Ein Mitarbeiter von Stromnetz Berlin montiert das erste intelligente Messsystem in der Bundeshauptstadt ein.

Ein Mitarbeiter von Stromnetz Berlin montiert das erste intelligente Messsystem in der Bundeshauptstadt ein.

Bild: © Stromnetz Berlin

Der Euref-Campus, ein mehr als fünf Hektar großes Quartier mitten in Berlin-Schöneberg, sieht sich gern als Vorreiter in der Energiewende. Seit 13 Jahren lehren, forschen und basteln dort Professoren und Unternehmer gleichermaßen an einer Zukunft, die nicht nur digital sein soll, sondern auch nachhaltig. So soll der Euref-Campus immer mehr zur Smart City der Zukunft werden – ein Vorbild weit über Berlin hinaus.

Teil dieser Smart City sollen dann neben Elektroautos und Solarpanels auch intelligente Stromzähler sein. Sie sollen den Verbrauchern nicht nur detaillierte Werte zu Nutzungszeiten und die momentan genutzte elektrische Leistung anzeigen, sondern diese Werte auch noch an die jeweiligen Energieversorgungsunternehmen weiterleiten. Diesen Dienstag wurde das erste intelligente Messsystem eingebaut. Eine Premiere für den Euref-Campus und das Land Berlin.

Intelligentes Messsystem: Energiespezialist macht den Anfang

Zunächst stattet der Verteilnetzbetreiber Stromnetz Berlin, eine Tochter des Energiekonzerns Vattenfall, Kunden mit intelligenten Messsystemen aus, die zwischen 6000 und 100.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen. Darunter fallen in der Regel große wie kleine Unternehmen, nicht aber der durchschnittliche Privathaushalt in Berlin.

Berliner Privathaushalte verbrauchen nach Angaben des Betreibers im Schnitt lediglich 2500 Kilowattstunden pro Jahr. Für sie ist die kostenlose Einrichtung eines modernen Zählers vorgesehen, der tagesgenau den Stromverbrauch misst, aber nicht nach außen kommunizieren kann. Bis 2032 muss Stromnetz Berlin alle 2,3 Millionen Zähler in Berlin entsprechend modernisieren. So sieht es der Gesetzgeber vor. In den nächsten drei Jahren muss Stromnetz Berlin zudem zehn Prozent der Kunden mit einem Verbrauch zwischen 6000 und 100.000 Kilowattstunden jährlich mit intelligenten Messsystemen ausstatten.

Den Anfang macht mit BLS Energieplan ein Unternehmen, das sich selbst als Energiespezialist versteht. Es erhielt ein intelligentes Messsystem des Herstellers EMH Metering. Stromnetz Berlin will aber auch Geräte anderer Hersteller verwenden, die vom Bundesamt für Sicherheit zertifiziert und mit dem eigenen Bosch-System kompatibel sind.

Euref-Campus soll 88 intelligente Messsysteme erhalten

Derlei Stromzähler bestehen nicht nur aus einer modernen Messeinrichtung, sondern auch aus einer Kommunikationseinheit, auch Smart-Meter-Gateway genannt. Durch die Kommunikationseinheit ist das System in der Lage, wichtige Netz- und Verbrauchswerte zu erfassen und zu übermitteln. Die jährliche Ablesung des Stromverbrauchs wird damit überflüssig. Nach Angaben von Stromnetz Berlin kostet das System nach Inbetriebnahme jährlich 100 Euro.

"Als eine der Innovation verpflichtete Ingenieurgesellschafft freuen wir uns über den Einsatz von Smart-Meter-Gateways", sagte BLS-Energieplan-Geschäftsführer Wolfang Sturm auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz am Dienstag. Dies sei ein notwendiger Baustein zur Digitalisierung von Stromnetz und Abnehmern, Erzeugung und Verbrauch. Und ein weiterer Schritt hin zur Smart City der Zukunft. Immerhin soll der Euref-Campus am Ende nicht nur ein intelligentes Messsystem erhalten, sondern 88. (ab)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper