Der Betreiber der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist mit dem Vorhaben gescheitert, von bestimmten EU-Regeln freigestellt zu werden.

Der Betreiber der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist mit dem Vorhaben gescheitert, von bestimmten EU-Regeln freigestellt zu werden.

Bild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Erdgas-Leitung Nord Stream 1 ist 2021 wie schon im Jahr zuvor nahezu unter Volllast gelaufen. Durch die vor zehn Jahren in Betrieb genommene Ostsee-Pipeline vom westrussischen Wyborg nach Lubmin bei Greifswald wurden 59,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportiert. Wie das Betreiberkonsortium Nord Stream AG (Zug/Schweiz) am Montag mitteilte, war das die gleiche Menge wie im bisherigen Rekordjahr 2020. Seit Inbetriebnahme des ersten Strangs Ende 2011 seien auf diesem Wege somit mehr als 441 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach Lubmin gelangt, wo es in das westeuropäische Versorgungsnetz eingespeist wird. Russland ist seit Jahren wichtigster Gaslieferant Deutschlands.

Um die Inbetriebnahme der parallel durch die Ostsee verlaufenden Gasleitung Nord Stream 2 wird heftig gestritten. Der zweite Doppelstrang, der die gleiche Transportkapazität haben wird wie Nord Stream 1, ist fertiggestellt, bedarf aber noch einer Zertifizierung und Freigabe durch die zuständigen Behörden.

Habeck in Sorge

Erst am Wochenende hatte sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erneut kritisch zu dem Projekt geäußert und vor einer zu großen Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen gewarnt. Die letzten Wochen und der Konflikt in der Ostukraine hätten die Sorge, dass Russland seine Gaslieferungen auch gegen deutsche Interessen einsetzen könnte, wachsen lassen.

Mehrheitsgesellschafter der Nord Stream AG ist der russische Staatskonzern Gazprom. Dem internationalen Joint Venture gehören zudem die deutschen Unternehmen Wintershall Dea und Eon sowie die niederländische Gasunie und Engie aus Frankreich an. (dpa/amo)

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