Zentral sind nach Meinung der Experten die Erarbeitung eines gemeinsamen Smart-City-Verständnisses aller an der Erstellung eines Smart-City-Konzepts beteiligten Akteure sowie die Bereitstellung einer entsprechenden Infrastruktur. Eine weitere Forcierung des flächendeckenden Breitbandausbaus ist aus Sicht der Beteiligten essenziell.

Zentral sind nach Meinung der Experten die Erarbeitung eines gemeinsamen Smart-City-Verständnisses aller an der Erstellung eines Smart-City-Konzepts beteiligten Akteure sowie die Bereitstellung einer entsprechenden Infrastruktur. Eine weitere Forcierung des flächendeckenden Breitbandausbaus ist aus Sicht der Beteiligten essenziell.

Bild: © Julien Eichinger/AdobeStock

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Smart-City-Konzepte in Städten und Gemeinden erfolgreich und passgenau umsetzen zu können? Wo liegen die größten Hemmnisse bei der Realisierung solcher Konzepte? Diese Fragen analysiert eine Studie des Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge an der Universität Leipzig und der PSPC Public Sector Project Consultants GmbH, in Kooperation mit den Partnern VINCI, BDEW, BDO, Commerz Real, RheinEnergie, Stromnetz Hamburg, VKU, VNG und Westenergie.

Mittels eines umfangreichen Fragebogens nahmen Experten aus der kommunalen Verwaltung, öffentlichen Unternehmen (Energieversorgung, Energienetze, Verkehrsunternehmen/Verkehrsnetze, Parkraumbewirtschaftung und Plattformökonomie) sowie privater Dienstleister (Energie- und Wasserversorgung, Urban Solutions, Quartiersentwicklung, Automotive, Rechtsberatung, Bauindustrie und Fachjournalismus) aus Deutschland und Österreich teil.

Hemmnisse und Treiber

Das Ergebnis der Tiefenbefragung zeigt, dass alle Experten ähnliche Handlungsbereiche adressieren: Digitale Verwaltung, Energieversorgung/Energiedienstleistungen, Energieeffizienz, Mobilität, Quartier sowie Digitalisierung/digitale Infrastruktur und Vernetzung. Im Rahmen der Studie werden zudem lösungsorientierte Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Mit Blick auf die erfolgreiche Umsetzung von Smart-City-Konzepten sind laut Experten wesentliche Erfolgsfaktoren zu beachten und spezifische Hemmnisse abzubauen. Insbesondere fehlende finanzielle und personelle Ressourcen wurden als Hindernis benannt. Auch existieren entweder zu wenige Fördermittel oder die vorhandenen Programme sind nicht immer passgenau. Hingegen können Kooperationen von Kommunen, aber auch öffentlich-private Partnerschaften helfen, Smart-City-Projekte erfolgreich umzusetzen.

Essenzielle Erfolgs-Faktoren

Zentral sind nach Meinung der Experten die Erarbeitung eines gemeinsamen Smart-City-Verständnisses aller an der Erstellung eines Smart-City-Konzepts beteiligten Akteure sowie die Bereitstellung einer entsprechenden Infrastruktur. Eine weitere Forcierung des flächendeckenden Breitbandausbaus ist aus Sicht der Beteiligten essenziell. Zudem sollten Fördermittel, die nach Expertenmeinung hier die finanzielle Umsetzung von Smart City erleichtern, einfacher handhabbar sein.

Förderschwierigkeiten

Laut Studie gibt es derzeit auch zu wenig passgenaue Förderinstrumente beziehungsweise erschwerten Zugang zu Fördermöglichkeiten für speziell kommunale Unternehmen durch die Anwendung der EU-KMU-Definition.

Weitere wesentliche Erfolgsfaktoren von Smart-City-Prozessen sind hinreichend gezielt geschulte Mitarbeiter, niedrige bürokratische Hürden und die Einbindung und Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen (Bürgerbeteiligung), um Akzeptanz zu schaffen und im Besonderen die Entwicklung öffentlicher und öffentlich-privater Partnerschaftsmodelle in der Umsetzung.

Gemeinsam zur Smart-City

"Klar ist: ‚Smart‘ werden Städte und Regionen nur gemeinsam. Kommunen, kommunale Unternehmen, Privatwirtschaft und Bürgerinnen und Bürger müssen eingebunden werden. Nur so schaffen wir Mehrwerte und steigern die Lebensqualität in Stadt und Land“, sagt Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des VKU, anlässlich der Veröffentlichung der Studie.
 
Damit Smart-City-Konzepte zum Erfolg führen, müsse das Verständnis von einer Smart City und ihre Ziele mit allen relevanten Akteuren in der Kommune gemeinsam definiert werden. Die Kollaboration und Kooperation der Akteure könne Synergie- und Effizienzpotenziale heben. Den kommunalen Unternehmen kommen demnach dabei als Bereitsteller der Infrastruktur eine zentrale Rolle in der Smarten City oder Region zu.

Kommunale Unternehmenals Treiber
 
„Kommunale Unternehmen stehen bereit, um Smarte Städte und Regionen voran zu bringen“, betonte Liebing. Neben einem flächendeckenden Breitbandausbau in Stadt und Land durch kommunale Unternehmen werde in Zukunft auch der Dateninfrastruktur eine immer stärkere Bedeutung zukommen.

Edge Computing – der flächendeckenden und lokalen Verfügbarkeit von Rechenkapazitäten – stelle dabei wichtige Ressourcen bereit, insbesondere für Echtzeitberechnungen vor Ort. Lokale Rechenzentren in kommunaler Hand werden Liebing zufolge wichtige Standortfaktoren für die Wirtschaft. Aufgrund ihres Energieverbrauchs und ihrer Abwärme bedarf es dazu einer adäquaten Integration in Infrastruktursysteme. Die Studie ist unter https://www.psp-consult.de/publikation_smartcity-studie/ kostenfrei verfügbar. (sg)

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