Das kostenlose Jitsi ist das einzige der zwölf geprüften Programme, das eine voll­ständige Nutzung sämtlicher Funk­tionen ohne Registrierung ermöglicht – ein Plus in puncto Daten­spar­samkeit.

Das kostenlose Jitsi ist das einzige der zwölf geprüften Programme, das eine voll­ständige Nutzung sämtlicher Funk­tionen ohne Registrierung ermöglicht – ein Plus in puncto Daten­spar­samkeit.

Bild: © Andrey Popov/AdobeStock

Die Stiftung Warentest hat zwölf Video­chat-Programme getestet – die meisten Tools für die Video­konferenz sind kostenlos nutz­bar. Im Test liegen zwei Microsoft-Produkte vorne. Fast alle Chat­programme haben jedoch Defizite beim Daten­schutz, nämlich elf von zwölf.

Den Testsieg holt Microsoft Teams. Im Prüf­zeitraum war das Tool noch kosten­pflichtig, inzwischen ist es in einer abge­speckten Version gratis erhältlich. Acht weitere Tools für Webmee­tings gibt es ebenfalls kostenlos – Nutzer können sie also risikofrei ausprobieren und bei Bedarf wechseln. Nur die geprüften Produkte von Slack, GoToMee­ting und Mikogo kosten weiterhin Geld. Slack bietet zwar eine Gratis-Variante an, diese ermöglicht aber keine Gruppen-Video­chats. Die Anschaffung der kosten­pflichtigen Programme aus dem Test lohnt sich kaum: Alle drei liegen in der Tabelle recht weit hinten, so Stiftung Warentest.

Fast genauso gut wie Microsoft Teams schneidet die Gratis-Software Microsoft Skype ab. Das ebenfalls gute und kostenlose Jitsi ist das einzige der zwölf geprüften Programme, das eine voll­ständige Nutzung sämtlicher Funk­tionen ohne Registrierung ermöglicht – ein Plus in puncto Daten­spar­samkeit. Das Programm erfüllte damit auch als einziges die Datenschutzbedingungen.

Einfache Installation

Bei der Erstein­richtung erreichen alle Programme die Note gut oder sehr gut. Meist läuft es so: Einfach per Suchmaschine die Anbieter-Website finden und aufrufen, die Software auf den eigenen Rechner laden, ein Nutzer­konto anlegen und dem Installations-Assistenten folgen. Der ganze Prozess sei oft nach fünf Minuten abge­schlossen. Wer die Programme auch auf dem Smartphone oder dem Tablet nutzen will, holt sich die jeweilige App aus Googles Play Store oder Apples App Store.

Bild und Ton im Chat sei meist sehr gut, so ein weiteres Fazit. Bei optimaler Verbindung stießen die Experten der Stiftung Warentest kaum auf Probleme mit Bild oder Ton. Eine der wenigen Ausnahmen war Blizz: Dem Programm gelang es nur begrenzt, Umge­bungs­geräusche auszublenden – eine klappernde Tastatur oder die im Hintergrund rumpelnde Wasch­maschine können also beim Chatten zum Stör­faktor werden. Bei schwacher Verbindung leide zuerst das Bild. Bei lang­sameren Internet­verbindungen – etwa in manchen ländlichen Gegenden oder bei akuten Störungen – sei der Ton oft noch passabel, während das Video beispiels­weise ruckelt, matschig wird oder ganz abbricht.

Wer einen eher lang­samen Anschluss den raten die Warentester zu Jitsi: Dieses Programm komme mit schwachen Verbindungen besser zurecht als die Konkurrenten. Zoom sei bei Schne­ckentempo hingegen die ungüns­tigste Wahl. Sollten während eines Video­chats tech­nische Probleme auftreten, raten die Tester dazu, die Kamera abzu­schalten. Zude sollte man prüfen, ob die Verbindung besser werde, wenn der Rechner per Lan-Kabel an den Router angeschlossen ist, anstatt das WLan zu nuten.

Die Top-Ten in abnehmender Rangliste

Microsoft Teams, Microsoft Skype, Jitsi, Team Viewer Blizz, Discord, Cisco Webex, Google Hangouts, Slack Standard, Zoom und Bitrix 24. Die beiden letzten Plätze belegten GoToMeeting Professional (Rang 11), und Mikogo Professional (12).

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper