Auch um kommunalwirtschaftliche Belange sollen umgesetzt werden: etwa die Validierung von Nachbarschaftsstrom-Verträgen oder rechtssichere Nachweise von Entsorgungswegen.

Auch um kommunalwirtschaftliche Belange sollen umgesetzt werden: etwa die Validierung von Nachbarschaftsstrom-Verträgen oder rechtssichere Nachweise von Entsorgungswegen.

Bild: © spainter_vfx-AdobeStock

Zehn Konsortialpartner haben in Berlin die neuen Blockchain-Genossenschaft "govdigital" gegründet. Die öffentlichen IT-Dienstleister möchten nach eigenen Angaben so die Blockchain- und weitere neue Technologien für die öffentliche Hand vorantreiben und eine bundesweite Netzwerkinfrastruktur für Anwendungen schaffen.

Potenziale der Blockchain-Technologie

Ein Fokus soll darin liegen, das Potenzial der Blockchain- bzw. Distributed Ledger Technology für die Zusammenarbeit von Verwaltungs- und Identifikationsvorgängen auszuloten. Es geht darum, im Sinne einer digitalen Daseinsvorsorge für öffentliche Verwaltungen und andere öffentliche Institutionen eine sichere und verbindliche bundesweite Kommunikation zu gewährleisten.

Ziel sei es, die notwendige Infrastruktur wie Server und Datenbanken in zertifizierten Rechenzentren zur Verfügung zu stellen und zu betreiben. Auf dieser Basis wiederum lassen sich Anwendungen für die öffentliche Hand entwickeln und anbieten. "Gemeinsam greifen wir die Innovationsdynamik der Blockchain auf und wollen diese für unsere Verwaltungen zugänglich machen", erklärte Dieter Rehfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung des Gründungsmitglieds regio iT. Zu den weiteren Gründungsmitgliedern gehören AKDB, Bundesdruckerei, Dataport, ekom21, Governikus, KDO, Stadt Köln, krz Lemgo und SIT. Zusammen gearbeitet werde auf Augenhöhe, Interessenten könnten jederzeit hinzustoßen – bei vergleichbar geringem bürokratischen und finanziellen Aufwand, war zu hören.

Anwendungen im kommunalwirtschaftlichen Umfeld

Künftig sollen Applikationen öffentlichen Instituten erlauben, Echtheitsnachweise, Bescheinigungen und Abrechnungen einfacher und kostengünstiger durchzuführen, etwa, wenn es darum geht, ob Zeugnisse und Führerscheine gültig sind. Dabei geht es auch um kommunalwirtschaftliche Belange: etwa um die Validierung von Nachbarschaftsstrom-Verträgen oder rechtssichere Nachweise von Entsorgungswegen.

Was govdigital macht

Die Genossenschaft ist darauf ausgerichtet, verschiedene Services bereitzustellen. Das kann Blockchain as a Service (BaaS) sein, ebenso wie die Durchführung von Transaktionen oder das Nutzen der Blockchain-Infrastruktur as a Service (BIaaS). Bei der Genossenschaft geht es aber längst nicht nur um Blockchain: Auch Künstliche Intelligenz soll den öffentlichen Sektor verändern, heißt es aus dem weiteren Umfeld. Unterstützung gibt es auch von der Politik: Thomas Jarzombek, Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für Digitale Wirtschaft und Start-ups: "Für Dienstleistungen von öffentlichen Stellen brauchen wir eine sichere, vertrauenswürdige und leistungsstarke Infrastruktur."

Der Sitz von govdigital ist in Berlin. Die Genossenschaft bezieht die Räumlichkeiten der Vitako-Geschäftsstelle, die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, die die den Gründungsprozess eng begleitete. (sg)

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