnung, Finanzwesen, Energiedatenmanagement, Marktkommunikation, Dokumentenmanagement und technische Anwendungen integriert. Die Lösung von Kraftwerk basiert auf Microsoft Dynamics 365 Business Central.
Mit dem Systemwechsel verfolgen die Stadtwerke Eberbach das Ziel, Schnittstellen zu reduzieren und die IT-Landschaft zu vereinfachen. Gleichzeitig soll ein zentraler Ansprechpartner für alle Marktrollen und Sparten etabliert werden. Die Migration betrifft sowohl den Vertrieb als auch den Netz- und Messstellenbetrieb.
Die Stadtwerke Eberbach versorgen rund 14.500 Einwohner mit Strom, Gas und Wärme und sind Teil eines kommunalen Verbunds mit weiteren Infrastrukturaufgaben in der Region.
28. Januar 2026
Stadtwerke Wolfhagen modernisieren Kundenmanagement
Die Stadtwerke Wolfhagen haben ihr Kundenmanagement gemeinsam mit Arvato Systems neu aufgestellt. Mit der CRM-Branchenlösung AEP.EnergySuite erhält der regionale Energieversorger eine durchgängige 360-Grad-Sicht auf seine Kunden und digitalisiert zentrale Serviceprozesse.
Ziel des Projekts war es, bislang verteilte Informationen aus E-Mails, Telefonkontakten und Fachsystemen in einer zentralen Anwendung zusammenzuführen. Gerade in Zeiten hohen Anfrageaufkommens fehlte zuvor eine durchgängige Nachverfolgung von Kundenanliegen. Mitarbeitende sollten kanal- und teamübergreifend auf vollständige Kunden- und Kommunikationsdaten zugreifen können.
Die Entscheidung fiel auf die AEP.EnergySuite von Arvato Systems, die auf Microsoft Dynamics 365 basiert und energiewirtschaftliche Anforderungen bereits im Standard abbildet. Bestandteil der Umsetzung war zudem eine standardisierte Schnittstelle zum ERP-System NTS.Suite von Wilken, über die ein automatisierter Datenaustausch realisiert wurde. Nach Datenmigration, Workshops und Schulungen ist das System seit Juli 2025 produktiv im Einsatz.
Nach Angaben der Stadtwerke Wolfhagen konnten Reaktionszeiten im Kundenservice verkürzt und Abläufe stärker standardisiert werden. Perspektivisch sind weitere Ausbaustufen geplant, darunter die Integration der Telefonie sowie zusätzliche Automatisierungen im Frontoffice. Arvato Systems sieht die Lösung auch als skalierbares Modell für weitere Stadtwerke und Energieversorger.
28. Januar 2026
Schleupen baut KI-gestützte Serviceprozesse aus
Die Schleupen SE weitet den Einsatz Künstlicher Intelligenz in ihrer Softwareplattform Schleupen.CS aus. Im Fokus steht zunächst das Kundenportal CS.IT, in dem KI-unterstützte Prozesse konkrete Aufgaben im Kundenservice übernehmen.
Kern der Erweiterung ist ein neu integrierter KI-Hub, der die datenschutzkonforme Anbindung unterschiedlicher Sprachmodelle ermöglicht, darunter OpenAI, Google Gemini, Mistral AI, Perplexity sowie lokale Large Language Models. Damit macht Schleupen KI erstmals direkt für Nutzerinnen und Nutzer der Plattform verfügbar. Bisher kamen entsprechende Technologien vor allem im eigenen Kundenservice des Unternehmens zum Einsatz.
Als erste Anwendung stellt Schleupen einen KI-basierten Web-Assistenten für das Online-Kundenportal CS.IT vor. Der Chatbot unterstützt Versorgungsunternehmen bei der Bearbeitung standardisierter Kundenanfragen, ist rund um die Uhr verfügbar und mehrsprachig nutzbar. Er greift dabei integriert auf Kunden-, Vertrags- und Zählerdaten zu. Nach Angaben des Unternehmens reduziert dies den manuellen Aufwand im Service und senkt Prozesskosten. Die Lösung wird als Software-as-a-Service angeboten.
Parallel dazu setzt Schleupen KI bereits intern ein. Im Kundenservice beantwortet der Sprachassistent MAIA Anfragen auf Basis der vorhandenen Dokumentationen. Zudem wurden Studien zum Einsatz von KI in der Qualitätssicherung der Softwareentwicklung abgeschlossen. Dabei prüft KI neue Funktionsbeschreibungen auf Konsistenz mit bestehenden Systemfunktionen. Eine Überführung dieser Ansätze in den Entwicklungsalltag ist geplant.
23. Januar 2026
Stadtwerke Ostmünsterland beteiligen sich an Smartoptimo
Die Stadtwerke Ostmünsterland sind dem Gesellschafterkreis von Smartoptimo beigetreten und stärken damit das Netzwerk des Dienstleisters für intelligentes Messwesen regional wie strategisch. Das kommunale Unternehmen versorgt mehrere Städte im Münsterland und bringt damit eine gesamte Region in die Zusammenarbeit ein.
