Das alte Schloss in Stuttgart wird kaum energetisch zu sanieren sein, die Gebäude drumherum aber sollen schneller an die Reihe kommen, geht es nach der DUH.

Das alte Schloss in Stuttgart wird kaum energetisch zu sanieren sein, die Gebäude drumherum aber sollen schneller an die Reihe kommen, geht es nach der DUH.

Bild: © Pino Madeo/Pixelio

Die Idee der Versorger-Allianz 450, ein bundesweites, flächendeckendes, spartenübergreifendes über alle Versorgungsebenen gehendes und auch bei großflächigen Stromausfällen verfügbares (schwarzfallfestes) Branchennetz auf der 450-MHz-Frequenz aufzubauen, erhält weiteren namhaften Zuspruch. So haben sich jetzt die Stuttgart Netze, Netzbetreiber der Stadtwerke Stuttgart, in die Unterstützerliste eintragen lassen. Die Versorger-Allianz 450 baut damit ihre Marktposition weiter aus.

Mit mehr als 180 Unterstützerunternehmen und einer Flächenabdeckung von mehr als einem Drittel Deutschlands versorgen ihre vorwiegend kommunal geprägten Unterstützer inzwischen mehr als die Hälfte der bundesdeutschen Bevölkerung mit Energie und/oder Wasser. Neben der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart sind bereits Unternehmen aus den Landeshauptstädten Berlin, Dresden, Hamburg, Kiel, München und Wiesbaden bei der Versorger-Allianz aktiv.

Gründung der Versorger-Allianz 450 GmbH läuft an

Im Ausschreibungsverfahren um die 450-MHz-Frequenz hat sich die Initiative sehr aktiv eingebracht und kämpft für die Frequenzzuteilung an die Energie- und Wasserversorgungsbranche. Die Gründung der Versorger-Allianz 450 GmbH ist angelaufen. Das Unternehmen wird seinen Sitz in Bonn haben. Mehr als 20 Gesellschafterzusagen auch namhafter und potenter Branchenunternehmen liegen laut Angaben des Vereins bereits vor.

Das Modell eröffnet jedem Unterstützer eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung und damit eine Mitwirkung an den Entscheidungsprozessen und der Ausrichtung des Unternehmens und der Bewirtschaftung der Frequenz. Dies gelte auch für eine angemessene Umsatzrendite des eingebrachten Kapitals. "In Anbetracht sinkender Ergebnisse ist dies auch eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit, die Unternehmensergebnisse in Teilen zu stabilisieren bzw. auszugleichen", verdeutlicht die Initiative. Weitere Interessenten können sich auf der Homepage der Versorger-Allianz direkt informieren (externer Link).

Stuttgart Netz als Unterstützer

Mit Stuttgart hat sich jetzt die Landeshauptstadt Baden-Württembergs für 450 MHz und damit für ein diskriminierungsfreies, nationales und bundesweites Branchenmodell ausgesprochen. Arvid Blume, Geschäftsführer der Stuttgart Netze, begründet dies: „Als Netzbetreiber für rund 650.000 Einwohner und als Landeshauptstadt tragen wir eine besondere Verantwortung für die Versorgung. Mit einem schwarzfallfesten Branchenfunknetz auf 450 MHz können wir sicher und zukunftsfähig auch steigende Anforderungen unserer kommunalen Eigner erfüllen. Wir sind aber auch besser in der Lage den teils besonderen Herausforderungen von Energiewende und Klimawandel für Stuttgart zu begegnen.“

Durch diese beiden Megatrends sieht Blume deutlich veränderte Anforderungen auf Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser und Abwasser zukommen. Auch Mobilität, Umweltschutz, Ladeinfrastruktur und Digitalisierung würden Herausforderungen mit sich bringen. Die aktuellen Fernwirksysteme auf Kupfer- oder Glasfaserbasis seien leider aber in der Regel nicht gegen einen Blackout immun. Deshalb bedürfe es eines flächendeckenden Kommunikationssystems, das zu jeder Zeit und an jedem Ort in Deutschland eine Kommunikation Mensch zu Mensch und Maschine zu Maschine ermöglicht. Die derzeitigen am Markt vorhandenen Mobilfunknetze erfüllen ihm zufolge diese Anforderungen nicht oder nur sehr eingeschränkt.

Corona verdeutlicht Notwendigkeit für 450-MHz-Funknetz

Auch die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig es sei, hier just in time über entsprechende Daten oder Steuerungsmaßnahmen zu verfügen. "Käme es in einer solchen Krise noch zu relevanten Versorgungsausfällen und wären die Ver- und Entsorger mangels Kommunikations- und Steuerungsmöglichkeit nicht in der Lage früh und zielgerichtet zu reagieren, so wären deutliche und teils nicht reversible Schäden sicher zu besorgen", verdeutlicht die Versorger-Allianz 450.

Dies sieht auch Arvid Blume so: „Die zunehmende Digitalisierung, der steigende Überwachungs- und Steuerungsdruck, aber auch die sich rasant verändernde Energie- und Wasserversorgung machen neue Übertragung-, Steuerungs- und Überwachungssysteme unerlässlich. Dies sind die notwendigen Werkzeuge. Die 450 MHz ist der zentrale Baustein für die Energie- und Wasserwirtschaft. Deshalb unterstützen wir hier aktiv auch die Versorger-Allianz 450. Insbesondere die kommunal geprägte Ausrichtung deckt sich mit unseren Vorstellungen und Werten.“ (sg)

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