Die Zahl der offenen Stellen auf dem Ingenieursmarkt nahm laut einer Untersuchung weiter zu. (Symbolbild)

Die Zahl der offenen Stellen auf dem Ingenieursmarkt nahm laut einer Untersuchung weiter zu. (Symbolbild)

Bild: © Andrew Shots/AdobeStock

Die Azubi-Matching-Plattform RECREWT will Schülerinnen und Schülern auf der Suche nach Ausbildungsplätzen helfen. Mit dem KI-basierten Tool hofft die Gemeinde Hallbergmoos nun aktiv dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Umkreissuche und Swipen statt zehn verschiedener Berufsportale und einer erschlagenden Auswahl: Spielerisch soll das Tool den Schülern aus Hallbergmoos und Umlandgemeinden zu ihrem Ausbildungsberuf verhelfen.

Alexander Mademann, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Hallbergmoos, erklärt: "Auf gängigen Job-Suchportalen finden Schüler meist nur Ausbildungsberufe und Firmen, die sie kennen. Die Vielfalt der Hallbergmooser Unternehmen bleibt auf der Strecke." Mit über 265 Unternehmen und 1.500 angesiedelten Betrieben verfüge Hallbergmoos über viele Ausbildungsbetriebe. In den vergangenen zwei Jahren sei zudem ein Biotech-Cluster im Munich Airport Business Park entstanden. "Und mit der Surfwelle, dem Photovoltaikpark und einigen weiteren Großprojekten wird Hallbergmoos weitere zukunftsweisende Firmen und Branchen anziehen. Die Kooperation mit RECREWT ist der richtige Schritt, um Fachkräfte in Hallbergmoos auszubilden und zu halten", so Mademann.

So ist die App aufgebaut

"Das Job-Matching eröffnet die Möglichkeit, Berufe und Unternehmen kennenzulernen, die sie nicht kennen. Kleinere Betriebe und Mittelständler sind damit genauso sichtbar wie große Unternehmen", ergänzt Bianca Kujath, Diplom-Sozialpädagogin und Co-Gründerin von RECREWT.

Hinter der App verbirgt sich ein pädagogisches Konzept, das sich die beiden Schwestern, Sozialpädagoginnen und Co-Gründerinnen Bianca Kujath und Verena Sedlmeier, ausgedacht haben. Die kurze Aufmerksamkeitsspanne und der Horizont der Schüler sollen mit Gamification-Aspekten erweitert werden - ohne sie zu überfordern oder gar zu frustrieren. Wenig Text, bunte Farben, ein Verfahren, das einem Spiel gleicht und ein sprechendes Himbeermoji geleiten die Schüler durch den gesamten Prozess von der Profilerstellung über das Matching bis hin zur Bewerbung.

"Wir setzen auf weiche Faktoren"

Die Möglichkeit einer Express-Bewerbung erleichtert den Jugendlichen das Bewerbungsverfahren. Kujath: "Viele Unternehmen verlangen nach wie vor Lebensläufe von Schülern. Dabei kann man in jungem Alter noch nicht viel erreicht haben. Die Feststellung ist oft frustrierend. Durch das Matching setzen wir eher auf weiche Faktoren. Wir fragen die Schüler, welche Themen sie interessieren, wo ihre Talente liegen und mit welchen Bereichen sie bereits Berührungspunkte hatten. Das steigert die Motivation und das Selbstvertrauen." Im Falle einer Bewerbung erhalten Unternehmen eine Matching-Analyse, die die beantworteten Fragen und das Profil des Bewerbers auswertet. Kujath: "So können Firmen schnell sehen, ob der Bewerber zu ihnen passt."

Fertig sei das Tool laut den Gründern der Plattform nie. Für die Entwicklung und technische Umsetzung sind die Co-Gründer und Brüder Fabian und Philipp Bachfischer zuständig. Sie haben eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die aus aktuellen Studien, Mustern und dem Nutzerverhalten lernt und darauf basierend Ausbildungsberufe vorschlägt. In einem zweiten Schritt will die Gemeinde gern Studentinnen und Studenten sowie Hochschulabsolvent:innen in die App einbinden, um das gesamte Spektrum an Fachkräften abzudecken. 

App bekannter machen

Ab September - wenn das neue Schuljahr beginnt - startet RECREWT zusätzlich mit einer Schultour. Besucht werden Abschlussklassen und Vorabschlussklassen weiterführender Schulen in Hallbergmoos und Umlandgemeinden wie Freising, Neufahrn und Eching. Die Schüler erfahren aus erster Hand von den regionalen Unternehmen und ihren Ausbildungsplätzen - ein Service, der nicht nur Firmen, sondern auch Lehrern zugutekommt. (dpa/gun)

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