Im Zuge des Gesellschafterbeitritts wurde bereits ein gemeinsames Projekt zur Gateway-Administration abgeschlossen. Die dabei gewonnenen technischen und organisatorischen Erfahrungen bilden die Grundlage für weitere Vorhaben im intelligenten Messwesen und bei der Digitalisierung der Energiewirtschaft.
Mit dem Einstieg sichern sich die Stadtwerke Ostmünsterland eine stärkere Einbindung in das Stadtwerke-Netzwerk von Smartoptimo. Ziel ist es, Synergien zu nutzen und effiziente Strukturen für einen sicheren und wirtschaftlichen Smart-Meter-Rollout zu schaffen. Gleichzeitig wächst der Gesellschafterkreis von Smartoptimo weiter und unterstreicht den Anspruch, die Energiewende auf kommunaler Ebene gemeinsam voranzubringen.
23. Januar 2026
Stadtwerke Velbert beteiligen sich an RKU IT
Die Stadtwerke Velbert sind dem Gesellschafterkreis der RKU IT beigetreten und vertiefen damit die bestehende Zusammenarbeit mit dem IT- und Prozessdienstleister. Ziel der Beteiligung ist es, die strategische Mitwirkung auszubauen und die langfristige Stabilität sowie Weiterentwicklung der gemeinsamen IT-Plattformen zu sichern.
RKU IT unterstützt Versorgungsunternehmen seit vielen Jahren beim Betrieb und bei der Weiterentwicklung ihrer digitalen Infrastruktur. Das kommunale Gesellschaftermodell setzt auf Standardisierung, Integration und Prozessqualität, um den steigenden regulatorischen und technologischen Anforderungen in der Energie- und Versorgungswirtschaft zu begegnen.
Mit dem Einstieg der Stadtwerke Velbert wächst der Gesellschafterkreis weiter. Die Beteiligung soll den Stadtwerken eine stärkere Einbindung in strategische Entscheidungen ermöglichen und zugleich zusätzliche Planungssicherheit schaffen. Beide Seiten wollen Synergien nutzen, Innovationen gezielt vorantreiben und die Leistungsfähigkeit der Organisation langfristig stärken.
9. Januar 2026
Liya Energy und Metrify kooperieren beim Smart Metering fürs Handwerk
Der Plattformanbieter Liya Energy und der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Metrify gehen eine strategische Partnerschaft ein. Ziel ist es, regionalen Handwerksbetrieben den einfachen und integrierten Zugang zu intelligenten Messsystemen zu ermöglichen. Im Rahmen der Kooperation wird der Messstellenbetrieb von Metrify direkt in die Liya-Plattform eingebunden. Handwerksbetriebe können Smart-Meter-Gateways damit digital bestellen und in ihre Projekte integrieren. Planung, Installation, Betrieb und Marktkommunikation werden zentral abgewickelt. Regulatorische und technische Anforderungen übernimmt Metrify.
Liya Energy adressiert damit eine zentrale Hürde im Handwerk. Intelligente Messsysteme sind Voraussetzung für steuerbare Anlagen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz, dynamische Tarife und netzdienliche Anwendungen. Gleichzeitig fehlt vielen Betrieben bislang der Zugang zu skalierbaren Prozessen. Metrify bringt seine Erfahrung im wettbewerblichen Messstellenbetrieb ein, einschließlich Installation, Betrieb und automatisierter Marktkommunikation. Die Integration ist standardisiert und auf Wachstum ausgelegt.
Die Partnerschaft soll schrittweise ausgebaut werden und richtet sich an Handwerksbetriebe, die moderne Energieprojekte effizient umsetzen wollen.
7. Januar 2026
BSI schaltet Portal für NIS-2-Registrierung frei
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat das neue Portal zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie freigeschaltet. Rund 29.500 Unternehmen und Einrichtungen der Bundesverwaltung müssen sich dort künftig als NIS-2-Einrichtungen registrieren und erhebliche IT-Sicherheitsvorfälle melden. Der Registrierungsprozess ist zweistufig aufgebaut: Voraussetzung ist zunächst die Anmeldung über „Mein Unternehmenskonto“, anschließend erfolgt die eigentliche Registrierung im neuen BSI-Portal. Dieses fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle NIS-2-Pflichten.
Über das Portal erhalten betroffene Organisationen Informationen zu ihren gesetzlichen Anforderungen, etwa zur Durchführung von Risikoanalysen und zur Dokumentation von Risikomanagementmaßnahmen. Zudem stellt das BSI dort aktuelle Lageberichte, IT-Sicherheitsmitteilungen sowie Hinweise zu Schwachstellen bereit. Sicherheitslücken können auch anonym gemeldet werden.
Das Portal basiert auf einer Cloud-Infrastruktur und soll schrittweise zu einer Informations- und Austauschplattform mit aktuellen Analysen ausgebaut werden. Ergänzend verweist das BSI auf Unterstützungsangebote wie die Allianz für Cyber-Sicherheit und die Unabhängige Partnerschaft Kritische Infrastrukturen. Für den Einstieg stellt das BSI ein NIS-2-Starterpaket sowie begleitende Webinare zur Verfügung.
19. November 2025
Vier neue Stadtwerke schließen sich TAP an
Die Abrechnungsplattform TAP gewinnt vier neue Partner: die Stadtwerke Altensteig, Freudenstadt, Tauberfranken und Wertheim. Damit zählt die TAP-Gemeinschaft nun 33 Energieversorger, die gemeinsam über 13 Millionen Zählpunkte abrechnen werden. Die Go-Lives der neuen Partner sind für September 2027 geplant.
