Weitere 13 Prozent planen den Einsatz dieser kleinen Programme, die einfache Fragen beantworten können und sogar ständig und selbstständig dazulernen.

Weitere 13 Prozent planen den Einsatz dieser kleinen Programme, die einfache Fragen beantworten können und sogar ständig und selbstständig dazulernen.

Bild: © Production Perig/AdobeStock

„Wertvolle Unterstützung oder Jobkiller – die Bewertung von Künstlicher-Intelligenz(KI)-Technologien in der Arbeitswelt fällt oft auf eines dieser beiden Extreme. Wir wollen hingegen eine differenzierte Betrachtung ermöglichen“, erklärt Professor Alexander Mädche, Leiter der Forschungsgruppe Information Systems & Service Design am Institut für Wirtschaftsinformatik und Marketing (IISM) des KIT.

Balance zwischen technischen Möglichkeiten und Interessen des Individuums

Die Forschungsgruppe koordiniert das Verbundprojekt „Menschengerechte KI-basierte Digitalisierung in der Energiewirtschaft“, kurz MeKIDI. In dem Projekt untersuchen Wissenschaftler zunächst, welche Auswirkungen KI-Technologien tatsächlich auf Mitarbeitende haben. Darauf aufbauend entwickeln sie Methoden für den Einsatz von KI-Technologien in der Prozessdigitalisierung, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. „Wir folgen einem sozio-technischen Paradigma, um eine gute Balance zwischen den technischen Möglichkeiten, der Organisation, den Unternehmenszielen und den Interessen des Individuums zu schaffen“, sagt Mädche.

Ziel sei es, eine gute Balance zwischen technischen Möglichkeiten, Unternehmenszielen und Interessen des Individuums zu schaffen. Im Zuge der Digitalisierung von Geschäftsprozessen setzen viele Unternehmen allerdings zunehmend KI für diese Aufgaben ein. Projekte, die beispielsweise Chatbots für die Zählerstandserfassung nutzen und diese Eingaben über Robotic Process Automation (RPA) automatisiert weiterverarbeiten, haben bereits vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Gleichzeitig verändert der Einsatz von KI-Technologien die Organisation und vor allem das Arbeitsumfeld der Mitarbeitenden.

Stadtwerke Bretten als Partner

Das Projekt befasst sich auch mit der praktischen Verwirklichung menschengerechter KI-basierter Prozessdigitalisierungsansätze: In drei sich ergänzenden „Experimentierräumen“ untersuchen die Projektpartner beispielsweise die Automatisierung von Prozessen mithilfe von Robotern (Robotic Process Automation), die Zusammenarbeit von Mensch und Chatbot sowie den Einsatz KI-basierter Kompetenzassistenten, die Virtual Reality-Technologien verwenden.

MeKIDI startete im Oktober 2020 und ist auf zwei Jahre angelegt. Partner sind neben dem koordinierenden KIT die hsag Heidelberger Services AG, die Soluvia Energy Services GmbH, die Stadtwerke Bretten GmbH und die World of VR GmbH. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert das Projekt in der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) im neuen Schwerpunkt KI der „Lern- und Experimentierräume“ mit mehr als 730 000 Euro. (sg)

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