Udo Kock, gestandener Gas-Wasserinstallateur, hat die Zusatzqualifikation für festgelegte Elektro-Tätigkeiten erworben und ist jetzt ein sogenannter Kombi-monteur. Diese können zukünftig Hausanschlüsse legen, Stromzähler wechseln oder, wie hier im Bild, Stromverteilerkästen installieren.

Udo Kock, gestandener Gas-Wasserinstallateur, hat die Zusatzqualifikation für festgelegte Elektro-Tätigkeiten erworben und ist jetzt ein sogenannter Kombi-monteur. Diese können zukünftig Hausanschlüsse legen, Stromzähler wechseln oder, wie hier im Bild, Stromverteilerkästen installieren.

Bild: © Husum Netz

Einen Hausanschluss für Gas, Wasser und auch gleich für Strom legen – damit diese Tätigkeiten, wenn es nötig ist, von einem Team aus zwei Mitarbeitern im Rahmen eines einzigen Termins ausgeführt werden können, bildet die Stadtwerke Husum Netz GmbH (Husum Netz) derzeit vier Gas- und Wasserinstallateure zu so genannten „Kombimonteuren“ aus.

In diesem Umfang bietet aktuell nur Husum Netz nach eigenen Angaben diese Weiterbildung in Schleswig-Holstein an. „Indem wir das Handlungsfeld einiger Gas- und Wasserexperten erweitern, können wir unseren Kunden bestimmte festgelegte Elektro-Tätigkeiten bieten, das erleichtert das Terminmanagement insbesondere bei Mehrspartenhausanschlüssen. Unsere Elektrofachkräfte haben dadurch mehr Kapazitäten für spezielle fachspezifische Arbeiten an Hochspannungsleitungen, Trafostationen und für Schaltungen im Netz, die nur sie ausführen können und dürfen“, sagt Sönke Eggers, technischer Leiter der Husum Netz.

Erweiterung des Handlungsfeldes

Alle vier Gas-Wasserinstallateure haben sich freiwillig für die Zusatzausbildung gemeldet. „Da mussten wir nicht lange bitten, das ist für die jungen Leute ja eine spannende Erweiterung ihres Handlungsfelds“, schließt der technische Leiter. Die Fortbildung der Mitarbeiter ist abgeschlossen, im Dezember haben sie ihre neuen Tätigkeiten erstmals ausgeführt.


Elektrofachkräfte im Hintergrund

In früheren Jahren seien Mitarbeiter bereits zu „Kombimonteuren“ ausgebildet worden, erläutert Sönke Eggers. „Aber unsere Kombi-Experten gehen jetzt in Rente, da mussten wir dringend handeln“, berichtet er im Rückblick. Dass bei Mehrspartenhausanschlüssen ein Kombimonteur auch den Stromanschluss lege, sei bei der Husum Netz über lange Jahre erprobt und berge kein Risiko.

„Wenn ein junger Mitarbeiter zu Beginn unsicher sein sollte, kann er unsere Elektrofachkräfte jederzeit erreichen und fragen. Sie sind als ‚Mentoren‘ immer im Hintergrund“, sagt Sönke Eggers.

Zweigeteilte Ausbildung

Die Ausbildung zum Kombimonteur ist im Prinzip zweigeteilt: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) bietet eine zweiwöchige Ausbildung zur Fachkraft für festgelegte Tätigkeiten an, die branchenübergreifend Grundlagen vermittelt. Häufig nutzen das Angebot etwa Küchenbauer, die dann zusätzlich auch Geräte anschließen können.

Diese „Grundausbildung“ führt die Husum Netz dann mit einer zweiwöchigen Schulung im Haus fort, bei der die Techniker lernen, Elektro-Hausanschlüsse zu legen. Zum Abschluss legen die Mitarbeiter eine Prüfung ab.


Stromzählertausch für die Energiezukunft

Im Hinblick auf die Energiewende habe man noch einen weiteren Effizienz-Trumpf in der Tasche: Einer der Mitarbeiter lernt derzeit im Rahmen seiner Zusatzausbildung, wie man Stromzähler austauscht. Auch die drei weiteren Kollegen werden sich das aneignen. Denn in den nächsten Jahren viele herkömmliche, elektromechanische Zähler gegen moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme im Zuge des Smart-Meter-Rollouts ausgetauscht werden.

Auch hier, erläutert Sönke Eggers, sorge man frühzeitig für Ablösung: Ein langjähriger Mitarbeiter mit entsprechender Zusatzqualifikation gehe bald in Rente. „Gerade beim Zählertausch, wo es um nichts weniger als unsere Energiezukunft geht, ist uns kompetenter Nachwuchs ganz besonders wichtig“, schließt der Technik-Chef. (sg)

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