TAP bildet künftig alle zentralen Prozesse der Marktrollen Lieferant, Netz- und Messstellenbetreiber ab – für Strom, Gas, Wärme, Wasser und Non-Commodity-Produkte. Die Plattform soll Prozesskosten senken, Entwicklungszeiten verkürzen und eine hohe Standardisierung sicherstellen.
Jan-Wilm Buschkamp, Geschäftsführer der TAP SG, sieht den Zuwachs als Beleg für Vertrauen und Zusammenarbeit: "Gerade so gut aufgestellte, regional verwurzelte Unternehmen machen unsere Plattform noch besser." Die ersten Go-Lives der Plattform sind ab Mitte 2026 geplant.
12. November 2025
Stadtwerke Bonn digitalisieren Vertriebsprozesse mit Midas Energy
Die Stadtwerke Bonn (SWB Energie und Wasser) haben die Softwarelösung Midas von Midas Energy in den operativen Betrieb überführt. Das System automatisiert die Vertriebsprozesse im Strom- und Gasgeschäft und sorgt für mehr Effizienz, Transparenz und Integration im Geschäftskundenbereich.
Nach dem Zuschlag im November 2024 wurde das Projekt innerhalb eines Jahres umgesetzt. Die cloudbasierte Plattform deckt den gesamten Vertragslebenszyklus ab – von der Angebotserstellung über das Vertrags- bis zum Portfoliomanagement – und verknüpft alle relevanten Daten in Echtzeit. "Wir verfügen nun über ein System, das sich nahtlos in unsere IT-Landschaft integriert und unsere täglichen Prozesse deutlich effizienter macht", sagt Reinhard Gaede, Leiter Geschäftskundenvertrieb bei den Stadtwerken Bonn.
Midas bietet Stadtwerken nach eigenen Angaben eine zentrale Plattform für schnelle, datenbasierte Entscheidungen als weiteren Schritt in Richtung automatisierter Energievertrieb.
3. November 2025
Neubrandenburger Stadtwerke entscheiden sich für Smartoptimo
Die Neubrandenburger Stadtwerke werden Gesellschafter von Smartoptimo. Parallel startet ein gemeinsames Migrationsprojekt für rund 500 Smart-Meter-Gateways. Ziel ist ein stabiler, skalierbarer Messstellenbetrieb und der zügige Rollout intelligenter Messsysteme.
Der erste Vor-Ort-Termin fand im März 2025 statt, der Projektstart Anfang Mai. Seitdem wurden das Abrechnungssystem der Neubrandenburger Stadtwerke und die Gateway-Administrations-Plattform von Smartoptimo ertüchtigt. Neu ist außerdem die Einbindung von Gateways des Herstellers Sagemcom Dr. Neuhaus. Die Konstellation soll als Vorlage für weitere Massenmigrationen dienen. "Wir lösen technische Herausforderungen pragmatisch und bringen die Massenmigration geordnet an den Start", sagt Projektleiter Edgar Herrscher.

Nach der Migration auf das passive EMT-System folgt die Anbindung und der Wechsel aufs aktive EMT. Ergänzend wird das Visualisierungsportal Smartvisio Basic eingeführt, um Netz- und Messdaten nutzerfreundlich bereitzustellen. Als Gesamtdienstleister verantwortet Smartoptimo die durchgängige Umsetzung von der technischen Vorbereitung über die Systemintegration bis in den Rollout-Betrieb. Geschäftsführer Fritz Wengeler bewertet den Gesellschafterbeitritt als Signal für mehr Kooperation und Skalierung im intelligenten Messwesen. Ziel sind klare Strukturen, effizientere Abläufe und Entlastung im Stadtwerk.
3. November 2025
450connect erweitert Freigabeliste für Smart-Meter-Gateways – drei Marktführer zertifiziert
Das Kölner Unternehmen 450connect hat seine Freigabeliste ("Whitelist") für den Einsatz von Smart-Meter-Gateways im 450-Megahertz-Funknetz erweitert. Neben dem Modell PPC LTE450 Smart Meter Gateway SMGW-V-2A-111-20 und dem Theben Smart Energy Conexa 3.0 ist nun auch das EMH Smart Meter Gateway Casa 1.1 LTE 450 Plus offiziell zugelassen. Damit stehen Netzbetreibern und Gateway-Administratoren drei marktführende Geräte für den sicheren und widerstandsfähigen Betrieb im 450-Megahertz-Netz zur Verfügung.
Nach Angaben des Unternehmens zählen bereits rund 80 Prozent der Gateway-Administratoren zu den Kunden von 450connect. Etwa 60 Prozent sind technisch einsatzbereit oder stehen kurz davor. Erste Rollouts mit 450-Megahertz als Standardlösung laufen bei mehreren Flächenversorgern, ergänzt durch größere Pilotprojekte. Mehr als 10.000 Smart-Meter-Gateways sind bereits im Betrieb.
