Wenn die Gebühren sich erhöhen, schade dies der deutschen Wirtschaft, so der PMeV.

Wenn die Gebühren sich erhöhen, schade dies der deutschen Wirtschaft, so der PMeV.

Bild: © bluebay2014/AdobeStock

Der Preisrückgang beim Erdgas kommt inzwischen auch bei den Haushalten in Deutschland an, wie Internet-Vergleichsportale beobachtet haben. Nach Berechnungen von Check24 ist der durchschnittliche Gaspreis im ersten Halbjahr 2020 um drei Prozent gesunken. Für einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden muss eine Familie im Juni im Schnitt 1195 Euro bezahlen. In Januar waren es den Angaben zufolge noch 42 Euro mehr. Die Beschaffungspreise der Lieferanten sind den Analysten zufolge seit Jahresbeginn um 65 Prozent gesunken.

Das Vergleichsportal Verivox ist bei seinen Berechnungen zu etwas anderen Zahlen gekommen. Demnach fiel der Durchschnittspreis bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden seit Jahresbeginn um 5,8 Prozent. "Die zuletzt stetig steigenden Gaspreise sind auf das Niveau von vor 18 Monaten zurückgefallen", sagte Verivox-Energieexperte Valerian Vogel. Einen derart raschen Preisrutsch habe es letztmals 2009 gegeben.

Strompreis ist nur leicht zurückgegangen

Beim Strom hat Verivox einen leichten Preisrückgang in diesem Jahr ermittelt. Der Durchschnittspreis für 4000 Kilowattstunden sei von Januar bis Juni um 0,5 Prozent gesunken.

Aber im Jahresvergleich hat das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Strom- und Gaspreise für Haushalte ermittelt. Demnach war Strom im Mai 4,2 Prozent teurer als im Vorjahreszeitraum. Erdgas verteuerte sich um 1,7 Prozent. Weil gleichzeitig die Preise für Heizöl um gut 30 Prozent gesunken sind, wurde Haushaltsenergie insgesamt auf Jahressicht 1,8 Prozent billiger.

Auch Heizöl ist merklich günstiger

Zu den Gewinnern gehören in diesem Jahr Haushalte, die mit Öl heizen. Der Preis für 100 Liter Heizöl (bei Abnahme von 3000 Litern inklusive Mehrwertsteuer) liegt gegenwärtig im bundesweiten Durchschnitt bei rund 48 Euro und damit um 23 Euro niedriger als zu Beginn des Jahres. Ein Vier-Jahres-Tief ist noch nicht ganz erreicht, aber in Sichtweite.

Die Heizölkunden hatten schon im Frühjahr kräftig geordert. Nun ist erst einmal Flaute, denn wegen der bevorstehenden Senkung der Mehrwertsteuer lohnt es sich, mit der nächsten Heizöllieferung bis zum zweiten Halbjahr zu warten. Spätestens im Herbst rechnet der Handel wieder mit einem Nachfrageschub, weil dann mit der CO2-Abgabe eine Verteuerung des Heizöls bevorsteht. Ab dem kommenden Jahr wird der CO2-Preis auch das Gas für die Haushalte schrittweise verteuern. (dpa/gun)

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