Ralf Strothteicher und Gunda Röstel (Stadtentwässerung Dresden) sowie Axel Cunow und Axel Pechstein (Sachsenenergie) wollen Wärme aus dem Dresdner Abwasser gewinnen.

Ralf Strothteicher und Gunda Röstel (Stadtentwässerung Dresden) sowie Axel Cunow und Axel Pechstein (Sachsenenergie) wollen Wärme aus dem Dresdner Abwasser gewinnen.

Foto: © Oliver Killig

Der Regionalversorger Sachsenenergie und die Stadtentwässerung Dresden planen gemeinsam eine Großwärmepumpe an der Kläranlage Dresden-Kaditz. Die Anlage soll ab 2033 Wärme aus dem gereinigten Abwasser gewinnen und ins Fernwärmenetz einspeisen. Mit zwölf Megawatt Leistung deckt sie rechnerisch rund 5,7 Prozent des derzeitigen Dresdner Fernwärmebedarfs.

Das Potenzial ist beträchtlich. Aus der Wärme von elf Millionen Kubikmetern Abwasser entstehen jährlich 72.000 bis 96.000 Megawattstunden nutzbare Wärme. Umgerechnet reicht das für 3600 bis 4800 Haushalte.

Ralf Strothteicher, technischer Geschäftsführer der Stadtentwässerung Dresden, betont den Vorteil der Wärmequelle: "Das gereinigte Abwasser hat selbst an strengen Wintertagen noch eine Temperatur von rund zwölf Grad Celsius." Im Sommer seien es sogar bis zu 20 Grad.

Genehmigungen und Netzanschluss bestimmen den Zeitplan

Nach aktueller Planung könnte die Anlage Anfang 2033 in Betrieb gehen. Vorher müssen alle notwendigen Genehmigungen vorliegen. Außerdem muss das Wärmenetz in Kaditz mit dem zentralen Dresdner Fernwärmenetz verbunden werden. Ebenso wichtig: Das 35 Millionen Euro teure Projekt muss sich wirtschaftlich tragen. Dafür strebt die Sachsenenergie eine Förderung von 40 Prozent aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) an.

Finanzvorstand Axel Cunow sagt: "Wir alle erzeugen täglich Abwasser, welches Wärme enthält." Die Vereinbarung ist für ihn ein weiterer Schritt, um "Stück für Stück die erdgasbasierte Wärmeerzeugung durch regionale und regenerierbare Wärmequellen zu ersetzen."

Mehrere Projekte sollen Erdgas in der Fernwärme ersetzen

Das Abwasserprojekt ist Teil eines größeren Umbaus. Ein Großvorhaben ist die Flusswasser-Wärmepumpe an der Elbe. Sie soll rund 50 Megawatt Wärmeleistung erreichen und jährlich etwa 300 Gigawattstunden liefern. Nach derzeitiger Planung gewinnt die Sachsenenergie damit rund 15 Prozent der Dresdner Fernwärme aus erneuerbaren Energien.

Ähnliche Anlagen gibt es etwa in Hamburg, Lemgo, Berlin und Aachen. Dresden soll mit zwölf Megawatt eine der größeren Anlagen dieser Art in Deutschland bekommen.

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