Bild: KI-generiert, © mimi/AdobeStock

Ob ERP-Transformation, Smart-Meter-Rollout, KI-Einsatz oder Plattformstrategien – der Digitalisierungs-Ticker der ZfK bündelt kompakt die relevanten Digitalisierungsentwicklungen in der Energiebranche. Wir berichten hier über neue Projekte, technische Meilensteine, Partnerschaften und regulatorische Weichenstellungen. Der Fokus liegt auf praxisnahen Lösungen, die zeigen, wie Stadtwerke, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber die digitale Transformation konkret umsetzen können.

28. Januar 2026

Stadtwerke Eberbach wechseln von SAP auf Kraftwerk-Plattform

Die Stadtwerke Eberbach lösen ihr bisheriges SAP-System ab und migrieren auf die Plattform des Softwareanbieters Kraftwerk. Das kommunale Unternehmen aus Baden-Württemberg will damit künftig alle energiewirtschaftlichen Kernprozesse auf einer einheitlichen Systembasis abbilden. Der Produktivstart ist für Anfang 2027 geplant.

Der Entscheidung ging ein Auswahlverfahren unter Begleitung der Beratung Pro Energy Consult voraus. Ausschlaggebend war nach Angaben der Stadtwerke der Plattformansatz, der Abrechnung, Finanzwesen, Energiedatenmanagement, Marktkommunikation, Dokumentenmanagement und technische Anwendungen integriert. Die Lösung von Kraftwerk basiert auf Microsoft Dynamics 365 Business Central.

Mit dem Systemwechsel verfolgen die Stadtwerke Eberbach das Ziel, Schnittstellen zu reduzieren und die IT-Landschaft zu vereinfachen. Gleichzeitig soll ein zentraler Ansprechpartner für alle Marktrollen und Sparten etabliert werden. Die Migration betrifft sowohl den Vertrieb als auch den Netz- und Messstellenbetrieb.

Die Stadtwerke Eberbach versorgen rund 14.500 Einwohner mit Strom, Gas und Wärme und sind Teil eines kommunalen Verbunds mit weiteren Infrastrukturaufgaben in der Region.


28. Januar 2026

Stadtwerke Wolfhagen modernisieren Kundenmanagement

Die Stadtwerke Wolfhagen haben ihr Kundenmanagement gemeinsam mit Arvato Systems neu aufgestellt. Mit der CRM-Branchenlösung AEP.EnergySuite erhält der regionale Energieversorger eine durchgängige 360-Grad-Sicht auf seine Kunden und digitalisiert zentrale Serviceprozesse.

Ziel des Projekts war es, bislang verteilte Informationen aus E-Mails, Telefonkontakten und Fachsystemen in einer zentralen Anwendung zusammenzuführen. Gerade in Zeiten hohen Anfrageaufkommens fehlte zuvor eine durchgängige Nachverfolgung von Kundenanliegen. Mitarbeitende sollten kanal- und teamübergreifend auf vollständige Kunden- und Kommunikationsdaten zugreifen können.

Die Entscheidung fiel auf die AEP.EnergySuite von Arvato Systems, die auf Microsoft Dynamics 365 basiert und energiewirtschaftliche Anforderungen bereits im Standard abbildet. Bestandteil der Umsetzung war zudem eine standardisierte Schnittstelle zum ERP-System NTS.Suite von Wilken, über die ein automatisierter Datenaustausch realisiert wurde. Nach Datenmigration, Workshops und Schulungen ist das System seit Juli 2025 produktiv im Einsatz.

Nach Angaben der Stadtwerke Wolfhagen konnten Reaktionszeiten im Kundenservice verkürzt und Abläufe stärker standardisiert werden. Perspektivisch sind weitere Ausbaustufen geplant, darunter die Integration der Telefonie sowie zusätzliche Automatisierungen im Frontoffice. Arvato Systems sieht die Lösung auch als skalierbares Modell für weitere Stadtwerke und Energieversorger.


28. Januar 2026

Schleupen baut KI-gestützte Serviceprozesse aus

Die Schleupen SE weitet den Einsatz Künstlicher Intelligenz in ihrer Softwareplattform Schleupen.CS aus. Im Fokus steht zunächst das Kundenportal CS.IT, in dem KI-unterstützte Prozesse konkrete Aufgaben im Kundenservice übernehmen.

Kern der Erweiterung ist ein neu integrierter KI-Hub, der die datenschutzkonforme Anbindung unterschiedlicher Sprachmodelle ermöglicht, darunter OpenAI, Google Gemini, Mistral AI, Perplexity sowie lokale Large Language Models. Damit macht Schleupen KI erstmals direkt für Nutzerinnen und Nutzer der Plattform verfügbar. Bisher kamen entsprechende Technologien vor allem im eigenen Kundenservice des Unternehmens zum Einsatz.

Als erste Anwendung stellt Schleupen einen KI-basierten Web-Assistenten für das Online-Kundenportal CS.IT vor. Der Chatbot unterstützt Versorgungsunternehmen bei der Bearbeitung standardisierter Kundenanfragen, ist rund um die Uhr verfügbar und mehrsprachig nutzbar. Er greift dabei integriert auf Kunden-, Vertrags- und Zählerdaten zu. Nach Angaben des Unternehmens reduziert dies den manuellen Aufwand im Service und senkt Prozesskosten. Die Lösung wird als Software-as-a-Service angeboten.

Parallel dazu setzt Schleupen KI bereits intern ein. Im Kundenservice beantwortet der Sprachassistent MAIA Anfragen auf Basis der vorhandenen Dokumentationen. Zudem wurden Studien zum Einsatz von KI in der Qualitätssicherung der Softwareentwicklung abgeschlossen. Dabei prüft KI neue Funktionsbeschreibungen auf Konsistenz mit bestehenden Systemfunktionen. Eine Überführung dieser Ansätze in den Entwicklungsalltag ist geplant.


23. Januar 2026

Stadtwerke Ostmünsterland beteiligen sich an Smartoptimo

Die Stadtwerke Ostmünsterland sind dem Gesellschafterkreis von Smartoptimo beigetreten und stärken damit das Netzwerk des Dienstleisters für intelligentes Messwesen regional wie strategisch. Das kommunale Unternehmen versorgt mehrere Städte im Münsterland und bringt damit eine gesamte Region in die Zusammenarbeit ein.

Im Zuge des Gesellschafterbeitritts wurde bereits ein gemeinsames Projekt zur Gateway-Administration abgeschlossen. Die dabei gewonnenen technischen und organisatorischen Erfahrungen bilden die Grundlage für weitere Vorhaben im intelligenten Messwesen und bei der Digitalisierung der Energiewirtschaft.

Mit dem Einstieg sichern sich die Stadtwerke Ostmünsterland eine stärkere Einbindung in das Stadtwerke-Netzwerk von Smartoptimo. Ziel ist es, Synergien zu nutzen und effiziente Strukturen für einen sicheren und wirtschaftlichen Smart-Meter-Rollout zu schaffen. Gleichzeitig wächst der Gesellschafterkreis von Smartoptimo weiter und unterstreicht den Anspruch, die Energiewende auf kommunaler Ebene gemeinsam voranzubringen.


23. Januar 2026

Stadtwerke Velbert beteiligen sich an RKU IT

Die Stadtwerke Velbert sind dem Gesellschafterkreis der RKU IT beigetreten und vertiefen damit die bestehende Zusammenarbeit mit dem IT- und Prozessdienstleister. Ziel der Beteiligung ist es, die strategische Mitwirkung auszubauen und die langfristige Stabilität sowie Weiterentwicklung der gemeinsamen IT-Plattformen zu sichern.

RKU IT unterstützt Versorgungsunternehmen seit vielen Jahren beim Betrieb und bei der Weiterentwicklung ihrer digitalen Infrastruktur. Das kommunale Gesellschaftermodell setzt auf Standardisierung, Integration und Prozessqualität, um den steigenden regulatorischen und technologischen Anforderungen in der Energie- und Versorgungswirtschaft zu begegnen.

Mit dem Einstieg der Stadtwerke Velbert wächst der Gesellschafterkreis weiter. Die Beteiligung soll den Stadtwerken eine stärkere Einbindung in strategische Entscheidungen ermöglichen und zugleich zusätzliche Planungssicherheit schaffen. Beide Seiten wollen Synergien nutzen, Innovationen gezielt vorantreiben und die Leistungsfähigkeit der Organisation langfristig stärken.


9. Januar 2026

Liya Energy und Metrify kooperieren beim Smart Metering fürs Handwerk

Der Plattformanbieter Liya Energy und der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Metrify gehen eine strategische Partnerschaft ein. Ziel ist es, regionalen Handwerksbetrieben den einfachen und integrierten Zugang zu intelligenten Messsystemen zu ermöglichen. Im Rahmen der Kooperation wird der Messstellenbetrieb von Metrify direkt in die Liya-Plattform eingebunden. Handwerksbetriebe können Smart-Meter-Gateways damit digital bestellen und in ihre Projekte integrieren. Planung, Installation, Betrieb und Marktkommunikation werden zentral abgewickelt. Regulatorische und technische Anforderungen übernimmt Metrify.

Liya Energy adressiert damit eine zentrale Hürde im Handwerk. Intelligente Messsysteme sind Voraussetzung für steuerbare Anlagen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz, dynamische Tarife und netzdienliche Anwendungen. Gleichzeitig fehlt vielen Betrieben bislang der Zugang zu skalierbaren Prozessen. Metrify bringt seine Erfahrung im wettbewerblichen Messstellenbetrieb ein, einschließlich Installation, Betrieb und automatisierter Marktkommunikation. Die Integration ist standardisiert und auf Wachstum ausgelegt.

Die Partnerschaft soll schrittweise ausgebaut werden und richtet sich an Handwerksbetriebe, die moderne Energieprojekte effizient umsetzen wollen.


7. Januar 2026

BSI schaltet Portal für NIS-2-Registrierung frei

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat das neue Portal zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie freigeschaltet. Rund 29.500 Unternehmen und Einrichtungen der Bundesverwaltung müssen sich dort künftig als NIS-2-Einrichtungen registrieren und erhebliche IT-Sicherheitsvorfälle melden. Der Registrierungsprozess ist zweistufig aufgebaut: Voraussetzung ist zunächst die Anmeldung über „Mein Unternehmenskonto“, anschließend erfolgt die eigentliche Registrierung im neuen BSI-Portal. Dieses fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle NIS-2-Pflichten.

Über das Portal erhalten betroffene Organisationen Informationen zu ihren gesetzlichen Anforderungen, etwa zur Durchführung von Risikoanalysen und zur Dokumentation von Risikomanagementmaßnahmen. Zudem stellt das BSI dort aktuelle Lageberichte, IT-Sicherheitsmitteilungen sowie Hinweise zu Schwachstellen bereit. Sicherheitslücken können auch anonym gemeldet werden.

Das Portal basiert auf einer Cloud-Infrastruktur und soll schrittweise zu einer Informations- und Austauschplattform mit aktuellen Analysen ausgebaut werden. Ergänzend verweist das BSI auf Unterstützungsangebote wie die Allianz für Cyber-Sicherheit und die Unabhängige Partnerschaft Kritische Infrastrukturen. Für den Einstieg stellt das BSI ein NIS-2-Starterpaket sowie begleitende Webinare zur Verfügung.