Der Netzausbau für kritische Infrastrukturen schreitet demnach zügig voran: Die Abdeckung stieg von 34 Prozent Anfang 2025 auf derzeit rund 90 Prozent. Damit wird eine Grundlage für den flächendeckenden, sicheren Rollout intelligenter Messsysteme geschaffen. Das 450-Megahertz-Netz versorgt sowohl ländliche Regionen als auch Ballungsräume. Als dediziertes Netz der kritischen Infrastrukturen bietet es eine besonders stabile Anbindung von Smart-Meter-Gateways und steuerbaren Verbrauchseinrichtungen. Durch seinen langen Technologiezyklus gilt es als zukunfts- und investitionssicher – auch für Anlagen, die im Falle eines Stromausfalls weiter funktionsfähig bleiben müssen.
31. Oktober 2025
Hausheld, Solandeo, GreenPocket und Mako365 bündeln Kräfte für den Smart-Meter-Rollout
Vier spezialisierte Unternehmen schließen sich unter dem Dach der Hausheld AG zusammen, um den Smart-Meter-Rollout in Deutschland zu beschleunigen. Ziel der neuen Gruppe ist es, durch klare Rollen, offene Schnittstellen und gebündelte Expertise die komplexen Abläufe im Messwesen zu vereinfachen.

Hausheld übernimmt die Koordination und bietet Stadtwerken und Energieversorgern den Rollout auf Wunsch als Generalunternehmer an. Solandeo verantwortet als wettbewerblicher Messstellenbetreiber den operativen Betrieb. Greenpocket liefert Portale und Visualisierungslösungen für End- und Geschäftskunden, während Mako365 die Marktkommunikation automatisiert und Stadtwerke bei der Prozessabwicklung unterstützt.
"Wir bringen Fertigung, Montage, Gateway-Management, Steuerung und Marktkommunikation zusammen – und schaffen so die technische Basis für einen reibungslosen Rollout", erklärt Hausheld-Vorstand Bouke Stoffelsma. Die rund 250 Smart-Meter-Expertinnen und -Experten der Gruppe sollen künftig ein integriertes Lösungsangebot aus einer Hand bieten.
Mit dem Zusammenschluss reagieren die Partner auf steigende regulatorische Anforderungen und den Bedarf an stabilen, interoperablen Technologien. Durch den gemeinsamen Technologiebaukasten sollen Stadtwerke und Energieversorger den Rollout flexibler, wirtschaftlicher und massenmarkttauglicher gestalten können.
30. Oktober 2025
Tibber und Inexogy beschleunigen Smart-Meter-Rollout – kostenlose Installation für E-Auto-Kunden
Ökostromanbieter Tibber will den schleppenden Smart-Meter-Rollout in Deutschland selbst vorantreiben und arbeitet dazu mit dem wettbewerblichen Messstellenbetreiber Inexogy zusammen. Ziel ist es, Haushalte schneller mit intelligenten Stromzählern auszustatten und so den Zugang zu dynamischen Stromtarifen zu erleichtern.
Laut der Bundesnetzagentur verfügen derzeit nur rund drei Prozent der deutschen Haushalte über ein intelligentes Messsystem, im Pflichtsegment sind es 16,4 Prozent. Tibber übernimmt daher die Initiative und lässt alle Bestands- und Neukundinnen und -kunden mit Elektroauto kostenlos einen Smart Meter installieren. Der Einbau erfolgt durch Inexogy, die sich auf Smart-Meter-Rollouts spezialisiert hat. Für Haushalte mit Photovoltaikanlage oder Speicher kostet der Zähler 30 Euro, für alle anderen 60 Euro.
"Haushalte mit E-Auto, PV-Anlage oder Batterie können besonders von den schwankenden Strompreisen profitieren", sagt Tibber-Deutschlandchef Merlin Lauenburg. "Leider ist der Rollout vielerorts zu langsam – deshalb beschleunigen wir ihn jetzt selbst." Inexogy-Geschäftsführer Thorsten Klein betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: "Als unabhängiger Anbieter intelligenter Messsysteme können wir Projekte wie das von Tibber effizient umsetzen und so die Digitalisierung im Energiemarkt voranbringen."
30. Oktober 2025
Lichtblick und Metrify kooperieren beim Smart Metering
Der Ökoenergieanbieter Lichtblick hat sein Smart-Meter-Portfolio erweitert und arbeitet künftig mit dem Messstellenbetreiber Metrify Smart Metering zusammen. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden den Zugang zu modernen Smart-Meter-Lösungen zu erleichtern und damit die Basis für intelligente Steuerung und innovative Energieprodukte zu schaffen.
Lichtblick ist seit vier Jahren selbst als wettbewerblicher Messstellenbetreiber aktiv und will durch die Kooperation mit Metrify den Smart-Meter-Rollout deutlich beschleunigen. Die Partnerschaft soll intelligente Messsysteme schneller und effizienter in bestehende Energielösungen integrieren – etwa in dynamische Stromtarife, Ladeinfrastrukturen für E-Autos, Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen. "Mit der Prozesskompetenz von Metrify erweitern wir unser Smart-Meter-Angebot um einen starken Partner", sagt Alexander Vogt, Head of Metering Services bei Lichtblick. "Gemeinsam können wir unsere Energiewendelösungen künftig noch schneller und mit höherer Kundenzufriedenheit anbieten."
