Die Gaspreise sind in den vergangenen Monaten steil nach oben gegangen.

Die Gaspreise sind in den vergangenen Monaten steil nach oben gegangen.

Bild: © Andreas Baumer

Erstmals seit knapp zwei Jahren haben die EU-Staaten in einem Quartal wieder mehr Gas aus Russland importiert als aus den USA. Das geht aus Daten der Brüsseler Beratungsgesellschaft Bruegel hervor. Demnach bezog die EU im Vierteljahr von April bis Juni gut 12,7 Mrd. Kubikmeter aus Russland und 12,3 Mrd. aus den Vereinigten Staaten.

Verglichen mit dem ersten Quartal 2024 gingen die Lieferungen aus Russland zwar leicht zurück, die aus den USA sanken jedoch stärker. Über die Zahlen berichtete die "Welt" am Sonntag. 

Größter Lieferant aus EU

Größter Gaslieferant der EU bleibt mit 23,9 Mrd. Kubikmetern im zweiten Quartal Norwegen. Bis zu seinem Überfall auf die Ukraine Anfang 2022 hatte Russland diese Position, danach fuhren viele EU-Staaten die Einfuhren aus dem Land zurück.

Deutschland bezieht nach Daten des Statistischen Bundesamts von dort kein Gas mehr. EU-weit ist Russland in der Lieferantenliste knapp vor die USA auf Position zwei gestiegen. Die Zielländer gingen aus den Daten nicht hervor.

Röttgen fordert ein EU-weites Importverbot

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen forderte in der "Welt" ein EU-weites Importverbot für russisches Gas: "Die Europäer unterstützen die Ukraine mit Milliarden und zahlen gleichzeitig Milliarden in die Kriegskasse Putins – das ist weder verantwortlich noch rational, noch glaubwürdig."

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Michael Kruse, sprach sich dafür aus, dass die EU "auf jeden Kubikmeter importiertes Russengas einen festen Betrag für Hilfs- und Waffenlieferungen an die Ukraine leisten" könnte. Kruse: "So würde Putin den Widerstand gegen seine barbarischen Angriffe selbst bezahlen." (dpa/amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper