Die diesjährigen Kommunalheldinnen (v. l.): Alina Kosmützky (StEB Köln), Julia Dreindl (Innsbrucker Kommunalbetriebe) und Josefin Büttner (Stromnetz Berlin)

Die diesjährigen Kommunalheldinnen (v. l.): Alina Kosmützky (StEB Köln), Julia Dreindl (Innsbrucker Kommunalbetriebe) und Josefin Büttner (Stromnetz Berlin)

Bild: © David Ausserhofer/IWK/Stromnetz Berlin

Sie planen innovative Quartiere, stellen die Stromversorgung für 100.000 Menschen wieder her oder bauen das Hochspannungsnetz. Frauen bewegen in der kommunalen Wirtschaft eine Menge. Das soll sichtbar sein: Mit dem Preis "Die Kommunalheldin" zeichnet das ZFK-Frauennetzwerk diejenigen aus, die mit Mut, Kreativität und Engagement die kommunale Welt gestalten. Der Preis wird unterstützt von Gelsenwasser, Freibaden Consulting und der VKU-Initiative Kommunal Kann. Dieses Jahr wurde die Kommunalheldin beim Gastgeber Stadtwerke Lübeck vergeben.

Die Preisträgerinnen der Kommunalheldin 2026 sind Alina Kosmützky (StEB Köln), Josefin Büttner (Stromnetz Berlin) und Julia Dreindl (Innsbrucker Kommunalbetriebe). Und das zeichnet sie aus:

Diese Kommunalheldin schützt Wasser mit innovativen Ideen

Bild: © David Ausserhofer

Innovative Konzepte stärken den Schutz der Ressource Wasser.

Alina Kosmützky,

Projektleiterin Erschließungen und Klimafolgenanpassung bei StEB Köln

Alina Kosmützky gestaltet die Stadtquartiere von morgen. Sie ist Projektleiterin im Bereich der Erschließungen und Klimafolgenanpassung bei den Stadtentwässerungsbetrieben Köln. Ihren Fokus legt sie dabei auf das Thema Wasser und alle Aspekte rund um die zukunftsweisende Entwässerung von Grundstücken. An der innovativen Konzeption des neuen Kölner Stadtteils "Kreuzfeld" ist sie mit ihren Ideen maßgeblich beteiligt. 

"Um unsere Städte dauerhaft lebenswert zu erhalten, setze ich auf innovative Konzepte des Regenwassermanagements und Lösungen für eine klimaresiliente Stadtentwicklung", sagt Kosmützky. Da echte Innovation für sie jedoch nicht beim Regenwasser aufhört, kommt nun der nächste Schritt: "Schmutzwasser als wertvolle Ressource verstehen." Durch moderne Verfahren zur getrennten Stoffstromerfassung lassen sich diese Ressourcen gezielt und nachhaltig im Kreislauf führen. Der Ansatz löst sich von der klassischen Mischkanalisation. Statt alles in einem Abwasserstrom zu vermengen, werden Stoffströme wie Gelbwasser (Urin), Braunwasser (Fäkalien), Schwarzwasser (Spülwasser inklusive Fäkalien), Grauwasser (Dusch- und Waschwasser) sowie Regenwasser getrennt erfasst und gezielt behandelt und genutzt. Hauptinhalt ist dabei die Wiederverwendung von Abwasser der unterschiedlichen Belastungsstufen, zum Beispiel als Brauchwasser, und die Verwertung von Abwasserinhaltsstoffen, wie Nährstoffe und organische Stoffe. Ein anderer Schwerpunkt ist der Verzicht auf den aufwendigen und investitionslastigen Transport von Abwasser durch dezentrale Lösungen. "Neuartige Sanitärsysteme zeigen, wie wir dem Klimawandel aktiv begegnen können", erklärt Kosmützky. "Innovative Konzepte stärken den Schutz der Ressource Wasser und machen Quartiere so widerstandsfähig gegen Hitze, Dürre und Starkregen."

Diese Kommunalheldin rettet die Stromversorgung unter Zeitdruck

Bild: © Stromnetz Berlin

Versorgungssicherheit entsteht durch starke Teams.

Josefin Büttner,

Fachgebietsleiterin Kabel & Leitungen Hochspannung bei Stromnetz Berlin

Josefin Büttner sichert die Stromversorgung in Berlin – auch im Ernstfall. Sie ist Fachgebietsleiterin Kabel & Leitungen Hochspannung bei Stromnetz Berlin. Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz fiel für 100.000 Haushalte Mitte im Winter der Strom aus. Büttner und ihr Team sorgten dafür, dass die Technik wieder zum Laufen kam: "Über einen Zeitraum von sieben Tagen habe ich die Störungsbearbeitung gemeinsam mit meinem Team und allen beteiligten Bereichen im durchgehenden Einsatz begleitet und gesteuert", berichtet sie. Im Fokus standen dabei insbesondere die Bewertung des Schadens, die Organisation der Hochspannungskabelmontagen sowie die Priorisierung der einzelnen Wiederherstellungsschritte. Besonders herausfordernd sei es gewesen, die richtige Balance zwischen Geschwindigkeit, Sicherheit und technischer Präzision zu halten. "Der Einsatz hat gezeigt, wie entscheidend eingespielte Abläufe, technische Expertise und Teamarbeit im Störungsfall sind", berichtet sie. Mit den neuen Erfahrungen verbessert sie die Abläufe im Umgang mit Hochspannungsstörungen nachhaltig.

"Mich motiviert die Gewissheit, mit unserer Arbeit jeden Tag einen direkten Beitrag zur Versorgungssicherheit und Lebensqualität der Berlinerinnen und Berliner zu leisten", sagt Büttner. "Versorgungssicherheit entsteht nicht durch Einzelne, sondern durch starke Teams, die auch unter Druck Verantwortung übernehmen."

Diese Kommunalheldin baut Hochspannung auf

Bild: © Gerhard Berger/IKB

Meine Arbeit schafft heute die Grundlage für die Energieversorgung von morgen.

Julia Dreindl,

Netzanlagentechnikerin bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben

Julia Dreindl arbeitet am Hochspannungsnetz und ist höchstwahrscheinlich die einzige zertifizierte 110-kV-Monteurin Österreichs. Sie ist Netzanlagentechnikerin in der Abteilung Strom-Netz Bau und Betrieb der Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB). Dank des hohen fachlichen Engagements im Bereich der Energieversorgung ist es den IKB – unter anderem durch die Unterstützung von Julia Dreindl – als einem der wenigen Netzbetreiber möglich, Kabelarbeiten im 110-kV-Netz vollständig ohne externe Dienstleister abzuwickeln. Dies ermöglicht es, Störungen in kürzester Zeit zu beheben und somit eine sichere Stromversorgung in Innsbruck sowie in den umliegenden Gemeinden zu gewährleisten.

Ihr beruflicher Alltag verbindet technische Planung, Projektmanagement und den Einsatz vor Ort mit dem Ziel, eine sichere und zukunftsfähige Stromversorgung zu gewährleisten. "Es motiviert mich, Verantwortung zu übernehmen – für die Menschen, die auf eine sichere Energieversorgung angewiesen sind, ebenso wie für die Infrastruktur von morgen", erklärt Dreindl. "Mit meinem Engagement in der Planung, Instandhaltung und Weiterentwicklung unserer Stromnetze leiste ich meinen Beitrag zur Energiewende und schaffe die Voraussetzungen dafür, dass Energie und Elektromobilität zuverlässig mit einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur verbunden werden."

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