Wärmenetze, sowohl Fern- als auch Nahwärmenetze, werden eine entscheidende Rolle in der Strategie zur Dekarbonisierung der Wärme in Deutschland spielen. Insbesondere in urbanen Räumen soll der Ausbau dieser grünen Wärmenetze als Alternative zu teureren oder ineffizienteren dezentralen Wärmelösungen deutlich vorangetrieben werden. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Umfrage zum Thema "Grüne Wärmenetze" vor, die Kelvin Green vorgestellt hat. Die Umfrage wurde unter mehr als 80 Anbietern solcher Wärmenetzlösungen durchgeführt, wobei der überwiegende Teil der Befragten Stadtwerke als regionale Wärmeversorger waren.
Laut den Befragten liegen die Hauptherausforderungen, aber auch Chancen, im wirtschaftlichen Aspekt dieser Transformation. Die enormen notwendigen Investitionen sowie die Auswirkungen auf die Fernwärmepreise werden als kritisch für den Erfolg betrachtet. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die Bundesregierung im letzten Jahr das umfassende Förderprogramm Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) auf den Weg gebracht.
Wasserstoff als Option
Die Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Befragten entsprechend bereits Maßnahmen zur Planung der Transformation bestehender Netze und zur Entwicklung neuer grüner Netze ergriffen hat. Großwärmepumpen wurden dabei als bevorzugte künftige Technologie genannt, während für Bestandsnetze zusätzlich auch verstärkt auf Wasserstoff gesetzt wird. Es wird demnach erwartet, dass die Komplexität der Netze zunehmen wird, weil durchschnittlich vier weitere Wärmeerzeugungstechnologien zum Einsatz kommen sollen, was die Notwendigkeit von Automatisierung und Digitalisierung in Wärmenetzen erhöht.
Entsprechend schätzen die Befragten das Potenzial der Digitalisierung zur beschleunigten und vor allem kosteneffizienten Umsetzung grüner Wärmenetze als sehr hoch ein, auch wenn weniger als die Hälfte (48%) der Befragten bereits in der konkreten Umsetzungsphase hierfür ist.
Digitalisierung als Lösung
Martin Bornholdt, Gründer und Geschäftsführer von Kelvin Green betont in einer Mitteilung, dass Digitalisierung der entscheidende Faktor sei, um künftige grünere aber auch komplexere Wärmenetze überhaupt wirtschaftlich betreiben zu können. (amo)
