In Neuruppin wühlt sich seit vergangener Woche ein gigantischer Bohrer ins Erdreich, um Tiefenwärme für die Fernwärmeversorgung der örtlichen Stadtwerke zugänglich zu machen.

In Neuruppin wühlt sich seit vergangener Woche ein gigantischer Bohrer ins Erdreich, um Tiefenwärme für die Fernwärmeversorgung der örtlichen Stadtwerke zugänglich zu machen.

Bild: © Jens Kalaene/dpa

Die Stadt Neuruppin kann mit den Bohrungen für ein Geothermie-Projekt beginnen. Rund 20.000 Menschen sollen voraussichtlich im Winter 2026/2027 über das Thermalwasser aus der Tiefe mit Wärme versorgt werden können. Auf der Baustelle in einem Industriegebiet feierten die Stadtwerke in Neuruppin vergangenen Donnerstag den Bohrstart. Mit dabei war unter anderem Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke. 

Die Gesamtinvestitionen liegen nach Angaben der Stadtwerke bei 27 bis 28 Mio. Euro. Der Bund stellt Fördermittel in Höhe von 10,2 Mio. Euro bereit. 

Auch in Potsdam schreitet die Geothermie voran

Aus etwa zwei Kilometern Tiefe soll über eine erste Bohrung Thermalwasser kommen, dessen Wärme gewonnen wird und das dann über eine zweite Bohrung zurückgeleitet wird. Die geologischen Voraussetzungen zur Nutzung der Geothermie als Energiequelle seien günstig, hieß es von den Stadtwerken. Auch in Potsdam und Prenzlau setzen die Stadtwerke auf Geothermie. In der Landeshauptstadt war im Dezember 2022 Bohrstart.

Auf dem Weg Richtung Klimaneutralität bietet die Nutzung von Erdwärme nach Ansicht des Bundesverbandes Geothermie großes Potenzial. 40 Prozent der Wärmeversorgung Deutschlands könnten demnach aus Geothermie sichergestellt werden. Geothermie, also Erdwärme, nennt man die unterhalb der Erdoberfläche gespeicherte Wärmeenergie. Je tiefer, desto wärmer: In Mitteleuropa nimmt die Temperatur laut Verband um etwa drei Grad pro 100 Meter Tiefe zu. (dpa/lm)

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