19. November 2025

Vier neue Stadtwerke schließen sich TAP an

Die Abrechnungsplattform TAP gewinnt vier neue Partner: die Stadtwerke Altensteig, Freudenstadt, Tauberfranken und Wertheim. Damit zählt die TAP-Gemeinschaft nun 33 Energieversorger, die gemeinsam über 13 Millionen Zählpunkte abrechnen werden. Die Go-Lives der neuen Partner sind für September 2027 geplant.

TAP bildet künftig alle zentralen Prozesse der Marktrollen Lieferant, Netz- und Messstellenbetreiber ab – für Strom, Gas, Wärme, Wasser und Non-Commodity-Produkte. Die Plattform soll Prozesskosten senken, Entwicklungszeiten verkürzen und eine hohe Standardisierung sicherstellen.

Jan-Wilm Buschkamp, Geschäftsführer der TAP SG, sieht den Zuwachs als Beleg für Vertrauen und Zusammenarbeit: "Gerade so gut aufgestellte, regional verwurzelte Unternehmen machen unsere Plattform noch besser." Die ersten Go-Lives der Plattform sind ab Mitte 2026 geplant.


12. November 2025

Stadtwerke Bonn digitalisieren Vertriebsprozesse mit Midas Energy

Die Stadtwerke Bonn (SWB Energie und Wasser) haben die Softwarelösung Midas von Midas Energy in den operativen Betrieb überführt. Das System automatisiert die Vertriebsprozesse im Strom- und Gasgeschäft und sorgt für mehr Effizienz, Transparenz und Integration im Geschäftskundenbereich.

Nach dem Zuschlag im November 2024 wurde das Projekt innerhalb eines Jahres umgesetzt. Die cloudbasierte Plattform deckt den gesamten Vertragslebenszyklus ab – von der Angebotserstellung über das Vertrags- bis zum Portfoliomanagement – und verknüpft alle relevanten Daten in Echtzeit. "Wir verfügen nun über ein System, das sich nahtlos in unsere IT-Landschaft integriert und unsere täglichen Prozesse deutlich effizienter macht", sagt Reinhard Gaede, Leiter Geschäftskundenvertrieb bei den Stadtwerken Bonn.

Midas bietet Stadtwerken nach eigenen Angaben eine zentrale Plattform für schnelle, datenbasierte Entscheidungen als weiteren Schritt in Richtung automatisierter Energievertrieb.


3. November 2025

Neubrandenburger Stadtwerke entscheiden sich für Smartoptimo

Die Neubrandenburger Stadtwerke werden Gesellschafter von Smartoptimo. Parallel startet ein gemeinsames Migrationsprojekt für rund 500 Smart-Meter-Gateways. Ziel ist ein stabiler, skalierbarer Messstellenbetrieb und der zügige Rollout intelligenter Messsysteme.

Der erste Vor-Ort-Termin fand im März 2025 statt, der Projektstart Anfang Mai. Seitdem wurden das Abrechnungssystem der Neubrandenburger Stadtwerke und die Gateway-Administrations-Plattform von Smartoptimo ertüchtigt. Neu ist außerdem die Einbindung von Gateways des Herstellers Sagemcom Dr. Neuhaus. Die Konstellation soll als Vorlage für weitere Massenmigrationen dienen. "Wir lösen technische Herausforderungen pragmatisch und bringen die Massenmigration geordnet an den Start", sagt Projektleiter Edgar Herrscher.

Von links: Erstes Projekttreffen in Neubrandenburg Julia Weigum (neu.sw), Jannis Wilde (Smartoptimo), Markus Strenge (Smartoptimo), Ingo Meyer (neu.sw), Rudi Zwick (Smartoptimo), Olf Häusler (neu.sw), José Gerardo Aguirre Letona (neu.sw).Bild: © Smartoptimo

Nach der Migration auf das passive EMT-System folgt die Anbindung und der Wechsel aufs aktive EMT. Ergänzend wird das Visualisierungsportal Smartvisio Basic eingeführt, um Netz- und Messdaten nutzerfreundlich bereitzustellen. Als Gesamtdienstleister verantwortet Smartoptimo die durchgängige Umsetzung von der technischen Vorbereitung über die Systemintegration bis in den Rollout-Betrieb. Geschäftsführer Fritz Wengeler bewertet den Gesellschafterbeitritt als Signal für mehr Kooperation und Skalierung im intelligenten Messwesen. Ziel sind klare Strukturen, effizientere Abläufe und Entlastung im Stadtwerk.


3. November 2025

450connect erweitert Freigabeliste für Smart-Meter-Gateways – drei Marktführer zertifiziert

Das Kölner Unternehmen 450connect hat seine Freigabeliste ("Whitelist") für den Einsatz von Smart-Meter-Gateways im 450-Megahertz-Funknetz erweitert. Neben dem Modell PPC LTE450 Smart Meter Gateway SMGW-V-2A-111-20 und dem Theben Smart Energy Conexa 3.0 ist nun auch das EMH Smart Meter Gateway Casa 1.1 LTE 450 Plus offiziell zugelassen. Damit stehen Netzbetreibern und Gateway-Administratoren drei marktführende Geräte für den sicheren und widerstandsfähigen Betrieb im 450-Megahertz-Netz zur Verfügung.

Nach Angaben des Unternehmens zählen bereits rund 80 Prozent der Gateway-Administratoren zu den Kunden von 450connect. Etwa 60 Prozent sind technisch einsatzbereit oder stehen kurz davor. Erste Rollouts mit 450-Megahertz als Standardlösung laufen bei mehreren Flächenversorgern, ergänzt durch größere Pilotprojekte. Mehr als 10.000 Smart-Meter-Gateways sind bereits im Betrieb.

Der Netzausbau für kritische Infrastrukturen schreitet demnach zügig voran: Die Abdeckung stieg von 34 Prozent Anfang 2025 auf derzeit rund 90 Prozent. Damit wird eine Grundlage für den flächendeckenden, sicheren Rollout intelligenter Messsysteme geschaffen. Das 450-Megahertz-Netz versorgt sowohl ländliche Regionen als auch Ballungsräume. Als dediziertes Netz der kritischen Infrastrukturen bietet es eine besonders stabile Anbindung von Smart-Meter-Gateways und steuerbaren Verbrauchseinrichtungen. Durch seinen langen Technologiezyklus gilt es als zukunfts- und investitionssicher – auch für Anlagen, die im Falle eines Stromausfalls weiter funktionsfähig bleiben müssen.


31. Oktober 2025

Hausheld, Solandeo, GreenPocket und Mako365 bündeln Kräfte für den Smart-Meter-Rollout

Vier spezialisierte Unternehmen schließen sich unter dem Dach der Hausheld AG zusammen, um den Smart-Meter-Rollout in Deutschland zu beschleunigen. Ziel der neuen Gruppe ist es, durch klare Rollen, offene Schnittstellen und gebündelte Expertise die komplexen Abläufe im Messwesen zu vereinfachen.

Die Hausheld-Gruppe.Bild: © Hausheld

Hausheld übernimmt die Koordination und bietet Stadtwerken und Energieversorgern den Rollout auf Wunsch als Generalunternehmer an. Solandeo verantwortet als wettbewerblicher Messstellenbetreiber den operativen Betrieb. Greenpocket liefert Portale und Visualisierungslösungen für End- und Geschäftskunden, während Mako365 die Marktkommunikation automatisiert und Stadtwerke bei der Prozessabwicklung unterstützt.

"Wir bringen Fertigung, Montage, Gateway-Management, Steuerung und Marktkommunikation zusammen – und schaffen so die technische Basis für einen reibungslosen Rollout", erklärt Hausheld-Vorstand Bouke Stoffelsma. Die rund 250 Smart-Meter-Expertinnen und -Experten der Gruppe sollen künftig ein integriertes Lösungsangebot aus einer Hand bieten.

Mit dem Zusammenschluss reagieren die Partner auf steigende regulatorische Anforderungen und den Bedarf an stabilen, interoperablen Technologien. Durch den gemeinsamen Technologiebaukasten sollen Stadtwerke und Energieversorger den Rollout flexibler, wirtschaftlicher und massenmarkttauglicher gestalten können.


30. Oktober 2025

Tibber und Inexogy beschleunigen Smart-Meter-Rollout – kostenlose Installation für E-Auto-Kunden

Ökostromanbieter Tibber will den schleppenden Smart-Meter-Rollout in Deutschland selbst vorantreiben und arbeitet dazu mit dem wettbewerblichen Messstellenbetreiber Inexogy zusammen. Ziel ist es, Haushalte schneller mit intelligenten Stromzählern auszustatten und so den Zugang zu dynamischen Stromtarifen zu erleichtern.

Laut der Bundesnetzagentur verfügen derzeit nur rund drei Prozent der deutschen Haushalte über ein intelligentes Messsystem, im Pflichtsegment sind es 16,4 Prozent. Tibber übernimmt daher die Initiative und lässt alle Bestands- und Neukundinnen und -kunden mit Elektroauto kostenlos einen Smart Meter installieren. Der Einbau erfolgt durch Inexogy, die sich auf Smart-Meter-Rollouts spezialisiert hat. Für Haushalte mit Photovoltaikanlage oder Speicher kostet der Zähler 30 Euro, für alle anderen 60 Euro.

"Haushalte mit E-Auto, PV-Anlage oder Batterie können besonders von den schwankenden Strompreisen profitieren", sagt Tibber-Deutschlandchef Merlin Lauenburg. "Leider ist der Rollout vielerorts zu langsam – deshalb beschleunigen wir ihn jetzt selbst." Inexogy-Geschäftsführer Thorsten Klein betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: "Als unabhängiger Anbieter intelligenter Messsysteme können wir Projekte wie das von Tibber effizient umsetzen und so die Digitalisierung im Energiemarkt voranbringen."


30. Oktober 2025

Lichtblick und Metrify kooperieren beim Smart Metering

Der Ökoenergieanbieter Lichtblick hat sein Smart-Meter-Portfolio erweitert und arbeitet künftig mit dem Messstellenbetreiber Metrify Smart Metering zusammen. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden den Zugang zu modernen Smart-Meter-Lösungen zu erleichtern und damit die Basis für intelligente Steuerung und innovative Energieprodukte zu schaffen.

Lichtblick ist seit vier Jahren selbst als wettbewerblicher Messstellenbetreiber aktiv und will durch die Kooperation mit Metrify den Smart-Meter-Rollout deutlich beschleunigen. Die Partnerschaft soll intelligente Messsysteme schneller und effizienter in bestehende Energielösungen integrieren – etwa in dynamische Stromtarife, Ladeinfrastrukturen für E-Autos, Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen. "Mit der Prozesskompetenz von Metrify erweitern wir unser Smart-Meter-Angebot um einen starken Partner", sagt Alexander Vogt, Head of Metering Services bei Lichtblick. "Gemeinsam können wir unsere Energiewendelösungen künftig noch schneller und mit höherer Kundenzufriedenheit anbieten."

