Herr Hennes, Sie sind Geschäftsführer von Vivenu. Ihr Start-up hat sich auf das Ticketing spezialisiert. Könnten Sie kurz erläutern, wer Ihr Unternehmen ist und was es mit dem Ticketing auf sich hat?
Wir haben uns lange mit der Ticketingindustrie beschäftigt, um zu verstehen, welche Bedürfnisse Veranstalter haben und uns zu überlegen, welche Lösungen der Markt benötigt. Vivenu ist die intuitivste Lösung Tickets on- und offline zu verkaufen und dem Verkäufer bei voller Handlungshoheit alle technischen Hürden zu ersparen. Die Lösung ermöglicht es Veranstaltern für die gesamte Event-Wertschöpfungskette, Tickets einfacher und schneller zu vermarkten, zu verkaufen und auszuwerten.
Sie haben auch in diesem Sommer unter anderem das Sport- und Bäderamt Bonn für das Thema Ticketing gewonnen. Welche Vorteile bringt Ihre Lösung Stadtwerken und Bäderbetrieben und wie hilfreich war hier das Thema Corona?
Corona war durchaus ein Brandbeschleuniger, der zunehmend den Fokus auf Digitalisierungsprozesse bringt. Dabei ist es wichtig, dass die Themen Prozessoptimierung und Planbarkeit nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, sondern zum Beispiel Themen wie Einlassmanagement und Nutzerakzeptanz des Personals gestützt werden. Durch Corona wurden die wesentlichen Kernelemente der Digitalisierung in den Mittelpunkt gestellt und ermöglichen Bädern und Kommunen neben der Pflichtverordnungen auch die Nutzung zusätzlicher Funktionen (siehe unten).
Sie haben außerdem spezielle Ticketlösungen entwickelt, mit der sich auch im Falle eines Corona-Infizierten weitere Mitinfizierte finden lassen. Wie funktioniert das und wie halten Sie hier den Datenschutz ein?
Die meisten der Features, die für ein solches Unterfangen notwendig sind, waren bereits in unserem System vorhanden. Um das Handling für Nutzer und Ticketkäufer gleichermaßen in Covid-19 Betrieben besser zu machen, haben wir im Rahmen von Corona unser Backend erweitert um Ticketkäufer Accounts, Kalender- und Zeitfensteransichten sowie granularere Exportfunktionen. Damit wird der Veranstalter in einem Infektionsfall bestmöglich entlastet. Der Gebrauch von ausschließlich deutschen Serverstrukturen bietet uns hier die notwendige Rechtsgrundlage, um auch die erweiterten Personalisierungsdaten sammeln zu können – alles unter Einhaltung der DSGVO.
Wie sieht es aus mit älteren Besuchern? Schreckt diese eine solche digitale Lösung nicht eher ab?
Unsere Lösung soll integrieren und nicht diskriminieren und auch insbesondere für die ältere Kundschaft Prozesse erleichtern und vor allem auch sicherer machen. Die Ergebnisse bei mehr als zwei Millionen verkauften Tickets in Covid19-Zeiten alleine, sprechen eine eindeutige Sprache. Wir sind positiv erfreut über das Feedback unserer Kunden und vor allem von deren Besucher – ob Freibad/Hallenbad, Seebad, Eishalle oder Museum.
Die intuitive Buchungsmaske hat auch bei älteren Personen zu wenig Problemen geführt. Ganz im Gegenteil – unsere Kunden berichten von langjährigen Gästen höheren Alters die sich dankbar zeigten mit der Technik einfach abgeholt zu werden. Wir haben ein dauerhaft besetztes Support Tool welches Ticketkäufer entsprechend freundlich und hilfsbereit unterstützt sowie für Notfälle eine Telefonhotline mit der auch ältere Personen durch die Buchung geführt werden. Zusätzlich bieten wir ein integriertes POS-System (sprich ein Point of Sale System, also die Möglichkeit "vor Ort" etwas zu verkaufen, etwa durch Vorverkaufsstellen bei Partnern oder im Laden selbst. Anmerkung der Redaktion), Lösungen zur telefonischen Bestellung, Reservierungsmöglichkeiten mit späterer Zahlung, etc. Unsere Erfahrung zeigt, dass hier die Prozessoptimierung für den Kunden ganz klar die initialen Bedenken geschlagen hat.
Gibt es schon weitere Interessenten aus der Kommunalwelt? Für welche Bereiche könnte Ihre Ticketing-Lösung spannend sein?
Dank unserem API-First-Ansatz sind wir flexibel genug jeden Bereich, in dem Tickets eine Rolle spielen, abzuholen und darüber hinaus bei Bedarf noch zusätzlich mit Funktionen zu bespielen. Kommunen können neben den Bädern ebenso Museen, Veranstaltungen, Theater, Eishallen, Kirchen, Weihnachtsmärkte, Konferenzen, Parkplätze, etc. einbinden. So können Kunden dank dem Platzreservierungstool sich vorab schon informieren, Tickets buchen und den Namen bei Bedarf hinterlegen. Wir arbeiten mit verschiedenen Städtepartnerschaften zusammen, die Ihre Einrichtungen unter einem Dach verwalten und so enorme Kosten sparen und sich selbst sowie dem Kunden das digitale Leben deutlich erleichtern.
In Zukunft könnte auch der ÖPNV ein spannendes Geschäftsfeld werden.
Wie sehen Ihre weiteren Pläne für die nächsten Jahre aus?
Wir möchten uns als starker und zuverlässiger Partner für öffentliche Einrichtungen etablieren, um das Leben der Mitarbeiter und Käufer noch einfacher und besser zu machen und dadurch zusätzliche Digitalprozesse anstoßen.
Wir haben uns als Technologie-Plattform Feature-technisch äußerst breit aufgestellt. Es gibt kaum ein Use Case, den wir nicht abbilden können. Demnach ist unsere Vision ganz klar: Möglichst vielen Veranstaltern verschiedenster Bereiche unsere Lösung zur Verfügung zu stellen.
Es ist dieses Jahr viel passiert. Durch die enorme Unterstützung namhafter Firmen weltweit werden wir darin bestätigt, der richtige Partner im Ticketgeschäft für anspruchsvolle Kunden zu sein. Wir liefern die technologisch führende Lösung am Markt und streben weiteres Wachstum an.
Die Fragen stellte Stephanie Gust
Die Lösung, die laut Vivenu komplett ohne Einrichtungs- und Implementierungskosten auskommt, bietet folgende Features:
- Kontaktlose Einlass- und Ausgangskontrollen mit integrierter Ticketentwertung und Echtzeit-Statistiken über Besucherzahlen
- Vermeidung von Schlangenbildung und Wartezeiten
- Bargeldloses Bezahlen der Kunden mit freier Wahl von über 60 Zahlungsmethoden
- Insbesondere Paypal, Klarna, Kreditkarte und Sofortüberweisung decken ca. 97 Prozent der Zahlungsströme ab
- Zentrale automatisierte Abrechnung ohne Zusatzaufwand für die Mitarbeiter in der Buchhaltung
- Bei Bedarf voller Zugriff über die Zahlungshistorie des Kunden
- Rückverfolgung aller Besucher im Infektionsfall (DSGVO-Konformität)
- Vollständige Kontrolle über die Verkaufszahlen – sekundengenau oder als Übersicht (Zeitfenster, Tag, Woche, Monat, Quartal, etc.) mit geographischer und zielgruppengenauer Auswertung
- Dashboard Übersicht von Umsatz und Gewinn zu jeder Zeit und von jedem Endgerät aus
Zusätzlich würden weder monatliche Servicekosten oder Mindestabnahmeverpflichtungen anfallen. Sollte eine Einrichtung Covid19-bedingt nicht geöffnet sein, entstünden auch keine Kosten.