Mit über 60.000 installierten Smart Metern ist Metrify nach eigenen Angaben Deutschlands größter wettbewerblicher Messstellenbetreiber. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette von der Installation bis zum Betrieb ab und unterstützt Energieanbieter bei der Digitalisierung ihrer Kundenlösungen.
27. Oktober 2025
Allgäu-Netz startet Smart-Meter-Rollout mit Hausheld
Die Allgäu-Netz GmbH & Co. KG hat mit der Hausheld AG eine strategische Kooperation zum flächendeckenden Einbau intelligenter Messsysteme geschlossen. Gemeinsam wollen die Partner rund 140.000 Stromzähler im Netzgebiet modernisieren und damit die Basis für ein digitales Energiemanagement im Allgäu schaffen.

Mit dem Projekt "Smart Meter Rollout" reagieren die Partner auf die steigende Zahl von Wärmepumpen, PV-Anlagen und Ladepunkten, die höhere Anforderungen an Netzstabilität und Transparenz stellen. Die Hausheld-Lösung soll den Rollout beschleunigen und die Wartezeiten für Kundinnen und Kunden verkürzen. "Die digitalen Lösungen von Hausheld ermöglichen, den Smart-Meter-Rollout schnell, wirtschaftlich und zuverlässig umzusetzen", erklärt Volker Wiegand, Geschäftsführer von Allgäu-Netz. Der Umbau erfolgt sukzessive bis Anfang 2029 und umfasst auch den Aufbau der notwendigen Funkinfrastruktur in ländlichen Regionen. Auf einer Projektwebsite will Allgäu-Netz den Fortschritt und die Einbaugebiete transparent darstellen.
Mit der Kooperation wollen beide Partner die Grundlage für mehr Netztransparenz, eine sichere Stromversorgung und digitale Verbrauchsübersicht für Haushalte im Allgäu schaffen.
27. Oktober 2025
Schleupen kooperiert mit BTC beim CLS-Management
Die Schleupen SE hat eine Partnerschaft mit der BTC AG geschlossen, um ihre Plattform für das Steuern und Schalten im Niederspannungsnetz zu erweitern. Durch die Integration des BTC | AMM Control Managers in die bestehende Smart-Meter-Gateway-Administration (SMGWA) steigert Schleupen Effizienz und Leistung im CLS-Management.
Schleupen geht mit Blick auf den kommenden Rollout steuerbarer Anlagen nach § 14a EnWG davon aus, dass der Bedarf an sicheren Steuerlösungen im Niederspannungsnetz zunehmen wird. Der AMM Control Manager ermöglicht das Messen, Überwachen und Schalten dezentraler Anlagen über Smart-Meter-Gateways und Steuerboxen – unabhängig vom Hersteller. Schalthandlungen können sowohl automatisiert aus dem Netzleitsystem als auch manuell über das BTC-Cockpit ausgeführt werden. "Mit der Kooperation bringen wir unsere Kunden einen Schritt näher an das Smart Grid", sagt Volker Kruschinski, Vorstandsvorsitzender der Schleupen SE. "BTC | AMM Control Manager erfüllt die regulatorischen Anforderungen an steuerbare Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen und ergänzt unsere Plattform Schleupen.CS, die bereits dynamische Netzentgelte verarbeiten kann."
Schleupen und BTC wollen damit die Voraussetzungen schaffen, um künftig mehr Flexibilität, Netzstabilität und Automatisierung in der Energiewirtschaft zu ermöglichen.
24. Oktober 2025
Civitas Connect gewinnt Open-Source-Preis auf der Smart Country Convention
Die Civitas/Core-Community von Civitas Connect ist auf der Smart Country Convention 2025 in der Kategorie "Strategische Transformationssysteme" ausgezeichnet worden. Der bundesweite Zusammenschluss von Kommunen, Stadtwerken und kommunalen Unternehmen erhielt den Preis für seine konsequent offene und gemeinschaftlich entwickelte Datenplattform, die Kommunen mehr digitale Souveränität ermöglicht.
Der Wettbewerb würdigte Projekte, die Transparenz, technische Unabhängigkeit und Wiederverwendbarkeit in der Verwaltung fördern. Aus 42 Einreichungen wurden neun Finalisten ausgewählt. Civitas Connect überzeugte die Jury durch einen ganzheitlichen Ansatz, der Kommunen volle Kontrolle über ihre Daten und Software gewährt und zugleich auf nachhaltige Governance- und Finanzierungsstrukturen setzt.
"Besonders stolz sind wir auf die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen Modellprojekten Smart Cities, die diesen Erfolg möglich gemacht haben", sagte Ralf Leufkes, Geschäftsführer von Civitas Connect. Mit dem Projekt Civitas/Core zeigt der Verein, wie Open-Source-Lösungen die Grundlage für digitale Souveränität, Nachnutzung und Kooperation schaffen können.
24. Oktober 2025
Edna startet Projektgruppe für API-Webdienste
Der Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation (Edna) hat eine neue Projektgruppe gegründet, die sich mit der Einführung und Standardisierung von API-Webdiensten für die elektronische Marktkommunikation befasst. Hintergrund ist eine Vorgabe der Beschlusskammer 6 der Bundesnetzagentur, nach der API-Webdienste künftig nicht nur für neue, sondern auch für bestehende Marktprozesse eingesetzt werden können. Ziel ist einheitliche Schnittstellenbeschreibungen und verbindliche Regeln für Nutzung und Veröffentlichung.

