Von Pauline Faust
In Passau hat der Geschäftsführer der Stadtwerke das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Laut der "Passauer Neue Presse" ist der Rückzug von Stephan Prechtl auf ein "Bus-Debakel" zurückzuführen.
Prechtel könne das Defizit des ÖPNV nicht mehr verantworten, äußerte er sich gegenüber dem Lokalmedium. Acht Millionen Euro Defizit brächte der Busverkehr im Jahr, Tendenz steigend.
Die Stadtwerke hatten ein neues Bus-Konzept erarbeitet, welches, so der Manager, kaum Einschnitte für die Fahrgäste gebracht, aber das Defizit halbiert hätte. Nach öffentlicher Kritik stimmte der Stadtrat allerdings gegen das Konzept.
Ähnliches Thema beim Vorgänger
Seit Oktober 2022 war Prechtel Geschäftsführer. Auch sein Vorgänger, Uwe Horn, hatte nach Uneinigkeiten mit der Stadt das defizitäre Unternehmen verlassen. Damals erklärte Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD), dass man keinen Gewinn von den Stadtwerken erwarte. Dupper ist seit 2008 Bürgermeister in Passau und wurde zuletzt 2020 wiedergewählt.
Die Stadt lobte in ihrer Pressemitteilung zu Prechtels Abgang dessen Arbeit in den zurückliegenden drei Jahren, die durch mehrfache Herausforderungen, wie die Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs und Blackout-Planungen, geprägt war. "Weitere Herausforderungen dagegen dauern an, wie beispielsweise die Frage der Zukunftsfähigkeit des ÖPNV-Angebots", heiß es in der Mitteilung weiter.
Interims-Führung gefunden
Als neue Chefs hat der Aufsichtsrat nun Christian Bauer und Matthias Wolf bestellt, vorerst interimsmäßig. Bauer ist seit 2023 als Technischer Leiter der Sparte Netze und Erzeugung bei der Stadtwerke Passau GmbH beschäftigt. Zuvor war er viele Jahre bei den Stadtwerken München tätig. Wolf hat seine Beschäftigung als Kaufmännischer Leiter 2024 bei den Stadtwerken Passau aufgenommen, nachdem er vorher im Automotive-Bereich und technischem Handel tätig war.



