Mittelständische Industrieunternehmen zahlen derzeit 21 Prozent mehr für neue Gasbezugsverträge als noch im April, nämlich im Schnitt 2,45 Cent pro kWh zuzüglich Erdgas- und Umsatzsteuer. Das geht aus dem neuen halbjährlichen Preisvergleich des Großabnehmerverbandes VEA hervor, der am Dienstag vorgelegt wurde. Er berücksichtigt den Schnitt von Neuabschlüssen für 15 nicht gewichtete industrielle Abnahmefälle in den 50 größten Netzgebieten. Insgesamt gibt es etwa 750 Gasnetzgebiete. Aber der VEA teilt mit, Industriegas habe sich überall "massiv verteuert".
Frontjahr zeitgleich um 41 Prozent teurer
Auch VEA-Hauptgeschäftsführer Volker Stuke deutet die Entwicklung folgendermaßen: "Für die Preissteigerungen sind vor allem signifikant höhere Großhandelspreise verantwortlich." In der Tat: Die stiegen zeitgleich seit April noch um einiges stärker: Im Schnitt verteuerte sich die Jahreslieferung 2019 auf Großhandelsebene im Marktgebiet NCG seitdem bis zum Rumpf-Oktober um 41 Prozent auf 25,39 Euro pro MWh oder 2,539 Cent pro kWh. Das ergeben ZfK-Berechnungen.
Im Großhandelspreis sind aber weder Netzentgelte noch Umlagen enthalten (Marktraumumstellung, Virtueller Handelspunkt, Biogaswälzungsbetrag), genauso wenig Erdgas- und Umsatzsteuer. Das bedeutet: Ein Gasvertrieb, der jetzt mit einem Industriekunden einen Liefervertrag für 2019 zu 2,45 Cent pro kWh abschlösse und back-to-back zu diesem Monatsdurchschnitt am Handelspunkt beschaffte, würde von vorneherein Verlust machen.
Am teuersten in Leipzig, Mannheim und Saarbrücken
Wie immer in Deutschland sind die Industriegaspreise regional höchst unterschiedlich, wegen der lokal verschiedenen Netzentgelte, die natürlich eingepreist werden müssen: Am meisten erlösten Gasvertriebe im Vergleich der 50 großen Netzgebiete in Leipzig mit 2,83 Cent pro kWh, gefolgt von Mannheim mit 2,7 Cent und von Saarbrücken mit 2,67 Cent.
Am günstigsten in Bremen, Dortmund und Südostbayern
Die günstigsten Abschlüsse gibt es derzeit in Bremen mit 2,22 Cent, Dortmund mit 2,25 Cent und im Netz der "Energienetze Bayern", einer Tochter der Energie Südbayern (ESB), mit 2,27 Cent. Daran änderte auch nichts, dass die Endpreise in Dortmund und in den "Energienetzen Bayern" gegenüber April prozentual am höchsten gestiegen waren: um fast ein Viertel. (geo)
Der Winter kann kommen: Die Versorgungssicherheit beim Gas dürfte Deutschland in den kommenden Monaten kein Problem bereiten.
Bild: © Uschi Dreiucker/Pixelio
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