Die neue Projektgruppe, hervorgegangen aus der bisherigen PG LFW24, vereint bereits über 60 Fachleute aus 25 Unternehmen. "Mit dem geplanten MaBiS-Hub werden API-Webdienste erstmals in Massenprozessen eingesetzt. Grund genug, dass wir uns als Edna hier aktiv einbringen", sagen Thomas Elbe und Christian Berg von der Kraftwerk Software Gruppe, die die Projektgruppe leiten.
Der Verband versteht sich als zentrale Plattform für IT-Lieferanten und Anwender in der Energiewirtschaft. Schon bei der Einführung der AS4-Kommunikation und des 24-Stunden-Lieferantenwechsels habe die enge Kooperation zwischen Wettbewerbern zu stabilen Marktprozessen beigetragen. Die Arbeit der neuen Projektgruppe basiert auf der Mitteilung Nr. 53 der Bundesnetzagentur zu Datenformaten und API-Webdiensten. Behandelt werden unter anderem Anfragen und Stornierungen von Messwerten, Netznutzungsverträgen und Kommunikationsdatenblättern – alles zentrale Bausteine für den künftigen digitalen Datenaustausch im Energiemarkt.
24. Oktober 2025
Spine integriert Smart Meter Gateways von EMH Metering
Die Spine GmbH hat ihr Netzwerkmanagement-System (NMS) um die Smart Meter Gateways von EMH Metering erweitert. Damit ist ein weiterer führender Hersteller auf der Plattform von Spine vertreten. Zuletzt hatte das Unternehmen eine Kooperation mit EFR vermeldet. Über das standardisierte Lightweight-M2M-Protokoll können die LTE-Modems der Gateways nun in Echtzeit Kommunikations- und Netzdaten liefern.
Das NMS von Spine visualisiert Signalstärken, Mobilfunkqualität und weitere WAN-Parameter und bietet Messstellenbetreibern damit mehr Transparenz im Rollout. Fehler lassen sich schneller erkennen, Zweitanfahrten vermeiden und Installationen effizienter gestalten. "Mit EMH Metering als Partner gehen wir einen weiteren Schritt hin zu einem echten Multi-Vendor-Management. Messstellenbetreiber können künftig Gateways verschiedener Hersteller zentral überwachen und analysieren", sagt Martin Stötzel, Chief Product Officer bei Spine.
Die Integration wurde in den vergangenen Monaten entwickelt, getestet und validiert. Ab sofort sind die Gateways mit aktivierter NMS-Funktionalität erhältlich. "Die Anbindung an das Spine-System schafft Mehrwert für unsere Kunden, verbessert die Installationsprozesse und erhöht die Betriebssicherheit", betont René Giebel, Produktmanager bei EMH Metering.
Mehr zu Spine lesen Sie hier: "Das Teuerste am Rollout ist die Zweitanfahrt – und genau die vermeiden wir"
22. Oktober 2025
Green-Pocket und Hausheld kooperieren beim Smart-Meter-Rollout
Die Green-Pocket GmbH und die Hausheld AG bündeln ihre Kompetenzen, um den Rollout intelligenter Messsysteme zu beschleunigen. Die Kooperation verbindet Green-Pockets Software- und Design-Expertise in der Visualisierung von Energiedaten mit der Rollout-Erfahrung von Hausheld. Gemeinsam wollen beide Unternehmen Stadtwerken eine durchgängige und wirtschaftlich tragfähige Lösung bieten.
Kern der Partnerschaft ist die Integration der Green-Pocket-Software in die Hausheld-Infrastruktur. Über das Energie-Cockpit werden Energie- und Verbrauchsdaten aus Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserzählern automatisiert erfasst, analysiert und in intuitiven Dashboards dargestellt. Der Projektstart ist für Januar 2026 vorgesehen. In einer ersten Phase sollen mehr als 100.000 Messstellen angebunden werden, langfristig soll die Zahl auf mindestens 500.000 steigen.
"Greenpocket ist für uns der Marktstandard in der Darstellung und Analyse von Stromverbräuchen", sagt Bouke Stoffelsma, Vorstand der Hausheld AG. Green-Pocket-Geschäftsführer Thomas Goette ergänzt: "Hausheld ermöglicht Stadtwerken einen kosteneffizienten Vollrollout. Diese Vision teilen wir und freuen uns, sie gemeinsam umzusetzen." Mit der Kooperation reagieren die Unternehmen nach eigenen Angaben auf die wachsende Nachfrage nach leistungsfähiger Energiemanagement-Software – besonders in der Wohnungswirtschaft und im Gebäudemanagement.
22. Oktober 2025
Metrify startet Smart-Meter-Angebot für Privathaushalte
Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Metrify öffnet sich für den Privatkundenmarkt. Von sofort an können Haushalte in ganz Deutschland intelligente Messsysteme direkt über die Plattform des Unternehmens bestellen und innerhalb von rund sechs Wochen installieren lassen – ohne zusätzliche Installationskosten, heißt es in der Pressemitteilung dazu.

Mit dem neuen Angebot will Metrify, eine Tochter des Solaranbieters Enpal, den Smart-Meter-Rollout beschleunigen und zugleich Verbraucherinnen und Verbrauchern den Zugang zu digitaler Messtechnik erleichtern. Die Installation und der Betrieb der Geräte erfolgen vollständig durch Metrify. Statt einer einmaligen Gebühr erhebt das Unternehmen lediglich laufende Entgelte, die unterhalb der gesetzlichen Preisobergrenzen liegen.
Die intelligenten Messsysteme ermöglichen den Zugang zu dynamischen Stromtarifen und schaffen Transparenz über den eigenen Energieverbrauch. "Wir zeigen, dass Smart Meter effizient, verbraucherfreundlich und kostengünstig sein können", so Wim Drozak, Geschäftsführer von Metrify.
Bisher konzentrierte sich Metrify vor allem auf Geschäftskunden aus den Bereichen Solar, Wärmepumpe und Mobilität sowie auf Messstellenbetreiber. Mit dem Einstieg ins Privatkundengeschäft reagiert das Unternehmen auf die hohe Nachfrage von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die nicht länger auf den Einbau durch den lokalen Netzbetreiber warten wollen.
22. Oktober 2025
Amprion, Tennet und RWE starten Pilotprojekt für kurativen Redispatch
Die Übertragungsnetzbetreiber Amprion und Tennet sowie der Energieversorger RWE erproben gemeinsam ein neues Verfahren im Engpassmanagement. Ziel des Pilotprojekts "KuPilot" ist es, Netzkapazitäten besser auszuschöpfen, schneller auf Überlastungen zu reagieren und Kosten im Redispatch zu senken – bei gleichbleibend sicherer Stromversorgung.
Das Verfahren basiert auf einem kurativen Ansatz: Redispatch-Maßnahmen werden vorbereitet, aber erst dann automatisiert ausgelöst, wenn tatsächlich eine Überlastung auftritt. Innerhalb von maximal fünf Minuten greifen die Gegenmaßnahmen, während thermische Reserven der Leitungen kurzzeitig genutzt werden. So lassen sich präventive Eingriffe reduzieren und die Effizienz im Netzbetrieb steigern, heißt es in der Pressemitteilung dazu.
Nach erfolgreichen Feldtests im Oktober startet nun ein einjähriger Pilotbetrieb in der Region Emsland. Eingesetzt werden unter anderem das Pumpspeicherkraftwerk Vianden und Offshore-Windparks am Netzverknüpfungspunkt Diele. Die Steuerung erfolgt vollautomatisch und in Echtzeit – ein Novum im Redispatch mit marktintegrierten Anlagen.
Die konzeptionellen Grundlagen stammen aus dem Forschungsprojekt InnoSys 2030, das auf eine effizientere Nutzung bestehender Netze zielt. Perspektivisch könnte der kurative Redispatch auf weitere Regionen und Anlagen – etwa Batteriespeicher oder Phasenschiebertransformatoren – ausgeweitet werden.
17. Oktober 2025
Update zu Rollout in Grafiken
Redaktioneller Hinweis: Nach Veröffentlichung des Beitrags haben einige wettbewerbliche Messstellenbetreiber ihre Angaben zu den installierten intelligenten Messsystemen präzisiert. Die Zahlen wurden entsprechend angepasst. Hier geht es zum Beitrag: Quoten, Hürden und Konnektivität: Die Rollout-Realität in Grafiken
17. Oktober 2025
Smart-Meter-Rollout: Was bremst – und was hilft
Der Rollout intelligenter Messsysteme, kurz iMSys oder "Smart Meter", ist zentral für die Digitalisierung der Energiewende. Doch die Umsetzung stockt – vor allem wegen technischer Hürden, mangelnder Koordination und begrenzter Ressourcen bei Messstellenbetreibern (MSB). Eine aktuelle Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) und des Forschungszentrums Informatik (FZI) hat untersucht, was den Rollout bremst und welche Hebel ihn beschleunigen können.
Die größten Bremsfaktoren:
- Technische und infrastrukturelle Engpässe: Fehlende Kommunikationsabdeckung – etwa in Kellern mit schwachem Mobilfunksignal – verzögert die Installation. Auch der Mangel an Fachkräften und Komponenten erschwert Tempo und Qualität des Rollouts.
- Hohe Einbaukosten und unklare Wirtschaftlichkeit: Verbraucherinnen und Verbraucher sind zwar grundsätzlich offen für Smart Meter, doch Installationspreise über 800 Euro schrecken ab. Ohne erkennbaren finanziellen Vorteil, etwa durch dynamische Tarife, sinkt die Einbaubereitschaft deutlich.
- Komplexe Prozesse: Beantragung, Installation und Nutzung gelten vielen Kunden als zu aufwendig. Fehlende Plug-and-Play-Lösungen hemmen die Akzeptanz.
- Regulatorische Unsicherheiten: Pflichteinbaufälle nach § 29 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) oder § 42b EnWG sind teils schwer planbar, insbesondere bei der Kombination von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und PV-Anlagen.
Was den Rollout beschleunigen kann:
- Einfachere Nutzung und Kommunikation: Je verständlicher der Nutzen und je leichter die Bedienung, desto höher die Akzeptanz. Transparente Information über Datenschutz und Vorteile dynamischer Tarife kann Skepsis abbauen.
