Die Datenbanken wecken die Befürchtungen von Verbraucherschützern, dass Kunden künftig diskriminiert werden könnten.

Die Datenbanken wecken die Befürchtungen von Verbraucherschützern, dass Kunden künftig diskriminiert werden könnten.

Bild: © Eisenhans/AdobeStock

Die Stadtwerkegruppe Thüga hat den Zuschlag für die Entwicklung einer gemeinsamen Abrechnungsplattform für die Energiewirtschaft an Accenture vergeben. Der Technologieanbieter hat sich laut Pressemitteilung in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt. Er erhält als Generalunternehmer sowohl den Zuschlag für Los1 „Lieferant“ als auch für Los 2 "Verteilnetzbetreiber/Messstellenbetreiber".

Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden, schließlich handelt es sich um einen sehr prestigeträchtigen und attraktiven IT-Großauftrag aus der Energiebranche. Die Thüga-Abrechnungsplattform (TAP) wird mit aktuell 15,5 Mio. Zählpunkten eine der größten am  Markt sein.
 

Cord: "Meilenstein in der standortübergreifenden Zusammenarbeit der Thüga-Gruppe"

„Die TAP wird einen neuen Standard in der Energiebranche setzen. Mit dem Zuschlag an Accenture können wir nun die Umsetzung beginnen“, sagt Matthias Cord, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft. Laut ZfK-Informationen handelt es sich um ein gemeinsames Projekt von Accenture, BTC, Klafka & Hinz und Powercloud.

Für die Thüga-Gruppe stelle das Projekt einen Meilenstein in der standortübergreifenden, interdisziplinären Zusammenarbeit dar, schreibt das Unternehmen weiter. Insgesamt 38 Stadtwerke und Energieversorger haben sich für die TAP entschieden und bringen 15,5 Millionen Zählpunkte in den Marktrollen Lieferant, Netz- und Messstellenbetreiber mit ein – rund 66 Prozent der Zählpunkte in der Thüga-Gruppe.

Die von der Thüga mit Eins Energie in Sachsen, Mainova, RhönEnergie Fulda, WEMAG sowie der Template-Gemeinschaft – 23 Partnerunternehmen, die momentan ein auf die Thüga- Gruppe angepasstes Template einsetzen – initiierte Abrechnungslösung biete den Kunden nach dem Pay-per-Use-Prinzip "wettbewerbsfähige Leistungen zu wirtschaftlichen Preisen".

Abrechnungsprozesse im Commodity-Bereich laufen weitestgehend automatisiert

Die modular aufgebaute Plattform als echte Cloud-Architektur setze technologisch "neue Maßstäbe für die drei Marktrollen". Ergänzt wird sie durch einen Digital Layer, um zum Beispiel Funktionalitäten für die digitale Kundenansprache zu integrieren. Mithilfe der TAP würden Abrechnungsprozesse im Commodity-Bereich effizient und weitestgehend automatisiert ablaufen.

Die Abrechnungsplattform werde außerdem die Time-to- Market neuer Produkte für die Energiewirtschaft deutlich verkürzen und deren Vertriebsstart beschleunigen. „Mit Accenture haben wir einen renommierten Anbieter beauftragt, der unsere Zielvorgaben für eine standardisierte, zukunftssichere Plattform umsetzen kann“, so Cord.

Single Point of Contact für Anbieter und Kunden

Das „erfolgreiche interdisziplinäre und standortübergreifende Zusammenarbeitsmodell aus dem Projekt“ werde auch zukünftig beibehalten. Die 2021 gegründete TAP Steuerungsgesellschaft agiere dabei als Single Point of Contact zwischen den Plattformkunden und dem Plattformanbieter, um die Thüga-Abrechnungsplattform über den kompletten Lebenszyklus entlang der Kundenbedürfnisse zu gestalten und kontinuierlich zu verbessern. Die TAP werde als Software as a Service (SaaS) angeboten werden und den Plattformbetrieb mit allen regulatorischen Anpassungen inkludieren.

Zweiter Geschäftsführer bei TAP Steuerungsgesellschaft

Annette Suckert, Leiterin des Thüga-Kompetenzcenters Digitalisierung und Kaufmännische Beratung, verantwortet als erste Geschäftsführerin der TAP Steuerungsgesellschaft die TAP- Kundenseite. Mit dem Bieterzuschlag hat Jan-Wilm Buschkamp – seit 2019 Leiter IT der Mainova – als zweiter Geschäftsführer die Steuerung des TAP-Anbieters übernommen. „Mit dem Zuschlag für Accenture sind wir auf dem besten Weg, unser Ziel einer kosteneffizienten und flexiblen Plattform für Energieversorger jeder Größenordnung umzusetzen”, sagt Annette Suckert.

Bis Ende des Jahres soll die Organisation und das Team aus Expertinnen und Experten der TAP-Kunden für den Plattformaufbau zusammenstellt werden. Im Dezember soll der offizielle Kick-off mit Accenture stattfinden, um die Infrastruktur aufzusetzen und die Entwicklung der Plattform zu starten, heißt es. (hoe)

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