Mit über 60.000 installierten Smart Metern ist Metrify nach eigenen Angaben Deutschlands größter wettbewerblicher Messstellenbetreiber. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette von der Installation bis zum Betrieb ab und unterstützt Energieanbieter bei der Digitalisierung ihrer Kundenlösungen.


27. Oktober 2025

Allgäu-Netz startet Smart-Meter-Rollout mit Hausheld

Die Allgäu-Netz GmbH & Co. KG hat mit der Hausheld AG eine strategische Kooperation zum flächendeckenden Einbau intelligenter Messsysteme geschlossen. Gemeinsam wollen die Partner rund 140.000 Stromzähler im Netzgebiet modernisieren und damit die Basis für ein digitales Energiemanagement im Allgäu schaffen.

Volker Wiegand von Allgäu-Netz (links) und Bouke Stoffelsma von Hausheld freuen sich über die Zusammenarbeit.Bild: © Allgäu-Netz

Mit dem Projekt "Smart Meter Rollout" reagieren die Partner auf die steigende Zahl von Wärmepumpen, PV-Anlagen und Ladepunkten, die höhere Anforderungen an Netzstabilität und Transparenz stellen. Die Hausheld-Lösung soll den Rollout beschleunigen und die Wartezeiten für Kundinnen und Kunden verkürzen. "Die digitalen Lösungen von Hausheld ermöglichen, den Smart-Meter-Rollout schnell, wirtschaftlich und zuverlässig umzusetzen", erklärt Volker Wiegand, Geschäftsführer von Allgäu-Netz. Der Umbau erfolgt sukzessive bis Anfang 2029 und umfasst auch den Aufbau der notwendigen Funkinfrastruktur in ländlichen Regionen. Auf einer Projektwebsite will Allgäu-Netz den Fortschritt und die Einbaugebiete transparent darstellen.

Mit der Kooperation wollen beide Partner die Grundlage für mehr Netztransparenz, eine sichere Stromversorgung und digitale Verbrauchsübersicht für Haushalte im Allgäu schaffen.


27. Oktober 2025

Schleupen kooperiert mit BTC beim CLS-Management

Die Schleupen SE hat eine Partnerschaft mit der BTC AG geschlossen, um ihre Plattform für das Steuern und Schalten im Niederspannungsnetz zu erweitern. Durch die Integration des BTC | AMM Control Managers in die bestehende Smart-Meter-Gateway-Administration (SMGWA) steigert Schleupen Effizienz und Leistung im CLS-Management.

Schleupen geht mit Blick auf den kommenden Rollout steuerbarer Anlagen nach § 14a EnWG davon aus, dass der Bedarf an sicheren Steuerlösungen im Niederspannungsnetz zunehmen wird. Der AMM Control Manager ermöglicht das Messen, Überwachen und Schalten dezentraler Anlagen über Smart-Meter-Gateways und Steuerboxen – unabhängig vom Hersteller. Schalthandlungen können sowohl automatisiert aus dem Netzleitsystem als auch manuell über das BTC-Cockpit ausgeführt werden. "Mit der Kooperation bringen wir unsere Kunden einen Schritt näher an das Smart Grid", sagt Volker Kruschinski, Vorstandsvorsitzender der Schleupen SE. "BTC | AMM Control Manager erfüllt die regulatorischen Anforderungen an steuerbare Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen und ergänzt unsere Plattform Schleupen.CS, die bereits dynamische Netzentgelte verarbeiten kann."

Schleupen und BTC wollen damit die Voraussetzungen schaffen, um künftig mehr Flexibilität, Netzstabilität und Automatisierung in der Energiewirtschaft zu ermöglichen.


24. Oktober 2025

Civitas Connect gewinnt Open-Source-Preis auf der Smart Country Convention

Die Civitas/Core-Community von Civitas Connect ist auf der Smart Country Convention 2025 in der Kategorie "Strategische Transformationssysteme" ausgezeichnet worden. Der bundesweite Zusammenschluss von Kommunen, Stadtwerken und kommunalen Unternehmen erhielt den Preis für seine konsequent offene und gemeinschaftlich entwickelte Datenplattform, die Kommunen mehr digitale Souveränität ermöglicht.

Der Wettbewerb würdigte Projekte, die Transparenz, technische Unabhängigkeit und Wiederverwendbarkeit in der Verwaltung fördern. Aus 42 Einreichungen wurden neun Finalisten ausgewählt. Civitas Connect überzeugte die Jury durch einen ganzheitlichen Ansatz, der Kommunen volle Kontrolle über ihre Daten und Software gewährt und zugleich auf nachhaltige Governance- und Finanzierungsstrukturen setzt.

"Besonders stolz sind wir auf die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen Modellprojekten Smart Cities, die diesen Erfolg möglich gemacht haben", sagte Ralf Leufkes, Geschäftsführer von Civitas Connect. Mit dem Projekt Civitas/Core zeigt der Verein, wie Open-Source-Lösungen die Grundlage für digitale Souveränität, Nachnutzung und Kooperation schaffen können. 


24. Oktober 2025

Edna startet Projektgruppe für API-Webdienste

Der Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation (Edna) hat eine neue Projektgruppe gegründet, die sich mit der Einführung und Standardisierung von API-Webdiensten für die elektronische Marktkommunikation befasst. Hintergrund ist eine Vorgabe der Beschlusskammer 6 der Bundesnetzagentur, nach der API-Webdienste künftig nicht nur für neue, sondern auch für bestehende Marktprozesse eingesetzt werden können. Ziel ist einheitliche Schnittstellenbeschreibungen und verbindliche Regeln für Nutzung und Veröffentlichung.

Von links: Dirk Heinze, Meine-Energie GmbH (Präsident), Mario Wolframm, Regiocom SE, Rainer Grempe, selbst. Berater (Schriftführer), Geschäftsführer Richard Plum, Oliver Warweg, Fraunhofer IOSB-AST, Thomas Elbe, Msu Solutions GmbH (Schatzmeister), Mark Küper, Phi-Consulting GmbH, Hagen Förster, Schleupen SEBild: © Uwe Pagel/Press'n'Relations GmbH

Die neue Projektgruppe, hervorgegangen aus der bisherigen PG LFW24, vereint bereits über 60 Fachleute aus 25 Unternehmen. "Mit dem geplanten MaBiS-Hub werden API-Webdienste erstmals in Massenprozessen eingesetzt. Grund genug, dass wir uns als Edna hier aktiv einbringen", sagen Thomas Elbe und Christian Berg von der Kraftwerk Software Gruppe, die die Projektgruppe leiten.

Der Verband versteht sich als zentrale Plattform für IT-Lieferanten und Anwender in der Energiewirtschaft. Schon bei der Einführung der AS4-Kommunikation und des 24-Stunden-Lieferantenwechsels habe die enge Kooperation zwischen Wettbewerbern zu stabilen Marktprozessen beigetragen. Die Arbeit der neuen Projektgruppe basiert auf der Mitteilung Nr. 53 der Bundesnetzagentur zu Datenformaten und API-Webdiensten. Behandelt werden unter anderem Anfragen und Stornierungen von Messwerten, Netznutzungsverträgen und Kommunikationsdatenblättern – alles zentrale Bausteine für den künftigen digitalen Datenaustausch im Energiemarkt.


24. Oktober 2025

Spine integriert Smart Meter Gateways von EMH Metering

Die Spine GmbH hat ihr Netzwerkmanagement-System (NMS) um die Smart Meter Gateways von EMH Metering erweitert. Damit ist ein weiterer führender Hersteller auf der Plattform von Spine vertreten. Zuletzt hatte das Unternehmen eine Kooperation mit EFR  vermeldet. Über das standardisierte Lightweight-M2M-Protokoll können die LTE-Modems der Gateways nun in Echtzeit Kommunikations- und Netzdaten liefern.

Das NMS von Spine visualisiert Signalstärken, Mobilfunkqualität und weitere WAN-Parameter und bietet Messstellenbetreibern damit mehr Transparenz im Rollout. Fehler lassen sich schneller erkennen, Zweitanfahrten vermeiden und Installationen effizienter gestalten. "Mit EMH Metering als Partner gehen wir einen weiteren Schritt hin zu einem echten Multi-Vendor-Management. Messstellenbetreiber können künftig Gateways verschiedener Hersteller zentral überwachen und analysieren", sagt Martin Stötzel, Chief Product Officer bei Spine.

Die Integration wurde in den vergangenen Monaten entwickelt, getestet und validiert. Ab sofort sind die Gateways mit aktivierter NMS-Funktionalität erhältlich. "Die Anbindung an das Spine-System schafft Mehrwert für unsere Kunden, verbessert die Installationsprozesse und erhöht die Betriebssicherheit", betont René Giebel, Produktmanager bei EMH Metering.

Mehr zu Spine lesen Sie hier: "Das Teuerste am Rollout ist die Zweitanfahrt – und genau die vermeiden wir"


22. Oktober 2025

Green-Pocket und Hausheld kooperieren beim Smart-Meter-Rollout

Die Green-Pocket GmbH und die Hausheld AG bündeln ihre Kompetenzen, um den Rollout intelligenter Messsysteme zu beschleunigen. Die Kooperation verbindet Green-Pockets Software- und Design-Expertise in der Visualisierung von Energiedaten mit der Rollout-Erfahrung von Hausheld. Gemeinsam wollen beide Unternehmen Stadtwerken eine durchgängige und wirtschaftlich tragfähige Lösung bieten.

Kern der Partnerschaft ist die Integration der Green-Pocket-Software in die Hausheld-Infrastruktur. Über das Energie-Cockpit werden Energie- und Verbrauchsdaten aus Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserzählern automatisiert erfasst, analysiert und in intuitiven Dashboards dargestellt. Der Projektstart ist für Januar 2026 vorgesehen. In einer ersten Phase sollen mehr als 100.000 Messstellen angebunden werden, langfristig soll die Zahl auf mindestens 500.000 steigen.

"Greenpocket ist für uns der Marktstandard in der Darstellung und Analyse von Stromverbräuchen", sagt Bouke Stoffelsma, Vorstand der Hausheld AG. Green-Pocket-Geschäftsführer Thomas Goette ergänzt: "Hausheld ermöglicht Stadtwerken einen kosteneffizienten Vollrollout. Diese Vision teilen wir und freuen uns, sie gemeinsam umzusetzen." Mit der Kooperation reagieren die Unternehmen nach eigenen Angaben auf die wachsende Nachfrage nach leistungsfähiger Energiemanagement-Software – besonders in der Wohnungswirtschaft und im Gebäudemanagement.


22. Oktober 2025

Metrify startet Smart-Meter-Angebot für Privathaushalte

Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Metrify öffnet sich für den Privatkundenmarkt. Von sofort an können Haushalte in ganz Deutschland intelligente Messsysteme direkt über die Plattform des Unternehmens bestellen und innerhalb von rund sechs Wochen installieren lassen – ohne zusätzliche Installationskosten, heißt es in der Pressemitteilung dazu.

Die beiden Geschäftsführer Bela Schramm (links) und Wim Drozak.Bild: © Metrify

Mit dem neuen Angebot will Metrify, eine Tochter des Solaranbieters Enpal, den Smart-Meter-Rollout beschleunigen und zugleich Verbraucherinnen und Verbrauchern den Zugang zu digitaler Messtechnik erleichtern. Die Installation und der Betrieb der Geräte erfolgen vollständig durch Metrify. Statt einer einmaligen Gebühr erhebt das Unternehmen lediglich laufende Entgelte, die unterhalb der gesetzlichen Preisobergrenzen liegen.

Die intelligenten Messsysteme ermöglichen den Zugang zu dynamischen Stromtarifen und schaffen Transparenz über den eigenen Energieverbrauch. "Wir zeigen, dass Smart Meter effizient, verbraucherfreundlich und kostengünstig sein können", so Wim Drozak, Geschäftsführer von Metrify.

Bisher konzentrierte sich Metrify vor allem auf Geschäftskunden aus den Bereichen Solar, Wärmepumpe und Mobilität sowie auf Messstellenbetreiber. Mit dem Einstieg ins Privatkundengeschäft reagiert das Unternehmen auf die hohe Nachfrage von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die nicht länger auf den Einbau durch den lokalen Netzbetreiber warten wollen.


22. Oktober 2025

Amprion, Tennet und RWE starten Pilotprojekt für kurativen Redispatch

Die Übertragungsnetzbetreiber Amprion und Tennet sowie der Energieversorger RWE erproben gemeinsam ein neues Verfahren im Engpassmanagement. Ziel des Pilotprojekts "KuPilot" ist es, Netzkapazitäten besser auszuschöpfen, schneller auf Überlastungen zu reagieren und Kosten im Redispatch zu senken – bei gleichbleibend sicherer Stromversorgung.

Das Verfahren basiert auf einem kurativen Ansatz: Redispatch-Maßnahmen werden vorbereitet, aber erst dann automatisiert ausgelöst, wenn tatsächlich eine Überlastung auftritt. Innerhalb von maximal fünf Minuten greifen die Gegenmaßnahmen, während thermische Reserven der Leitungen kurzzeitig genutzt werden. So lassen sich präventive Eingriffe reduzieren und die Effizienz im Netzbetrieb steigern, heißt es in der Pressemitteilung dazu.

Nach erfolgreichen Feldtests im Oktober startet nun ein einjähriger Pilotbetrieb in der Region Emsland. Eingesetzt werden unter anderem das Pumpspeicherkraftwerk Vianden und Offshore-Windparks am Netzverknüpfungspunkt Diele. Die Steuerung erfolgt vollautomatisch und in Echtzeit – ein Novum im Redispatch mit marktintegrierten Anlagen.

Die konzeptionellen Grundlagen stammen aus dem Forschungsprojekt InnoSys 2030, das auf eine effizientere Nutzung bestehender Netze zielt. Perspektivisch könnte der kurative Redispatch auf weitere Regionen und Anlagen – etwa Batteriespeicher oder Phasenschiebertransformatoren – ausgeweitet werden.


17. Oktober 2025

Update zu Rollout in Grafiken

Redaktioneller Hinweis: Nach Veröffentlichung des Beitrags haben einige wettbewerbliche Messstellenbetreiber ihre Angaben zu den installierten intelligenten Messsystemen präzisiert. Die Zahlen wurden entsprechend angepasst. Hier geht es zum Beitrag: Quoten, Hürden und Konnektivität: Die Rollout-Realität in Grafiken


17. Oktober 2025

Smart-Meter-Rollout: Was bremst – und was hilft

Der Rollout intelligenter Messsysteme, kurz iMSys oder "Smart Meter", ist zentral für die Digitalisierung der Energiewende. Doch die Umsetzung stockt – vor allem wegen technischer Hürden, mangelnder Koordination und begrenzter Ressourcen bei Messstellenbetreibern (MSB). Eine aktuelle Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) und des Forschungszentrums Informatik (FZI) hat untersucht, was den Rollout bremst und welche Hebel ihn beschleunigen können.

Die größten Bremsfaktoren:

  • Technische und infrastrukturelle Engpässe: Fehlende Kommunikationsabdeckung – etwa in Kellern mit schwachem Mobilfunksignal – verzögert die Installation. Auch der Mangel an Fachkräften und Komponenten erschwert Tempo und Qualität des Rollouts.
  • Hohe Einbaukosten und unklare Wirtschaftlichkeit: Verbraucherinnen und Verbraucher sind zwar grundsätzlich offen für Smart Meter, doch Installationspreise über 800 Euro schrecken ab. Ohne erkennbaren finanziellen Vorteil, etwa durch dynamische Tarife, sinkt die Einbaubereitschaft deutlich.
  • Komplexe Prozesse: Beantragung, Installation und Nutzung gelten vielen Kunden als zu aufwendig. Fehlende Plug-and-Play-Lösungen hemmen die Akzeptanz.
  • Regulatorische Unsicherheiten: Pflichteinbaufälle nach § 29 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) oder § 42b EnWG sind teils schwer planbar, insbesondere bei der Kombination von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und PV-Anlagen.

Was den Rollout beschleunigen kann:

  • Einfachere Nutzung und Kommunikation: Je verständlicher der Nutzen und je leichter die Bedienung, desto höher die Akzeptanz. Transparente Information über Datenschutz und Vorteile dynamischer Tarife kann Skepsis abbauen.
  • Kostendeckelung für Wunschinstallationen: Eine moderate Preisobergrenze (etwa 30 Euro jährlich/100 Euro einmalig) für freiwillige Einbauten würde Hürden senken und neue Geschäftsmodelle fördern.
  • Technische Standards und Interoperabilität: Offene Schnittstellen und standardisierte Plug-and-Play-Systeme ermöglichen eine reibungslose Integration in Energiemanagementsysteme.
  • Verzahnung mit neuen Verbrauchs- und Erzeugungsanlagen: Wärmepumpen, Ladepunkte und PV-Anlagen über 7 Kilowatt (kW) werden zu zentralen Treibern des Rollouts – ihr Zubau sollte in die Rollout-Planung integriert werden.
  • Bessere Infrastruktur und Qualifizierung: Der Ausbau von Mobilfunk, Glasfaser und Powerline-Kommunikation sowie die Ausbildung spezialisierter Fachkräfte sind Grundvoraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz.

Das Fazit der Studie: Smart Meter gelten in der Bevölkerung nicht als Risiko, sondern als nützlich – wenn Kosten, Nutzen und Bedienbarkeit stimmen. Für MSB, Netzbetreiber und Stadtwerke bedeutet das: weniger Technikfokus, mehr Kundenzentrierung. Nur durch Kooperation von Branche, Regulierung und Anbietern lässt sich der Rollout effizient gestalten und gewinnbringend für die Energiewende nutzen.

Zur Studie


13. Oktober 2025

Interesse an intelligenten Stromzählern wächst deutlich

Immer mehr Menschen in Deutschland interessieren sich für Smart Meter. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage können sich inzwischen 75 Prozent vorstellen, einen intelligenten Stromzähler zu nutzen – 2022 waren es noch 57 Prozent, 2020 erst 36 Prozent. Nur 23 Prozent lehnen die Technologie ab.

Smart Meter bestehen aus einem digitalen Stromzähler und einem sogenannten Gateway. Sie zeigen den Energieverbrauch in Echtzeit und ermöglichen es, Strom effizienter zu nutzen und Kosten zu sparen. 76 Prozent der Befragten wünschen sich, ihren Verbrauch so einfach nachvollziehen zu können wie den Datenverbrauch auf dem Smartphone oder den Spritverbrauch im Auto.

"Smart Meter sind ein zentraler Baustein der Energiewende. Sie schaffen Transparenz und helfen, Energie effizienter einzusetzen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Neben der besseren Verbrauchskontrolle ermöglichen Smart Meter auch flexible Stromtarife, etwa zum günstigen Laden von E-Autos oder beim Betrieb von Wärmepumpen.

Zudem unterstützen die Geräte die Integration erneuerbarer Energien ins Netz: Sie vernetzen Haushalte und Netzbetreiber und helfen, Lastspitzen auszugleichen. Laut Umfrage finden 70 Prozent der Befragten, die Energiewende gehe zu langsam voran.

Trotz des wachsenden Interesses bestehen Sicherheitsbedenken: 81 Prozent sorgen sich vor Hackerangriffen auf Energienetze. Rohleder betont jedoch, dass Smart-Meter-Systeme zu den am strengsten geschützten digitalen Infrastrukturen in Deutschland zählen. Alle Komponenten seien zertifiziert, die Daten verschlüsselt und die Systeme unterlägen strengen Datenschutzvorgaben.

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research unter 1003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, durchgeführt zwischen Kalenderwoche (KW) 33 und KW 38 im Jahr 2025.


6. Oktober 2025

Strategische Partnerschaft für schnelleren Smart-Meter-Rollout

Die Mako365 GmbH und die Hausheld AG arbeiten künftig strategisch zusammen, um den Rollout intelligenter Messsysteme in Deutschland zu beschleunigen. Gemeinsam bilden die Unternehmen nun die gesamte Wertschöpfungskette im Smart Metering ab – von der Hardware über Softwarelösungen bis hin zur operativen Prozessbearbeitung.

Mako365 bringt seine Erfahrung in Marktkommunikation und Energiedatenmanagement ein. Mit der Plattform Mako-Flow bietet das Unternehmen eine modulare Lösung für Messstellenbetreiber und Energieserviceanbieter. Hausheld ergänzt das Portfolio mit umfassender Rollout-Kompetenz: Das Unternehmen realisiert Voll-Rollouts, übernimmt das Datenmanagement über Metering-as-a-Service und stellt Endkunden eine eigene App zur Verfügung.

"Wir kombinieren unsere Expertise, um unseren Kunden ein größeres Portfolio zu bieten und das Smart Metering in Deutschland weiter voranzubringen", sagt Joachim Lang, Geschäftsführer von Mako365. Hausheld-Vorstand Bouke Stoffelsma betont: "Durch die Integration der gesamten Smart-Metering-Kette schaffen wir eine durchgängige Lösung, die Stadtwerken und anderen Marktakteuren echte Synergien bietet."

Die Partnerschaft soll den flächendeckenden Rollout intelligenter Messsysteme vereinfachen und standardisierte Prozesse für Stadtwerke und Messstellenbetreiber schaffen.


24. September 2025

Ostrom öffnet sein virtuelles Kraftweerk für fast alle E-Autos

Energieanbieter Ostrom hat sein virtuelles Kraftwerk Neogrid AI erweitert: Ab sofort kann über eine kompatible Wallbox fast jedes E-Auto teilnehmen – nicht mehr nur Modelle mit direkter Marke-Integration. 

Seit dem Start im Januar 2025 wurden nach Angaben von Ostrom bereits über 1,1 Millionen Ladeoptimierungen durchgeführt. Teilnehmer können bis zu 300 Euro jährlich verdienen und gleichzeitig zur Netzstabilität beitragen. Die Integration der Wallbox erlaubt eine noch genauere Steuerung, auch bei Fahrzeugen, die zuvor nicht unterstützt waren. Ostrom verspricht bis zu 15 Prozent höhere Einnahmen durch präzisere Steuerung. 

Mit dem Schritt will Ostrom nach eigenen Angaben das Modell der dezentralen Flexibilität ausbauen und die Teilnahme an virtuellen Kraftwerken für eine breitere Nutzerschaft ermöglichen.