- Kostendeckelung für Wunschinstallationen: Eine moderate Preisobergrenze (etwa 30 Euro jährlich/100 Euro einmalig) für freiwillige Einbauten würde Hürden senken und neue Geschäftsmodelle fördern.
- Technische Standards und Interoperabilität: Offene Schnittstellen und standardisierte Plug-and-Play-Systeme ermöglichen eine reibungslose Integration in Energiemanagementsysteme.
- Verzahnung mit neuen Verbrauchs- und Erzeugungsanlagen: Wärmepumpen, Ladepunkte und PV-Anlagen über 7 Kilowatt (kW) werden zu zentralen Treibern des Rollouts – ihr Zubau sollte in die Rollout-Planung integriert werden.
- Bessere Infrastruktur und Qualifizierung: Der Ausbau von Mobilfunk, Glasfaser und Powerline-Kommunikation sowie die Ausbildung spezialisierter Fachkräfte sind Grundvoraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz.
Das Fazit der Studie: Smart Meter gelten in der Bevölkerung nicht als Risiko, sondern als nützlich – wenn Kosten, Nutzen und Bedienbarkeit stimmen. Für MSB, Netzbetreiber und Stadtwerke bedeutet das: weniger Technikfokus, mehr Kundenzentrierung. Nur durch Kooperation von Branche, Regulierung und Anbietern lässt sich der Rollout effizient gestalten und gewinnbringend für die Energiewende nutzen.
13. Oktober 2025
Interesse an intelligenten Stromzählern wächst deutlich
Immer mehr Menschen in Deutschland interessieren sich für Smart Meter. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage können sich inzwischen 75 Prozent vorstellen, einen intelligenten Stromzähler zu nutzen – 2022 waren es noch 57 Prozent, 2020 erst 36 Prozent. Nur 23 Prozent lehnen die Technologie ab.
Smart Meter bestehen aus einem digitalen Stromzähler und einem sogenannten Gateway. Sie zeigen den Energieverbrauch in Echtzeit und ermöglichen es, Strom effizienter zu nutzen und Kosten zu sparen. 76 Prozent der Befragten wünschen sich, ihren Verbrauch so einfach nachvollziehen zu können wie den Datenverbrauch auf dem Smartphone oder den Spritverbrauch im Auto.
"Smart Meter sind ein zentraler Baustein der Energiewende. Sie schaffen Transparenz und helfen, Energie effizienter einzusetzen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Neben der besseren Verbrauchskontrolle ermöglichen Smart Meter auch flexible Stromtarife, etwa zum günstigen Laden von E-Autos oder beim Betrieb von Wärmepumpen.
Zudem unterstützen die Geräte die Integration erneuerbarer Energien ins Netz: Sie vernetzen Haushalte und Netzbetreiber und helfen, Lastspitzen auszugleichen. Laut Umfrage finden 70 Prozent der Befragten, die Energiewende gehe zu langsam voran.
Trotz des wachsenden Interesses bestehen Sicherheitsbedenken: 81 Prozent sorgen sich vor Hackerangriffen auf Energienetze. Rohleder betont jedoch, dass Smart-Meter-Systeme zu den am strengsten geschützten digitalen Infrastrukturen in Deutschland zählen. Alle Komponenten seien zertifiziert, die Daten verschlüsselt und die Systeme unterlägen strengen Datenschutzvorgaben.
Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research unter 1003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, durchgeführt zwischen Kalenderwoche (KW) 33 und KW 38 im Jahr 2025.
6. Oktober 2025
Strategische Partnerschaft für schnelleren Smart-Meter-Rollout
Die Mako365 GmbH und die Hausheld AG arbeiten künftig strategisch zusammen, um den Rollout intelligenter Messsysteme in Deutschland zu beschleunigen. Gemeinsam bilden die Unternehmen nun die gesamte Wertschöpfungskette im Smart Metering ab – von der Hardware über Softwarelösungen bis hin zur operativen Prozessbearbeitung.
Mako365 bringt seine Erfahrung in Marktkommunikation und Energiedatenmanagement ein. Mit der Plattform Mako-Flow bietet das Unternehmen eine modulare Lösung für Messstellenbetreiber und Energieserviceanbieter. Hausheld ergänzt das Portfolio mit umfassender Rollout-Kompetenz: Das Unternehmen realisiert Voll-Rollouts, übernimmt das Datenmanagement über Metering-as-a-Service und stellt Endkunden eine eigene App zur Verfügung.
"Wir kombinieren unsere Expertise, um unseren Kunden ein größeres Portfolio zu bieten und das Smart Metering in Deutschland weiter voranzubringen", sagt Joachim Lang, Geschäftsführer von Mako365. Hausheld-Vorstand Bouke Stoffelsma betont: "Durch die Integration der gesamten Smart-Metering-Kette schaffen wir eine durchgängige Lösung, die Stadtwerken und anderen Marktakteuren echte Synergien bietet."
Die Partnerschaft soll den flächendeckenden Rollout intelligenter Messsysteme vereinfachen und standardisierte Prozesse für Stadtwerke und Messstellenbetreiber schaffen.



