Derzeit laufen die Vorbereitungen für einen erfolgreichen Rollout auf Hochtouren, teilte ein Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) der ZfK mit. Ende 2019 stehe der Abschluss des dritten Zertifizierungsverfahrens an, bekräftigte der Sprecher zudem.
Das BSI unterstützt die Branche bei den notwendigen Auslieferungsprozessen – dazu gehört auch der korrekte Umgang mit den Geräten von der Bestellung bis zum Einbau vor Ort – tatkräftig.
Vorgehen bei SiLKe
"So haben wir etwa eine Task Force, eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) eingerichtet, in welcher das FNN die Expertise der Anwender und SMGW-Hersteller bündelt und vertritt. Die beteiligten Unternehmen haben hier die Möglichkeit, eine Abstimmung zu speziellen Fragestellungen bzgl. der Lieferkette zu führen. Die BSI-Task-Force erarbeitet ein Sicherheitskonzept für die Sichere Lieferkette, um die Basis für einen eigenen Branchenstandard durch das FNN vorzugeben", erläutert der BSI-Sprecher. Das Sicherheitskonzept soll den beteiligten Akteuren helfen, die bisherigen Lieferketten zu harmonisieren und Prozesse zu vereinheitlichen.
Komplexität verzögert einheitliche SiLKe
Da es derzeit noch keinen Standard zu den unterschiedlichen Lieferketten der Hersteller gibt – diese ähneln sich bisher aber laut einigen Herstelleraussagen sehr – hieß es Anfang 2019, bis zum Herbst werde der VDE|FNN hier eine standardisierte Lieferkette präsentieren.
Nun teilte der Verband der ZfK jedoch auf Anfrage mit, dass die BSI-Task-Force zur sicheren Lieferkette, die sicherheitsrelevanten Anforderungen dazu "nach leichter Verzögerung aufgrund der Komplexität Anfang 2020" vorlegen werde. Der VDE|FNN habe weiterhin das Ziel, auf dieser Basis eine Lieferkette als Standard zu definieren.
Hintergrund SiLKe Task Force
"Seit 2019 trifft sich diese Gruppe aus Messstellenbetreibern, Dienstleistern und SMGW-Herstellern regelmäßig mit dem BSI um als "Silke Task Force" gemeinsam die von den Anwendern gewünschte Harmonisierung abzustimmen", erläutert Eugen Mayer, Vorstand/Managing Director bei PPC, gegenüber der ZfK. "Wir sind hier mittlerweile weit gekommen und ich persönlich gehe davon aus, dass es Anfang 2020 ein abgestimmtes Ergebnis geben wird", bestätigt auch er.
"Die größte Herausforderung an der Auslieferung von Smart Meter Gateways ist sicherlich, dass die notwendigen Prozesse zum Umgang von Geräten in der kritischen Infrastruktur für die meisten Messstellenbetreiber neu und damit ungewohnt sind". PPC habe seit dem Abschluss ihrer SMGW-Zertifizierung, also in den vergangenen 12 Monaten, 15 Workshops mit Prozessentwicklern und über 80 Schulungen mit Monteuren und Lageristen abgehalten und dabei annähernd 600 Personen "Silke-reif" ausgebildet.
Erste Verbesserungsvorschläge vom BSI angenommen
"Aus diesen Schulungen und insbesondere aus den Workshops bekommen wir regelmäßig die Rückmeldung, dass ja alles gar nicht so kompliziert wäre wie man sich erzählt und wie es auch immer wieder in der Presse stehen würde", sagt Mayer.
Dass andere Gateway-Hersteller die PPC-Lösung ganz oder teilweise übernommen haben, spreche hierbei für sich. "Durch die gesammelten Praxiserfahrungen und eingegangenes Kundenfeedback konnten wir dem BSI im Mai bereits erste Verbesserungen vorschlagen und haben daraufhin die Genehmigung zur kurzfristigen Umsetzung erhalten, so dass diese Erleichterungen mittlerweile auch schon seit sechs Monaten in der Praxis anwendbar sind."
Keine Verschärfungen zu befürchten
Das BSI habe in diesem Zusammenhang auch klar gemacht, dass die Behörde immer offen gegenüber gut begründeten Verbesserungsvorschlägen sind, jedoch grundsätzlich das von PPC definierte Schutzniveau für angebracht und erforderlich halten. Andererseits sei aber auch keine weitere Verschärfung erforderlich. "Ich gehe daher davon aus, dass sich auch die harmonisierte Spezifikation nicht grundsätzlich von der von uns bereits zertifizierten unterscheiden wird", schließt Mayer. (sg)