24. September 2025

Solarize und Polarstern automatisieren Mieterstrom-Wechselprozesse

Solarize und Polarstern haben eine Lösung entwickelt, die den Lieferantenwechsel bei Mieterstromprojekten automatisiert und die neuen BDEW-Standards vollständig umsetzt. Der bislang manuelle Prozess wird so nach Angaben der beiden Unternehmen erheblich beschleunigt und vereinfacht.

Solarize und Polarstern haben eine nahtlose und automatisierte Lösung für den Lieferantenwechsel bei Mieterstromprojekten entwickelt. Als eine der ersten Branchenteilnehmer ermöglichen sie, die komplexen Wechselprozesse gemäß der neuen vom BDEW definierten Standards signifikant zu beschleunigen und zu vereinfachen.Bild:© Polarstern

Die Grundlage bildet das Anwendungshandbuch Strom 2.1, nach dem künftig der Reststromlieferant die Marktkommunikation übernimmt. "Zusammen mit Polarstern können wir Mieterstromanbietern eine effiziente Lösung bieten, die den operativen Aufwand deutlich reduziert", sagt Solarize-Geschäftsführer Lukas Böhm.

Auch Florian Tischer von Polarstern sieht darin einen bedeutenden Schritt: "Die Automatisierung macht die Prozesse schneller und kundenfreundlicher. Das ist ein wichtiger Schritt für den Durchbruch von Mieterstrom im Gebäudesektor."


22. September 2025

Gwadriga startet Steuerungs-Rollout mit SAP IM4G

Full-Service-Dienstleister Gwadriga hat gemeinsam mit Westfalen Weser Netz eine Anbindung des CLS-Managements an SAP IM4G über Web-Services umgesetzt. Damit können auch Energieversorger, die noch mit SAP-Altsystemen arbeiten und den Umstieg auf S/4HANA erst später planen, den Rollout von Steuerboxen starten. Die Lösung unterstützt die Vorgaben des § 14a EnWG und des § 9 EEG. Nach erfolgreichem Abschluss der Testphase geht der Prozess nun in den Produktivbetrieb.

"Auf diese Weise ermöglichen wir SAP-Anwendern, die die Migration auf S/4HANA erst in den kommenden Jahren geplant haben, auch mit größeren Stückzahlen in den Rollout der Steuerboxen einzusteigen und so die Vorgaben für das Lastmanagement nach § 14a EnWG und die Steuerung der Einspeiseleistung nach § 9 EEG zu erfüllen", sagt Geschäftsführer Michał Sobótka.

Die Anbindung ergänzt das im Projekt CLS ON entwickelte Self-Service-Portal, das bereits seit Ende 2024 im Einsatz ist. Bis Ende 2025 rechnet Gwadriga mit mehreren Hundert produktiven Steuerboxen bei den Projektpartnern EWE Netz, Rheinenergie, Westfalen Weser Netz und N-Ergie. Für 2026 erwartet das Unternehmen eine mittlere fünfstellige Zahl an Geräten im Feld. Neben der Steuerbox-Administration bietet Gwadriga auch Geräteverwaltung, IT-Sicherheit und Marktkommunikation an. Künftig soll die Anbindung der BDEW-Web-API sowie die Integration neuer Schnittstellen folgen.


22. September 2025

Voltaris setzt BSI-konformes Sicherheitskonzept für MSB-Lieferkette um

Die Voltaris GmbH hat ein Sicherheitskonzept entwickelt, das die Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Auslieferung von Smart Meter Gateways erfüllt. Es wurde im eigenen Betrieb umgesetzt und steht nun den Partnern der Anwendergemeinschaft (AWG) als Leitfaden zur Verfügung.

Das Voltaris-Sicherheitskonzept zur neuen MSB-Lieferkette erfüllt die BSI-Vorgaben zur sicheren Auslieferung und Installation der intelligenten Messsysteme

Die Verantwortung für die sichere Lieferkette liegt seit Kurzem bei den Messstellenbetreibern. Voltaris hat dafür Mitarbeitende und Dienstleister geschult, etwa zu Manipulationserkennung, Sichtprüfungen oder Meldewegen im Fall von Sicherheitsvorfällen. "Unser Ziel ist es, die Massengeschäftstauglichkeit und Sicherheit der Lieferkette zu gewährleisten", sagt Alexander Monzel, stellvertretender Bereichsleiter Zählerdienstleistungen.

Das Konzept definiert Zuständigkeiten neu: Nach der Warenannahme durch Voltaris liegt die Verantwortung für Lagerung, Transport und Montage der Geräte beim Unternehmen. Bei Übergabe an Kunden geht sie entsprechend weiter. Mit dem Sicherheitskonzept will Voltaris die Authentizität der Geräte sichern und Stadtwerken in der Anwendergemeinschaft eine praxisnahe Blaupause für ihre eigenen Prozesse bieten. Rund 50 Energieversorger und Netzbetreiber sind dort mittlerweile organisiert.


22. September 2025

Plug & Play: Beegy bietet White-Label-HEMS für Stadtwerke

Beegy hat ein Home-Energy-Management-System (HEMS) vorgestellt, das Stadtwerken als White-Label-Lösung zur Verfügung steht und die Vorgaben aus § 14a EnWG und § 9 EEG erfüllt. Das System nimmt Netzsignale über das Smart-Meter-Gateway entgegen und verteilt diese lokal an steuerbare Geräte wie Wallboxen, Wärmepumpen oder Wechselrichter.

Die Steuerung erfolgt vollständig lokal und bleibt auch bei kurzzeitigem Internetausfall wirksam. Gleichzeitig sorgt eine gesicherte Cloud-Anbindung für Updates, Monitoring und Tarifsignale. Ein eigenes Subnetz mit Routing und Firewall verhindert unkontrollierte Herstellerverbindungen und hält Protokolle im geschützten Bereich.

"Unsere Architektur setzt Steuersignale lokal um, dokumentiert sie auditfest und reduziert die Komplexität in der Implementierung", erklärt Geschäftsführer Carsten Bruns. Für Stadtwerke entsteht so eine Plug-and-Play-Lösung, die mit minimalem Aufwand eingebunden werden kann.

Neben der Verbrauchssteuerung nach § 14a EnWG unterstützt das HEMS auch das Einspeisemanagement nach § 9 EEG. Überschüsse können lokal genutzt werden, etwa zum Laden von Speichern oder für Warmwasser. Damit wird die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben mit Kundennutzen kombiniert.


19. September 2025

Digitaler Berechtigungsservice erleichtert Datenaustausch in der Energiewirtschaft

50Hertz, Stromnetz Berlin und Mako365 haben mit for.Watt ein neues Energiedatenaustauschportal entwickelt. Der Service soll es Endkunden ermöglichen, online und datenschutzkonform Einwilligungen zur Weitergabe von Energiedaten an Serviceanbieter zu erteilen, einzusehen und zu verwalten. Das Portal richtet sich an alle Messstellenbetreiber und Energieserviceanbieter in Deutschland. 

Bisher mussten Berechtigungen für den Zugriff auf Energiedaten per Papierformular erteilt werden. Mit dem digitalen Verfahren wird der Prozess deutlich effizienter und kundenfreundlicher. Energieserviceanbieter können so einfacher auf Daten zugreifen, etwa um dynamische Tarife oder netzdienliche Steuerungen zu realisieren.

Der Berechtigungsservice erfüllt die Anforderungen des EU-Rechts (Implementing Regulation 2023/1162) und wurde in Pilotprojekten mit Stromnetz Berlin und Mako365 erfolgreich getestet. "Damit schaffen wir die Grundlage für datengetriebene Innovationen, die sowohl den Endkunden als auch der Energiewende zugutekommen", betonen die Projektpartner.


16. September 2025

co.met entscheidet sich für CLS-Management von BTC

Die co.met GmbH ergänzt ihre Systemlandschaft um das CLS-Management der BTC AG. Nach einer betreuten Ausschreibung setzte sich das Oldenburger Unternehmen mit einem umfassenden Konzept durch. Für co.met war nach eigenen Angaben besonders die ausgewiesene SAP-Kompetenz von BTC entscheidend, die eine erleichterte Integration in Kundenprojekten ermöglicht. Zudem hat BTC bereits zahlreiche Anbindungen an Netzcockpit-Systeme realisiert.

Ein weiteres Kriterium war, dass CLS- und GWA-Management künftig aus einer Hand stammen. "Das vereinfacht die Projektsteuerung und bringt unseren Kunden klare Vorteile“, erklärt Thomas Hemmer, Geschäftsführer von co.met. Bereits seit 2023 setzt das Unternehmen die GWA-Software von BTC ein und baut mit der neuen Entscheidung seine Plattform konsequent aus.

Mit der Einführung der CLS-Lösung können co.met-Kunden Messung, Monitoring und Steuerung intelligent verknüpfen und so die Basis für neue Geschäftsmodelle legen.


10. September 2025

Mieterstromabrechnung: Schleupen und Solarize kooperieren

Die Schleupen SE hat eine Kooperation mit der Solarize Energy Solutions GmbH geschlossen, um Energieversorgern eine automatisierte und revisionssichere Abrechnung von Mieterstromprojekten zu ermöglichen. Die Abrechnung von Mieterstrom gilt als besonders komplex, da der Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen erfasst und verschiedene Stromquellen wie Netzbelieferung und Photovoltaikanlagen zeitgenau einzelnen Nutzern zugeordnet werden müssen.

Schleupen konzentriert sich bei seiner Plattform Schleupen.CS auf die regulierte Belieferung am Summenzähler. Für Mieterstrom ergänzt Solarize diese Lösung um eine cloudbasierte Abrechnungssoftware, die Messdaten-Management, Bilanzierung, Monitoring und Rechnungsstellung abdeckt. Das System ist skalierbar und kann flexibel an die Zahl der Projekte angepasst werden. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt in der Schaffung von Standards für die Integration beider Systeme, insbesondere beim Export in die Buchhaltung. Solarize ermöglicht zudem unterschiedliche Tarifmodelle, etwa Fixpreise für Reststrom oder dynamische Tarife.

"Mieterstrom ist ein Stück Energiewende im Kleinen und wird immer wieder nachgefragt“, sagt Volker Kruschinski, Vorstandsvorsitzender von Schleupen. Solarize-Co-Gründer Frederik Pfisterer betont, dass die Kooperation den Zugang zu einem großen Nutzerkreis auf dem deutschen Versorgungsmarkt eröffnet.


10. September 2025

Techem übernimmt Mehrheit an Inexogy

Der Energiedienstleister Techem hat die Mehrheit am wettbewerblichen Messstellenbetreiber Inexogy übernommen. Gemeinsam wollen beide Unternehmen den Rollout intelligenter Messsysteme deutlich beschleunigen. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 320 Millionen Euro in den Ausbau investiert werden. Ziel ist es, bis zu 1,5 Millionen intelligente Messsysteme zu installieren und damit die Basis für ein effizienteres Energiesystem zu schaffen.

Techem bringt seine Erfahrung in Digitalisierung, Dekarbonisierung und Energieeffizienz sowie ein internationales Portfolio von mehr als 13 Millionen Wohnungen ein. Inexogy wird mit der finanziellen Unterstützung von Techem das Partnergeschäft, etwa bei dynamischen Tarifen oder Mieterstrommodellen, ausbauen. Schon heute hat Inexogy nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Mieterstromprojekte umgesetzt. Die Kooperation soll nicht nur den Rollout beschleunigen, sondern auch neue Kundensegmente wie Wohn- und Gewerbeimmobilien oder Industriegebäude erschließen. Zudem wird die digitale Plattform von Techem erweitert, um künftig auch den Messstellenbetrieb vollständig zu integrieren.


10. September 2025

Kraftwerk Software integriert EDM-Technologie des Fraunhofer IOSB-AST

Die Kraftwerk Software Holding hat einen Lizenzvertrag mit dem Fraunhofer IOSB-AST abgeschlossen und übernimmt künftig den Source-Code des Energiedatenmanagementsystems "EMS-EDM Prophet" in ihre eigene Plattform. Damit will das Unternehmen regulatorische Prozesse im Energiemarkt vollständig auf der eigenen Lösung abbilden – vom Bilanzkreis- und Netznutzungsmanagement bis zum Messstellenbetrieb.

Durch die Integration erweitert Kraftwerk Software die Funktionalitäten ihrer Systeme und bietet Anwendern Zugang zu einem etablierten EDM-Standard, der bereits bei großen Versorgungsunternehmen im Einsatz ist. "Damit setzen wir eines der Kernversprechen unserer neuen Plattform um", sagt CEO Andreas Weber. Für IS-Software-Anwender bedeutet die Integration ein Leistungsupgrade, da die Fraunhofer-Technologie auch hohe Anforderungen an Massendatenverarbeitung erfüllt.

Fraunhofer und Kraftwerk Software wollen auch über den Lizenzvertrag hinaus zusammenarbeiten. "Wir freuen uns, dass unsere Forschungsergebnisse auf diese Weise verstärkt in die Praxis gelangen", erklärt Steffen Nicolai, stellvertretender Abteilungsleiter am Fraunhofer IOSB-AST


4. September 2025

RKU IT verlängert IT-Partnerschaft mit Gelsenwasser

Die RKU IT GmbH bleibt auch in den kommenden Jahren IT-Dienstleister der Gelsenwasser AG. Beide Unternehmen haben ihre seit 2005 bestehende Zusammenarbeit um weitere vier Jahre verlängert. Damit führt RKU IT die Betreuung zentraler IT-Bereiche fort, darunter Infrastruktur, Cloud-Lösungen, IT-Support und Server-Dienste.

Freuen sich über die Vertragsverlängerung: die Vertreter von RKU IT und Gelsenwasser AG.Bild: © RKU IT

Die Kooperation begann vor fast zwei Jahrzehnten mit der Ausgliederung der Gelsenwasser-IT an RKU IT und habe sich seitdem als stabiler Pfeiler in der digitalen Transformation bewährt, heißt es in der Pressemitteilung dazu. "Die langfristige Zusammenarbeit mit RKU IT hat uns nicht nur technologisch, sondern auch strategisch vorangebracht", sagt Ole Zipfel, Geschäftsführer der Gelsenwasser Energienetze GmbH. Mit der Fortführung der Partnerschaft wollen beide Unternehmen die digitale Infrastruktur im Ruhrgebiet weiterentwickeln und so auch die Zukunftsfähigkeit der Region stärken.


1. September 2025

SGW Metering verstärkt Ista Express Service

Die SGW Metering GmbH mit Sitz in Lohmar gehört seit dem 1. September zur Ista Express Service GmbH. Mit rund 130 Beschäftigten bringt das Unternehmen Erfahrung im Zählerservice und bei der Installation intelligenter Messsysteme ein. Neben dem laufenden Bestandsgeschäft soll auch das Portfolio im Bereich immobiliennaher Hardwarelösungen erweitert werden.

SGW Metering wird Teil der Ista-Gruppe (von links): Björn Dewever, Geschäftsführer Ista Express Service, Michaela Hitzberger, CTO Ista-Gruppe, Michael Ullrich, Gründer und Eigentümer SGW Metering, Sabrina Ullrich, Geschäftsführerin SGW Metering, Hagen Lessing, CEO Ista-GruppeBild: © Ista

Die Ista Express Service wurde 2020 gegründet und übernimmt Installations- und Wartungsarbeiten für Messgeräte wie Heizkostenverteiler, Wasserzähler oder Rauchwarnmelder. Mit der Integration von SGW Metering will die Ista-Gruppe ihre Installationskompetenz ausbauen und die Umsetzungsgeschwindigkeit in Projekten erhöhen.

"Zusammen schaffen wir operative Exzellenz für die Installation aller Produkte von Heizkostenverteilern bis zu intelligenten Messsystemen", sagt Geschäftsführer Björn Dewever. Sabrina Ullrich, bisherige Geschäftsführerin von SGW Metering, bleibt in gemeinsamer Leitung. Für Ista ist die Übernahme Teil einer breiteren Strategie, das Angebot von Mess- und Energiedienstleistungen bis hin zu smarten Heizungsoptimierungen und E-Mobilitätslösungen auszubauen. Ziel ist es, sich als Komplettanbieter für immobiliennahe Klimaschutzlösungen zu positionieren.


18. August 2025

Reporting an Hauptzollamt jetzt auch für SAP S/4HANA

Energieversorger können die Meldung von Strom- und Energiesteuern an das Hauptzollamt nun auch direkt aus SAP S/4HANA heraus abwickeln. Die Cortility GmbH hat ihre bestehende Lösung an die neue ERP-Generation angepasst und bei ersten Kunden implementiert.

Seit 2020 müssen Versorger steuerrechtlich relevante Daten wie Storno-Informationen oder steuerliche Bewertungen unaufgefordert elektronisch an die Hauptzollämter melden. Cortility unterstützt Stadtwerke und Energieversorger bereits seit Jahren bei der Aufbereitung und dem Export dieser Daten. Mit der S/4HANA-Version können Unternehmen die Lösung auch nach der Transformation weiter einsetzen.

Zum Funktionsumfang gehören unter anderem Berichte zur Belegaufbereitung, Prüfmechanismen, Exportfunktionen sowie die Abbildung von Erlaubnisnummern bei Steuerbefreiungen. "Weitere Lösungen werden schrittweise in die S/4HANA-Welt überführt“, sagt Geschäftsführer Sascha Dörr. Die Lösung sei vor allem für Energieversorger relevant, die ihre Marktprozesse im Zuge der SAP-Umstellung gesetzeskonform und effizient absichern wollen.


18. August 2025

Netze BW errichtet 100. Funkstandort für 450-MHz-Netz in Baden-Württemberg

Die Netze BW Dienstleistungen hat den 100. Funkmast des 450-MHz-Mobilfunknetzes aufgestellt. Damit ist nach Angaben des Unternehmens ein wichtiger Meilenstein beim Aufbau einer krisensicheren Kommunikationsinfrastruktur für kritische Infrastrukturen erreicht. Das Netz wird von der 450connect GmbH betrieben und soll die sichere Steuerung von Stromnetzen, erneuerbaren Energien und Speichern gewährleisten.

Funkmast der Netze BW.Bild: © Netze BW

Das 450-MHz-Netz zeichnet sich durch hohe Verfügbarkeit, starke Gebäudedurchdringung und Notstromversorgung aus. Es ist speziell für den Einsatz in Krisensituationen ausgelegt und ermöglicht Kommunikation auch bei längeren Stromausfällen. Nach Angaben von Netze BW sind bereits rund 70 Prozent Baden-Württembergs funkversorgt, bis Jahresende sollen es 95 Prozent sein.

"Mit dem 450-MHz-Netz schaffen wir eine Infrastruktur, die die Energiewende unterstützt und zugleich in Krisensituationen zuverlässig funktioniert", sagt Martin Konermann, Technischer Geschäftsführer der Netze BW. Die Allianz 450connect besteht aus mehr als 70 Energie- und Wasserversorgern und trägt die Finanzierung sowie die Umsetzung des Netzes. In Baden-Württemberg übernimmt Netze BW die Errichtung der Standorte, oft in bislang schlecht versorgten Regionen. Damit trägt das Unternehmen auch zur Schließung von Funklücken und zur Stärkung der digitalen Infrastruktur im Land bei.


5. August 2025

Ewa Altenburg setzt bei ERP auf NextGen-Plattform von rku.it

Die rku.it GmbH hat die Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH (Ewa) als neuen Kunden für ihre IT-Plattform NextGen gewonnen. Der thüringische Versorger führt die ERP-Komponente der Plattform ein, um betriebswirtschaftliche Prozesse zu digitalisieren und flexibler auf künftige Anforderungen reagieren zu können.

Die Energie- und Wasserversorgung Altenburg wechselt zu rku.it.Bild: © rku.it/Ewa

NextGen wird im SaaS-Cloud-Modell betrieben und bringt vorkonfigurierte Schnittstellen mit, sodass zeit- und kostenintensive Individualentwicklungen entfallen. Die Plattform ist darauf ausgelegt, heterogene Systemlandschaften zu integrieren und unterschiedliche Softwarelösungen – etwa im Netz- und Vertriebsbereich – zu verbinden. Ewa-Geschäftsführerin Andrea Schappmann sieht darin die Chance, die digitale Infrastruktur nachhaltig zu stärken und interne Abläufe effizienter zu gestalten. Die Produktivsetzung ist für Ende 2026 geplant.

Mit dem Projekt will rku.it seine Marktpräsenz im Osten Deutschlands stärken und setzt nach der Eröffnung seines Leipziger Büros den Expansionskurs fort.


5. August 2025

EVM testet intelligentes Energiemanagement mit Greenblocks und GridX

Die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) hat gemeinsam mit Greenblocks und GridX ein Pilotprojekt für intelligentes Energiemanagement erfolgreich abgeschlossen. Kundinnen und Kunden in der Region können nun das Home-Energiemanagementsystem „liya“ nutzen, das auf der Xenon-Plattform von GridX basiert.

Das System kombiniert ein lokales Gateway mit cloudbasierten Optimierungsfunktionen und ermöglicht solaroptimierten Eigenverbrauch, dynamische Tarife sowie Steuerung nach Paragraf 14a EnWG und Paragraf 9 EEG. So lassen sich PV-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Wallboxen effizient in den Haushaltsstromfluss integrieren.

Greenblocks übernahm die technische Inbetriebnahme, Schulung und operative Begleitung, die EVM brachte ihre Handwerks- und Vertriebsstrukturen ein. Das Projekt ist laut Pressemitteilung vollständig skalierbar und soll bundesweit auf weitere Stadtwerke ausgeweitet werden.

Ziel ist es, Haushalten Zugang zu intelligenter Energie und neuen Anwendungen zu verschaffen, gleichzeitig Netze zu entlasten und Stadtwerken zusätzliche Erlösquellen zu eröffnen.


5. August 2025

Smart-Meter-Rollout: Inexogy nutzt 450-MHz-Funknetz von 450connect

Der Messstellenbetreiber Inexogy und der Netzbetreiber 450connect haben ihre Zusammenarbeit offiziell gestartet. Ziel ist es, intelligente Messsysteme künftig auch dort sicher zu betreiben, wo herkömmliche Mobilfunkverbindungen nicht ausreichen. Die Lösung: das 450-Megahertz-Funknetz, das sich durch hohe Gebäudedurchdringung und Ausfallsicherheit auszeichnet. Im Rahmen der Kooperation mit 450connect werden nun zügig mehrere Pilotprojekte umgesetzt – mit dem Ziel, bereits im vierten Quartal dieses Jahres mit der flächendeckenden Installation intelligenter Messsysteme über das 450-MHz-Funknetz zu starten.

Die Frequenz wurde speziell für kritische Infrastrukturen vorgesehen und soll eine stabile Anbindung bis in den Zählerraum ermöglichen. Damit eignet sich das Netz besonders für ländliche Regionen oder Kellerbereiche ohne Mobilfunkempfang. Erste Pilotprojekte sind bereits geplant, der flächendeckende Rollout soll noch in diesem Jahr beginnen. Inexogy betreibt eine Gateway-Plattform für den wettbewerblichen Messstellenbetrieb und setzt dabei auf interoperable Hardware, etwa von Theben, PPC und EMH Metering. Neben der Gateway-Anbindung treibt das Unternehmen auch den Rollout steuerbarer Geräte nach Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes voran.

Für 450connect ist die Partnerschaft eines der ersten konkreten Smart-Metering-Projekte im neuen Netz. Der Betreiber wird getragen von mehr als 70 Energie- und Wasserversorgern, darunter Eon, Alliander, Netze BW und zahlreiche Stadtwerke. Beide Unternehmen sehen in der Kooperation einen wichtigen Schritt für eine flächendeckende, digitale Energieinfrastruktur.

Netzwerkmanagement bringt Transparenz in den Smart-Meter-Rollout

5. August 2025

Die Smartoptimo GmbH & Co. KG hat die Pilotphase eines neuen Netzwerkmanagement-Systems zur Überwachung intelligenter Stromzähler abgeschlossen. Entwickelt wurde die Lösung in Kooperation mit der Theben Smart Energy GmbH und dem IT-Unternehmen Spine. Nach der erfolgreichen Erprobung bei den Stadtwerken Witten und Bocholt ist das System nun in den Wirkbetrieb übergegangen.

Ziel ist es, den Rollout intelligenter Messsysteme effizienter zu gestalten. Das Netzwerkmanagement-System überwacht in Echtzeit die Kommunikation der Smart Meter Gateways, analysiert Signalstärke und Verbindungsqualität und macht mögliche Fehler frühzeitig sichtbar. So lassen sich Installationsprozesse besser planen und Zweitanfahrten vermeiden. "Die enge Zusammenarbeit war ein entscheidender Erfolgsfaktor“, sagt Markus Strenge, Leiter IT und Metering bei Smartoptimo. Spine-Produktchef Martin Stötzel sieht im System mehr als ein technisches Werkzeug. Es sei ein strategischer Hebel für Tempo, Transparenz und Qualität im Rollout. Auch die Theben Smart Energy GmbH kündigt an, die Zusammenarbeit im Wirkbetrieb fortzusetzen. Künftig soll das System weiteren Stadtwerken und Messstellenbetreibern zur Verfügung stehen. Eine stufenweise Erweiterung der Funktionen ist vorgesehen.


31. Juli 2025

App erleichtert Marktkommunikation und überbrückt S/4HANA-Umstieg

Stadtwerke und Energieversorger stehen aktuell vor mehreren Herausforderungen: Der 24-Stunden-Lieferantenwechsel ist gestartet, die Migration auf SAP S/4HANA muss bis 2027 erfolgen – und oft fehlt es an stabilen Übergangslösungen. Das Softwareunternehmen Conuti bietet mit seiner "MACOAPP" ein Werkzeug, das gesetzeskonforme Marktkommunikation auch ohne Systemumstellung ermöglichen soll.

Die Anwendung funktioniert laut Conuti unabhängig vom eingesetzten Backend und ist für Versorger interessant, die noch mit SAP R/3 arbeiten. Sie bildet alle relevanten Prozesse nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur ab und unterstützt unter anderem den 24-h-Lieferantenwechsel vollständig automatisiert. Dass die App funktioniert, zeigt die Praxis: ESWE Versorgung und die Stadtwerke Wiesbaden Netz setzen die Lösung ohne SAP-Migration produktiv ein und konnten den 24-h-Lieferantenwechsel termingerecht abwickeln. Auch Lumenaza, Rhön-Energie und PASM haben die Plattform erfolgreich angebunden.

Die Maco-App helfe nicht nur, regulatorische Anforderungen einzuhalten, sondern verschaffe zugleich Freiräume für zukünftige Transformationsprojekte wie die Einführung von KI, Process Mining oder Low-Code-Werkzeugen, heißt es weiter. Mit Blick auf das Jahr 2027 ist sie laut Conuti eine praxisnahe Brückentechnologie, die Prozesse absichert, Zeit gewinnt und gleichzeitig die Weichen für einen geordneten Umstieg stellt.


31. Juli 2025

Drei Stadtwerke, ein Ziel: Plattformwechsel zu SIV AG

Die Stadtwerke Strausberg, Ludwigsfelde und Neuruppin haben sich für einen gemeinsamen Wechsel ihrer IT-Plattform von SAP zu SIV entschieden. Künftig werden alle drei Versorger ihre Prozesse über die SaaS-Lösung Kvasy der SIV AG abwickeln. Der Vertrag wurde Ende Juli in Neuruppin unterzeichnet. Die Entscheidung folgt einer europaweiten Ausschreibung. Ziel der Kooperation ist es, Geschäftsprozesse zu vereinheitlichen, Synergien besser zu nutzen und Digitalisierung sowie Automatisierung weiter voranzubringen. Die Plattform soll in allen Sparten und Marktrollen zum Einsatz kommen.

Bei der Vertragszeichnung (von links): Jana Scheller, Projektleiterin der Stadtwerke Strausberg; Christian Höbel, Projektleiter SIVAG; Daniela Oberländer, Projektleiterin der Stadtwerke Ludwigsfelde; Thoralf Uebach, Geschäftsführer der Stadtwerke Neuruppin; Irina Kühnel, Geschäftsführerin der Stadtwerke Strausberg; Andreas Lüth, Vorstandsvorsitzender SIV AG; Dan Selmert, Bereichsleiter SIV AG und Marian Retzlaff, Projektleiter der Stadtwerke NeuruppinBild: © SIV.AG

Für die drei Stadtwerke steht dabei nicht nur der technische Wechsel im Fokus. Vielmehr geht es um eine nachhaltige Strategie zur Steigerung von Effizienz, Datenqualität und Serviceorientierung. Nach Aussage von Jana Scheller, Prokuristin der Stadtwerke Strausberg, versprechen sich die Beteiligten mehr Transparenz und eine moderne, zukunftssichere Systemlandschaft.

Auch SIV-Vorstand Andreas Lüth bewertet die Kooperation als strategischen Schritt. Die Plattform biete nicht nur technologische Stabilität, sondern auch die Nähe und Flexibilität, die kommunale Unternehmen im digitalen Wandel benötigen. Das Projekt startet offiziell nach den Sommerferien. Ziel ist eine gemeinsame, standardisierte Systembasis für drei regionale Energieversorger mit klarer Ausrichtung auf Zukunftsfähigkeit und Kundennähe.


29. Juli 2025

Home-Energy-Management-System: MVV-Tochter baut White-Label-Modell aus

Mit über 3000 Installationen hat sich das Home-Energiemanagementsystem (HEMS) der Beegy GmbH in der Praxis bewährt. Jetzt will das Tochterunternehmen der MVV Energie AG sein White-Label-Modell ausbauen und weitere Stadtwerke sowie Fachbetriebe aus der Elektro- und Sanitär-, Heizungs- und Klima--Branche als Partner gewinnen.

Firmensitz der MVV-Tochter BeegyBild: © Beegy GmbH

Das System wurde von Stadtwerken für Stadtwerke entwickelt. Es kombiniert eigens entwickelte Hard- und Software und deckt die gesamte Prozesskette ab – von Vertrieb und Planung über Installation und Betrieb bis zur Abrechnung. Energieversorger wie MVV, die Stadtwerke Kiel oder die Energieversorgung Offenbach setzen die Lösung bereits unter eigener Marke ein.

Technisch erfüllt das System aktuelle Anforderungen, etwa aus § 14a EnWG und § 9 EEG. Es unterstützt Überschussladen, Wärmesteuerung, E-Mobilität und dynamische Stromtarife. Die Steuerimpulse werden über das Smart-Meter-Gateway empfangen und lokal verarbeitet, um Eigenverbrauch und Netzbezug zu optimieren. Die Lösung wird vor Ort installiert und ist vom heimischen WLAN getrennt. Die Inbetriebnahme erfolgt dank vorkonfigurierter Komponenten in etwa 30 Minuten. Für Stadtwerke bietet Beegy damit eine praxisbewährte Lösung, die sich flexibel in bestehende Systeme einfügt und unter eigenem Namen angeboten werden kann.


29. Juli 2025

Energy Metering und Horizon vereinbaren Partnerschaft für Smart-Meter-Rollout

Der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Energy Metering und der Meter-Asset-Provider Horizon Energy Deutschland bündeln ihre Kräfte, um den Rollout intelligenter Messsysteme in Deutschland voranzutreiben. Horizon übernimmt dabei die Finanzierung der Smart-Meter-Infrastruktur und stellt Energy Metering moderne Geräte wie Gateways und Steuerboxen über langfristige Mietmodelle zur Verfügung.

Für den Messstellenbetreiber bedeutet die Partnerschaft eine deutliche Entlastung bei der Kapitalbindung. So kann der Ausbau beschleunigt und mehr Haushalten ein Smart Meter ohne Installationskosten angeboten werden. Ziel ist es, die Digitalisierung und Flexibilisierung des Energiesystems voranzutreiben und Verbraucher stärker an der Energiewende teilhaben zu lassen.

Energy Metering gehört zur Octopus Energy Group und zählt laut Unternehmensangaben zu den wachstumsstärksten wettbewerblichen Messstellenbetreibern in Deutschland. Horizon wiederum ist mit rund sechs Millionen installierter Geräte sowie Investitionen in Strom, Gas, Wärme und Ladeinfrastruktur ein international erfahrener Anbieter im MAP-Modell. Die Zusammenarbeit steht für neue, flexible Partnerschaftsmodelle in einem Markt, der bisher stark durch klassische Strukturen geprägt war. In Großbritannien arbeiten beide Unternehmen bereits seit Jahren eng zusammen. Nun soll diese Verbindung auch den deutschen Rollout stärken.


29. Juli 2025

10.000 digitale Ortsnetzstationen: Eon erreicht Meilenstein bei Netz-Digitalisierung

Die Eon-Netzgesellschaften haben Mitte Juli die 10.000ste digitale Ortsnetzstation in Betrieb genommen. Die smarten Stationen bilden die Schnittstelle zwischen Mittel- und Niederspannung und ermöglichen es, Stromflüsse in Echtzeit zu überwachen. So verbessern sie nicht nur die Netzstabilität, sondern erleichtern auch die Integration von Photovoltaik, Wärmepumpen und E-Mobilität.

Mit dem eigens entwickelte Standard einheitliche Systeme und Prozesse für alle Netzgesellschaften im Eon-Konzern.Bild: © Eon

Rund zwei Millionen Messdaten pro Minute laufen inzwischen auf einer zentralen Datenplattform auf und werden automatisiert ausgewertet. Sie schaffen die Grundlage für netzdienliche Steuerung, etwa beim Laden von E-Autos. Zudem sinken durch bessere Netztransparenz die Kosten für das Engpassmanagement. So könne mehr erneuerbarer Strom direkt genutzt werden, heißt es in der Pressemitteilung dazu.

Eon setzt beim Ausbau auf standardisierte, selbst entwickelte Stationen. Das vereinfache Planung, Fertigung und Bau erheblich: Derzeit werden in Deutschland bis zu 500 digitale Ortsnetzstationen pro Monat installiert. "Die Energiewende gelingt nur mit intelligenten Verteilnetzen", betont Eon-Netzvorstand Thomas König. Digitale Betriebsmittel seien dafür unverzichtbar. Sie liefern Daten, schaffen Flexibilität und stärken die Wirtschaftlichkeit.


28. Juli 2025

Stawag digitalisiert Energiedienstleistungen mit neuer Plattform

Die Stawag hat sich nach einem umfangreichen Auswahlprozess für die Einführung der Plattform Energy XRM von Epilot entschieden. Ziel ist es, den Bereich Energiedienstleistungen – insbesondere Photovoltaik und Wärme – digital und durchgängig zu organisieren.

Die neue Lösung soll nicht nur den Vertrieb neuer Anlagen abbilden, sondern auch die Verwaltung bestehender Installationen sowie Wartung und Aftersales-Prozesse integrieren. Damit verfolgt die Stawag einen ganzheitlichen Digitalansatz für ihr Energiedienstleistungsgeschäft. In einem zweiten Schritt sollen auch Bestandsanlagen auf die Plattform überführt und weitere Produkte eingebunden werden.

Künftig soll zudem das Kundenportal von Epilot zum Einsatz kommen, über das Nutzer Projektfortschritte verfolgen und Services selbst koordinieren können. Auch eine Anbindung an das Abrechnungssystem der Stawag ist geplant – vor allem mit Blick auf künftige Contracting-Modelle. Mit der Einführung von Energy XRM will die Stawag interne Prozesse optimieren und gleichzeitig die Kundenschnittstelle modernisieren – ein weiterer Schritt in Richtung digitaler Energiedienstleister.


25. Juli 2025

Open-Source-Plattform für kommunale Daten: CIVITAS/CORE geht in die nächste Entwicklungsrunde

Die Open-Source-Datenplattform Civitas/Core startet in eine neue Entwicklungsphase. Nach erfolgreichem Abschluss des europaweiten Vergabeverfahrens wurden Entwicklungsleistungen im Wert von 3,5 Millionen Euro beauftragt. Acht Städte – darunter Münster, Osnabrück und Kassel – haben sich zu einer Beschaffungsgemeinschaft zusammengeschlossen, um die Version 2 der Plattform gemeinsam voranzutreiben.

Civitas/Core verfolgt einen modularen, offenen Ansatz mit kommunaler Governance-Struktur. Ziel ist eine souveräne, interoperable Infrastruktur für Anwendungen wie smarte Mobilität, Wärmeplanung oder IoT. Die kommende Version bringt unter anderem ein feingranulares Berechtigungsmanagement, eine zentrale Nutzeroberfläche und erweiterte Funktionen zur Datenverarbeitung – auch für nicht standardisierte Datenquellen.

Die Software wird vollständig unter freier Lizenz entwickelt und soll erstmals im Dezember 2025 veröffentlicht werden. Der Generationswechsel von Version 1 auf Version 2 soll durch ein begleitendes Migrationstool erleichtert werden. Für Stadtwerke und kommunale IT-Dienstleister bietet Civitas damit nach eigenen Angaben eine skalierbare, herstellerunabhängige Alternative zu proprietären Datenplattformen – mit Fokus auf IT-Sicherheit, Kritis-Tauglichkeit und kommunaler Steuerbarkeit.


25. Juli 2025

Cortility und Datango setzen auf User Adoption für kommunale IT-Projekte

Digitale Verwaltungsprozesse scheitern häufig nicht an der Technik, sondern an mangelnder Akzeptanz – gerade in Kommunen. Um diesem Problem zu begegnen, haben Cortility und Datango Anfang 2025 eine strategische Partnerschaft geschlossen. Ziel ist es, Werkzeuge für sogenannte "User Adoption“ bereitzustellen, die Mitarbeitende bei der Einführung neuer IT-Systeme unterstützen – insbesondere bei Migrationsprojekten zu SAP S/4HANA oder vergleichbaren Lösungen.

Im Zentrum steht ein E-Learning-Ansatz, der klassische Schulungen durch digitale Tools ersetzt: Mit dem Datango-System lassen sich Prozesse aufzeichnen, in interaktive Lernformate umwandeln und in Echtzeit Hilfe anbieten – auch über SAP hinaus. Dokumentationen können automatisch erstellt, übersetzt und in verschiedenen Formaten bereitgestellt werden.

Das Datango-Wissensmanagement-Tool besteht aus drei aufeinander abgestimmten Komponenten:

  • Datango Creator dient als Autorenwerkzeug zur Erstellung digitaler Lerninhalte. Es zeichnet Prozesse direkt in der Software auf, erstellt daraus Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Simulationen und vollständige Dokumentationen – etwa für das Onboarding neuer Mitarbeitender oder die Einführung neuer Prozesse.
  • Datango Collaborator ist das kollaborative Verwaltungs- und Lernmanagementsystem. Es regelt, wer Inhalte erstellt, nutzt und verwaltet – und ermöglicht eine gezielte Zuweisung von Lernmaterialien an unterschiedliche Nutzergruppen.
  • Datango Live! unterstützt direkt am Arbeitsplatz: Die kontextsensitive Echtzeit-Hilfe blendet dort, wo Bedarf besteht, Hinweise und Anleitungen direkt in der Anwendung ein – ohne dass Nutzer das System verlassen müssen.

Für kommunale IT-Projekte verspricht der Ansatz geringeren Schulungsaufwand, weniger Rückfragen und eine höhere Akzeptanz bei Veränderungen. Besonders kleinere Kommunen profitieren vom reduzierten Aufwand für Dokumentation und Helpdesk sowie von der Möglichkeit, Mitarbeitende ohne klassische Präsenzschulungen einzuarbeiten. Die erste Implementierung der Lösung erfolgt durch Cortility direkt bei Kunden der Versorgungs- und Kommunalwirtschaft.


22. Juli 2025

MAP-Modell startet in Deutschland: Horizon und Theben schließen ersten Rahmenvertrag

Die Horizon Energy Deutschland GmbH und die Theben Smart Energy GmbH haben Anfang Juli einen Rahmenvertrag unterzeichnet, der Messstellenbetreibern den Zugang zu Smart-Meter-Gateways und Steuerboxen erleichtert. Die Vereinbarung ist laut Unternehmen der erste Rahmenvertrag in Deutschland zwischen einem sogenannten Meter Asset Provider (MAP) und einem Gateway-Hersteller.

Von links: Karim Tarraf (Director Business Development bei Horizon Energy Deutschland), Ruwen Konzelmann (Geschäftsführer Theben Smart Energy) Emil N. Bruusgaard (Geschäftsführer Horizon Energy Deutschland), Tina Hadler (Head of Sales Theben Smart Energy)Bild: © Horizon Energy Deutschland

Ein Meter Asset Provider übernimmt Finanzierung, Vermietung und Betriebsrisiken intelligenter Messsysteme – ein Modell, das sich in Großbritannien bereits etabliert hat. Horizon ermöglicht durch CAPEX-to-OPEX-Modelle und bilanzneutrale Beschaffung mehr Planungssicherheit für Rollouts. In Großbritannien stammen rund 90 Prozent der installierten Smart Meter von Meter Asset Providern.

Im Rahmen der Kooperation stellt Horizon Technik von Theben bereit, die netz- und marktdienliche Steuerung ermöglicht und auf Mehrwertdienste vorbereitet ist. Die Partner sehen darin eine Chance, den Rollout intelligenter Messsysteme auch in Deutschland zu beschleunigen. Ziel von Horizon ist es, rund 500 Millionen Euro in den Aufbau intelligenter Infrastruktur in Deutschland zu investieren.


21. Juli 2025

IVU und Soptim kooperieren bei Energiedatenmanagement – erste Kunden bereits produktiv

Die IVU Informationssysteme GmbH und die Soptim AG haben im Mai eine Kooperation im Bereich Energiedatenmanagement (EDM) vereinbart. Ziel ist ein gemeinsames EDM-System, das den Anforderungen im Netz- und Vertriebsbereich gerecht wird – unter besonderer Berücksichtigung von Datenschutz, IT-Sicherheit und Marktanforderungen.

Von links: Jens Willendorf (Vertriebsleiter der IVU Informationssysteme GmbH), Frank van den Höfel (Vorstand Produktlösungen der Soptim AG), Julian Stenzel (Geschäftsführer der IVU Informationssysteme GmbH), Frank Bremen (Bereichsleiter Sales Produktlösungen der Soptim AG).Bild: © Thomas Panzau

Das System wird nach Unternehmensangaben bereits bei rund 15 Kunden eingesetzt. Es deckt klassische EDM-Funktionen wie Prognose, Bilanzierung und Marktkommunikation ab und soll perspektivisch weiterentwickelt werden. Die Partner kündigen an, ihre Kompetenzen im Software- und Energiebereich zu bündeln und das Angebot ausbauen zu wollen.

Neben der neuen Partnerschaft bleibt auch die langjährige Zusammenarbeit zwischen IVU und Kisters bestehen. Kunden, die bereits auf Kisters-EDM setzen, sollen weiterhin mit den gewohnten Lösungen und Services arbeiten können – etwa im Bereich Redispatch.


21. Juli 2025

Gasag bringt Netzabrechnung in die SAP-Cloud – erster Meilenstein geschafft

Die Gasag-Gruppe hat den ersten Teil ihres bislang größten IT-Projekts erfolgreich abgeschlossen: Seit Juni läuft das SAP-Abrechnungssystem für den Netzbetrieb der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg in der SAP-Cloud. Damit zählt das Unternehmen zu den ersten Energieversorgern in Deutschland, die ihr Netzsystem im RISE-Modell von SAP produktiv nutzen.

Die neue Plattform übernimmt zentral alle Service- und Abrechnungsprozesse und kombiniert bewährte Effizienzstandards mit modernen Funktionen für Marktkommunikation, Geräteverwaltung und KI-Anwendungen. Ziel ist ein stabiler, sicherer und zugleich flexibler Betrieb, der regulatorische Änderungen schneller umsetzen und künftige Automatisierungen besser integrieren kann.

Gasag-Vorstand Matthias Trunk betont den strategischen Wert: "Die Abrechnung ist ein Kernelement der Geschäftsprozesse – entsprechend umfassend waren die Auswirkungen der Umstellung." Der nächste Schritt betrifft nun die Abrechnungsprozesse im Vertrieb.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper