Olaf Schneider, Geschäftsführer der EVH GmbH (links) und Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen, auf dem Dach des Kindertageszentrums Voßstraße, welches mit Photovoltaik ausgestattet wurde.

Olaf Schneider, Geschäftsführer der EVH GmbH (links) und Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen, auf dem Dach des Kindertageszentrums Voßstraße, welches mit Photovoltaik ausgestattet wurde.

Bild: © Stadtwerke Halle GmbH/Manfred Boide

Energieversorgung Halle (EVH) treibt das Programm "Solar auf halleschen Dächern" voran. Dazu führte die Energietochter der Stadtwerke Halle bereits Gespräche mit zahlreichen Kunden wie der Stadtverwaltung, der Wohnungswirtschaft, den Franckeschen Stiftungen, einigen Partnern der Energie-Initiative sowie Gewerbetreibenden. Bis Ende 2026 sollen allein auf städtischen Liegenschaften voraussichtlich 40 Objekte mit Photovoltaik ausgestattet werden, teilt EVH mit.

Das erste Dach im Stadtgebiet wurde kürzlich für die Franckeschen Stiftungen auf dem Kindertageszentrum Voßstraße realisiert. Die Anlage werde von der EVH betrieben und der Strom wird direkt von den Stiftungen abgenommen, so Ole Baumann, Projektentwickler für Energiedienstleistungen bei EVH.

"Dieses Projekt ist Teil unseres Solar-Masterplans, der neben der kommunalen Wärmetransformation ein wichtiger Baustein der Roadmap Klimaneutralität ist, die wir gemeinsam mit den Partnern der Energie-Initiative entwickeln und umsetzen", sagt Olaf Schneider, Geschäftsführer der EVH.

Schulen, Kindergärten und ähnliche Gebäude verfügen demnach über kostbare Dachflächen, die für die Stromerzeugung durch Photovoltaik (PV) genutzt werden können. "Wir haben über 300 städtische Dächer gescreent und auf ihre Tauglichkeit für PV-Anlagen bewertet. Dabei sind viele Parameter, allen voran die Statik, zu beachten", so Schneider weiter.

Rentable Freiflächenanlagen

Für den zügigen Ausbau von Photovoltaik haben die Stadtwerke Halle und die EVH im Rahmen ihrer Gesamtstrategie zur Energiewende 2021 einen Solar-Masterplan aufgelegt. Er setzt auf Potenzialbewertung, Beratung, Lösungen, die Verbindung von Ökonomie und Ökologie sowie die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern.

In den kommenden Jahren sollen Tempo und Umfang der Aktivitäten wachsen. So investiert die EVH weiter in große PV-Freiflächenanlagen. Sie seien rentabel und von großen ökologischen Nutzen, betont der Versorger.

Kooperation mit Gemeinden

Da im Stadtgebiet Flächen knapp seien, kooperiere EVH zudem verstärkt mit Umlandgemeinden. Mit der Großanlage Phönix, die im halleschen Norden sowohl auf Stadtgebiet als auch auf Gebiet Sennewitz der Gemeinde Petersberg betrieben wird, sei dies erfolgreich gelungen.

Auch außerhalb Sachsen-Anhalts funktioniert die Zusammenarbeit demnach. So verfügen beispielsweise allein die beiden brandenburgischen Anlagen Sergen West I und II insgesamt über eine installierte Leistung von 46,5 Megawattpeak. Allein damit können rein rechnerisch mehr als 20.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

800 MWp bis 2030

Bis 2030 plant die EVH den weiteren Ausbau von derzeit über 140 Megawattpeak auf 800 Megawattpeak PV-Leistung. Ziel ist es, die gesamte Stadt Halle (Saale) mit erneuerbarem Strom aus eigener Erzeugung zu versorgen.

Die Roadmap 2045 ist ein gemeinsames Projekt aller an der Energie-Initiative Halle (Saale) beteiligten Unternehmen und Organisationen. Die Initiative wurde 2016 ins Leben gerufen, um partnerschaftlich Projekte für die Energiewende für Halle umzusetzen. Ein erster Arbeitsschwerpunkt war das Thema Fernwärmeversorgung. Es beteiligen sich Wohnungsunternehmen, Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen, die Stadt Halle (Saale) und weitere Institutionen sowie die Stadtwerke Halle und die EVH. (jk)

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