Das Tool mit dem Namen Pandapower steht Netzbetreibern zur Verfügung, um beispielsweise auf den Ausbau der E-Mobilität, neue Speichermöglichkeiten oder zusätzliche EEG-Anlagen zu reagieren, teilte die Universität Kassel mit. Der Name setzt sich aus den Bibliotheken der Phyton-Programmiersprachen Pandas und Pypower zusammen, auf die die Software aufbaut. Auch die Bundesnetzagentur setze das Tool bereits für ihre Arbeit ein. Das Programm ist unter einer Open Source Lizenz frei verfügbar und wird kontinuierlich weiterentwickelt.
Entwickelt wurde Pandapower in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut IEE in Kassel. Es kann im Netzbetrieb eingesetzt werden, etwa indem es die Auslastung vorhersehbarer und planbarer macht. In der Netzplanung ermöglicht das Programm eine teilweise oder vollständig automatisierte Erstellung, Berechnung und Bewertung von sehr vielen unterschiedlichen Varianten in der Netzplanung. Es können zudem für jede Lösungsvariante mehrere Szenarien automatisiert berechnet werden, die sich beispielsweise hinsichtlich der Durchdringung mit dezentralen Erzeugungsanlagen unterscheiden.
Kostenlose Lösung für kleinere Netzbetreiber soll kommen
Ursprünglich wurde die Lösung in erster Linie für die automatisierte Analyse einer großen Anzahl von Netzen oder Szenarien entwickelt, erklärt Leon Thurner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Energiemanagement und Betrieb elektrischer Netze und Träger des Postdoc-UNIKAT Fellowship des Otto-Braun Fonds an der Universität Kassel, auf ZfK-Nachfrage. Deshalb werde das Programm aktuell nicht über eine graphische Benutzeroberfläche, sondern über eine Python Konsole gesteuert. Die Lösung sei derzeit daher nur mit Programmierkenntnissen ausführbar.
Allerdings arbeite die Uni Kassel im Moment an einer Lösung, welche die Grundfunktionalitäten von Pandapower auch in einer graphischen Benutzeroberfläche darstellen soll, so Thurner. "Solche Tools zur Netzmodllierung und -analyse werden bisher nur als kommerzielle Lösungen angeboten und sind teilweise für kommunale Netzbetreiber ein Kostenproblem", verdeutlicht der Wissenschaftler. "Ich hoffe deshalb, dass wir bald eine kostenlose Software bieten können, welche auch eine mit kommerziellen Tools vergleichbare Funktionalitäten anbietet, und kleinen Netzbetreiben bei der Modellierung und Analyse ihrer Netze hilft", verrät er der ZfK. (sg)
