Egal ob Norden, Süden, Westen oder Osten – mittlerweile 50 Städte in Deutschland haben Smart-City-Initiativen gestartet. Mit 15 Kommunen ist Nordrhein-Westfalen am häufigsten unter den Projektinitiatoren vertreten, dicht gefolgt von Baden-Württemberg mit acht Städten. Aber auch der Rest der Bundesrepublik kann sich mit seinen Aktivitäten sehen lassen: Der Smart-City-Atlas, den Bitkom in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software-Engineering (IESE) erstellt hat, gibt einen Überblick über die Digital-Aktivitäten im Land.
Wer es in den Smart-City-Altlas geschafft hat, verfügt bereits über eine integrierte Digitalstrategie, eine ressortübergreifende Organisationseinheit oder ein lokales Partnernetzwerk, das für die Digitalisierung verantwortlich ist. All diese Voraussetzungen erfüllten neben den Großstädten Hamburg, München, Leipzig, Berlin und Düsseldorf auch 13 Mittelstädte, darunter Coburg, Bad Hersfeld und Lemgo. Dass NRW und Baden-Württemberg so gut aufgestellt sind in Sachen smarte Technologien, liegt unter amderem an spezifischen Landesförderprogrammen.
Subventionen sind wichtiger Anreiz
"Regionale Förderprogramme und Wettbewerbe wie ‘Digitale Stadt’ waren die Initialzündung für viele Smart-City-Initiativen in Deutschland. Die breite lokale Unterstützung und die große öffentliche Aufmerksamkeit haben viel Schwung und Begeisterung in die Städte gebracht", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Ein Beispiel hierfür ist Darmstadt als eine der führenden Smart Cities: 2017 gewann die Stadt den Wettbewerb von Bitkom und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund. Unter anderem koordinieren die Darmstädter ihren Verkehr mit einem intelligenten Ampelsystem und haben eine übergreifende Datenplattform zur Visualisierung und Vernetzung unterschiedlicher Themen etabliert.
Soweit sind noch nicht alle Städte. 19 haben bereits eine digitale Agenda verabschiedet – 29 sind allerdings erst dabei, eine solche zu entwickeln. Wichtigste Bereiche dabei sind vor allem die Digitalisierung der Verwaltung (98 Prozent), sowie intelligente Lösungen rund um den Verkehr (92 Prozent) sowie um Energie und Umwelt (86 Prozent).
Teilhabe und Qualifikation sind größte Herausforderung
Dass auf dem Weg dahin viele Hürden warten, beweisen die Angaben der befragten Städte. Als größte Herausforderungen wurden die digitale Teilhabe, die Qualifizierung von Verwaltungspersonen und der Umgang mit Datenschutz und IT-Sicherheit benannt. Für die interviewten Experten steht fest: "Digitalisierung muss zur Chefsache werden", auch wenn alle Akteure vor Ort sowie Mitarbeiter und Bürger einbezogen werden müssen. Ebenso kann ein überregionaler Erfahrungsaustausch helfen, die Smartness in den Städten voranzutreiben. (ls)



