Freiburg: Paul Spies, Projektleiter Smart City bei Badenova, hält ein Tablet mit den Füllständen der Altglascontainer.

Freiburg: Paul Spies, Projektleiter Smart City bei Badenova, hält ein Tablet mit den Füllständen der Altglascontainer.

Bild: © dpa/Philipp von Ditfurth

Thüga und badenovaNETZE ziehen eine positive Bilanz für Smart-City-Anwendungen, die sie im Reallabor gemeinsam untersucht haben. Die Gemeinden Breisach am Rhein, Freiburg, Gundelfingen, Kirchzarten und Lahr beteiligten sich zwei Jahre lang an der "Smart Region Südbaden". Getestet wurden unter anderem die Fernauslesung von Wasser- und Wärmemengenzählern, die Belegungserfassung von Wohnmobilstell- und Behindertenparkplätzen, die Bodenfeuchtemessung, die Hochwasserüberwachung sowie die Füllstandssensorik für Altglascontainer.

Personaleinsparung beim Ablesen von Wasser- und Wärmezähler

Einen hohen wirtschaftlichen Mehrwert für Energieversorger biete die Fernauslesung von Wasser- und Wärmemengenzählern über IoT-Sensoren, erklären die Unternehmen. Vermiedene Hausbesuche sparten Personalkosten ein, zudem könnten dadurch Bedarfsprozesse der Erzeugung optimiert werden, etwa über die Absenkung der Vorlauftemperatur oder Lastspitzenreduktion. Kund:innen profitieren von der komfortablen Ablesung ohne Terminvereinbarung und der geringen Fehleranfälligkeit. Zudem lassen sich durch die kurz getaktete Datenübermittlung Wassernetze besser monitoren und Leckagen rasch erkennen.

"Nach der Testphase konnten wir ein marktfähiges und wirtschaftlich interessantes Dienstleistungsmodell entwickeln. Jetzt bieten wir den Kommunen in unserer Region die Fernauslesung von Wasser- und Wärmemengenzählern in unserem Portfolio an – und registrieren großes Interesse," sagt Robin Grey, Geschäftsführer von badenovaNETZE. Die Gemeinde Ringsheim etwa stelle bereits seit Mitte November 2022 von manuellen auf digitale Wasser- und Wärmemengenzähler um.

Mehr Sicherheit bei Überflutungsrisiko

Auch um Pegelstände von Grundwasser, fließenden Gewässern und Regenrückhaltebecken zu beobachten, hätten sich IoT-Sensoren in Verbindung mit LoRaWAN-Technologie bewährt. In der Gemeinde Kirchzarten kontrollierten bisher nach Regenfällen der Bauhof und die freiwillige Feuerwehr die Pegelstände der Gewässer. Nun übermitteln digitale Pegelmessanlagen die Werte automatisch und regelmäßig an einen Empfänger.

Weniger Fahrten für die Stadtreinigung

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit lohnten sich Ultraschall-Sensoren zur Füllstandsmessung in Altglascontainern. Anhand der dreimal täglich übermittelten Daten ließen sich die Touren der Sammelfahrzeuge optimieren – bis zu 25 Prozent der Fahrten konnten eingespart, Kosten und CO2-Ausstoß damit reduziert werden.

Klimaschutz drängt

"Sämtliche Erkenntnisse können Partner aus der Thüga-Gruppe abrufen und für ihre Zwecke nutzen", erklärt Dr. Matthias Cord, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Thüga. Der Bedarf sei groß, weil die Kommunen sehr schnell aktiv werden müssten, um die Klimaschutzziele zu erreichen. "Smart-City-Konzepte machen Städte effizienter, klimaschonender und steigern damit die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger vor Ort." (pfa)

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