Thorsten Kornblum dürfte nächster VKU-Präsident werden.

Thorsten Kornblum dürfte nächster VKU-Präsident werden.

Bild: © Daniela Nielsen/Stadt Braunschweig

Der nächste Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) dürfte aus Braunschweig kommen. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der niedersächsischen Großstadt, bewirbt sich auf Vorschlag des Präsidiums für das Amt, wie eine Verbandssprecherin der ZFK bestätigte. Die Wahl ist für die VKU-Vorstandssitzung am Dienstag, 24. März, geplant.

Amtsinhaber Ulf Kämpfer hatte bereits vor Monaten angekündigt, nach April 2026 nicht mehr für das Amt zur Verfügung zu stehen. Kämpfer hört als Oberbürgermeister von Kiel auf. Er fordert als Spitzenkandidat der schleswig-holsteinischen SPD Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) heraus. Regulär wird im nördlichsten Bundesland der Republik wieder 2027 gewählt.

Oberbürgermeister und SPD-Mitglied

Kornblum deckt die klassischen Kriterien für einen VKU-Präsidenten ab. Der 44-Jährige leitet eine Großstadt und sitzt im Präsidium des Deutschen Städtetags. Zudem ist er SPD-Mitglied. Auch Kämpfers Vorgänger Michael Ebling, Ivo Gönner und Stephan Weil waren Sozialdemokraten. Zwei von ihnen machten danach noch in der Landespolitik Karriere. Ebling ist seit 2022 Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz. Weil war von 2013 bis 2025 Ministerpräsident von Niedersachsen.

Traditionell bekleidet ein sozialdemokratisches Oberhaupt einer deutschen Großstadt das Präsidentenamt des VKU, während der Hauptgeschäftsführer aus den Reihen der Union kommt. Sowohl der aktuelle Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing als auch seine Vorgänger Katherina Reiche, inzwischen Bundeswirtschaftsministerin, und Hans-Joachim Reck sind CDU-Mitglieder.

Kornblum dürfte mit Stadtwerke-Themen gut vertraut sein. Nach eigenen Angaben war er bereits von 2009 bis 2013 Aufsichtsrat bei den Stadtwerken Münster. Seit November 2021 ist er als Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig auch Aufsichtsratsvorsitzender der Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG, besser bekannt als BS Energy.

Bemerkenswert hierbei: BS Energy ist kein mehrheitlich kommunales Unternehmen. 50,1 Prozent werden vom börsennotierten Ver- und Entsorgungskonzern Veolia gehalten. Die weiteren Anteilseigner sind die Stadt Braunschweig (25,1 Prozent) und Deutschlands größtes Stadtwerke-Netzwerk Thüga (24,8 Prozent).

Kornblum politisch gut vernetzt

Wichtige Voraussetzung für einen Verbandspräsidenten ist in der Regel eine gute Vernetzung in der Bundespolitik. Auch hier hat Kornblum einiges vorzuweisen. Er arbeitete in verschiedenen Positionen jahrelang mit Boris Pistorius zusammen, als dieser sich als Innenminister Niedersachsens einen Namen machte.

Pistorius wechselte 2023 in die Bundespolitik und gehört als Bundesverteidigungsminister zu einem der einflussreichsten Politiker Deutschlands.

Aus Kornblums SPD-Landesverband Niedersachsen stammt zudem der aktuelle Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Als dieser auf dem SPD-Parteitag im vergangenen Jahr mit lediglich 66 Prozent der Stimmen als Vorsitzender bestätigt wurde, stellte sich der Braunschweiger Oberbürgermeister demonstrativ hinter ihn. Kornblum selbst sitzt seit vergangenem Jahr ebenfalls im SPD-Bundesvorstand.

Wiederwahl in diesem Jahr

Bei der Braunschweiger Oberbürgermeisterwahl 2021 setzte sich Kornblum in der Stichwahl mit 66 Prozent der Stimmen durch. Im Herbst dieses Jahres will er sich zur Wiederwahl stellen.



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