Die Stiftung Warentest hat zwölf Videochat-Programme getestet – die meisten Tools für die Videokonferenz sind kostenlos nutzbar. Im Test liegen zwei Microsoft-Produkte vorne. Fast alle Chatprogramme haben jedoch Defizite beim Datenschutz, nämlich elf von zwölf.
Den Testsieg holt Microsoft Teams. Im Prüfzeitraum war das Tool noch kostenpflichtig, inzwischen ist es in einer abgespeckten Version gratis erhältlich. Acht weitere Tools für Webmeetings gibt es ebenfalls kostenlos – Nutzer können sie also risikofrei ausprobieren und bei Bedarf wechseln. Nur die geprüften Produkte von Slack, GoToMeeting und Mikogo kosten weiterhin Geld. Slack bietet zwar eine Gratis-Variante an, diese ermöglicht aber keine Gruppen-Videochats. Die Anschaffung der kostenpflichtigen Programme aus dem Test lohnt sich kaum: Alle drei liegen in der Tabelle recht weit hinten, so Stiftung Warentest.
Fast genauso gut wie Microsoft Teams schneidet die Gratis-Software Microsoft Skype ab. Das ebenfalls gute und kostenlose Jitsi ist das einzige der zwölf geprüften Programme, das eine vollständige Nutzung sämtlicher Funktionen ohne Registrierung ermöglicht – ein Plus in puncto Datensparsamkeit. Das Programm erfüllte damit auch als einziges die Datenschutzbedingungen.
Einfache Installation
Bei der Ersteinrichtung erreichen alle Programme die Note gut oder sehr gut. Meist läuft es so: Einfach per Suchmaschine die Anbieter-Website finden und aufrufen, die Software auf den eigenen Rechner laden, ein Nutzerkonto anlegen und dem Installations-Assistenten folgen. Der ganze Prozess sei oft nach fünf Minuten abgeschlossen. Wer die Programme auch auf dem Smartphone oder dem Tablet nutzen will, holt sich die jeweilige App aus Googles Play Store oder Apples App Store.
Bild und Ton im Chat sei meist sehr gut, so ein weiteres Fazit. Bei optimaler Verbindung stießen die Experten der Stiftung Warentest kaum auf Probleme mit Bild oder Ton. Eine der wenigen Ausnahmen war Blizz: Dem Programm gelang es nur begrenzt, Umgebungsgeräusche auszublenden – eine klappernde Tastatur oder die im Hintergrund rumpelnde Waschmaschine können also beim Chatten zum Störfaktor werden. Bei schwacher Verbindung leide zuerst das Bild. Bei langsameren Internetverbindungen – etwa in manchen ländlichen Gegenden oder bei akuten Störungen – sei der Ton oft noch passabel, während das Video beispielsweise ruckelt, matschig wird oder ganz abbricht.
Wer einen eher langsamen Anschluss den raten die Warentester zu Jitsi: Dieses Programm komme mit schwachen Verbindungen besser zurecht als die Konkurrenten. Zoom sei bei Schneckentempo hingegen die ungünstigste Wahl. Sollten während eines Videochats technische Probleme auftreten, raten die Tester dazu, die Kamera abzuschalten. Zude sollte man prüfen, ob die Verbindung besser werde, wenn der Rechner per Lan-Kabel an den Router angeschlossen ist, anstatt das WLan zu nuten.
Die Top-Ten in abnehmender Rangliste
Microsoft Teams, Microsoft Skype, Jitsi, Team Viewer Blizz, Discord, Cisco Webex, Google Hangouts, Slack Standard, Zoom und Bitrix 24. Die beiden letzten Plätze belegten GoToMeeting Professional (Rang 11), und Mikogo Professional (12).


