Die Beschaffung von insgesamt 126 E-Bussen sei in zwei Etappen in den Jahren 2022 und 2027 vorgesehen, teilten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) mit. In den kommenden Tagen schreibe die BVB die Beschaffung der ersten Etappe von 62 E-Bussen sowie Planungsleistungen für den nötig werdenden Neubau des Betriebshofes Garage Rank öffentlich aus.
Die Ausschreibungen erfolgten vorbehaltlich der Zustimmung vom Grossen Rat Basel – dem Kantonsparlament von Basel-Stadt – zum Darlehensbegehren für die Elektrifizierung der Busflotte, das der Regierungsrat am 15. September verabschiedet habe.
ÖPNV bis 2027 vollständig mit eneuerbarer Energie betreiben
Die BVB plane, bis 2027 das gesamte Bussystem auf E-Busse umzustellen, denn diese seien umweltfreundlicher und leiser als die bestehenden Diesel- und Gasbusse, teilte das Unternehmen mit. Die BVB setze so den gesetzlichen Auftrag um, ihre ÖPNV-Angebote im Kanton Basel-Stadt bis 2027 mit 100 Prozent erneuerbarer Energie zu betreiben .
«Ich freue mich, dass wir nun nach einer langen Planungsphase endlich die ersten konkreten Schritte hin zu einem umweltfreundlichen und modernen E-Bussystem machen können», wird BVB-Direktor Bruno Stehrenberger zitiert.
Auch E-Doppelgelenkbusse – Neubau des Betriebshofs
Die 62 E-Busse der ersten Beschaffungsetappe ersetzten die heutigen Gasbusse und die ältesten Dieselbusse. Diese hätten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht respektive werden es bald erreichen. Neu würden auch 8 E-Doppelgelenkbusse für die Linie 50 beschafft. Diese Busse seien mit einer Länge von rund 25 Metern länger als die bestehenden Gelenkbusse (18 Meter) und böten entsprechend Platz für mehr Fahrgäste.
Ebenfalls öffentlich ausgeschrieben würden in den nächsten Tagen Leistungen für den Generalplaner für den BVB-Betriebshof Garage Rank, die neu gebaut werden muss, weil sie nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche. Die Garage Rank werde zwischen 2023 und 2027 vollständig neu erstellt und so gebaut, dass dort zu einem späteren Zeitpunkt auch Wohnraum realisiert werden könne, teilten die BVB mit.
Aufbau und Betrieb Ladeinfrastruktur durch die IWB (Industrielle Werke Basel)
Zuständig für den Aufbau und den Betrieb der Ladeinfrastruktur sind die IWB. «Wir unterstützen die BVB auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen und erneuerbaren Mobilität sehr gerne. Mit unserem Know-how sind wir der ideale Partner für ein solches Projekt», erklärte Peter Baumstark, Leiter integrierte Energielösungen IWB.
Neben den Ladestationen in der Garage Rank und den Provisorien sei geplant, an fünf Endhaltestellen von langen Linien sogenannte Gelegenheitsladestationen zu installieren, teilten die BVB mit. Dort könnten die E-Busse während des Endaufenthalts Energie nachladen.
Elektrifizierung der Busflotte kostet 360 Mio. Franken
Die Umstellung auf das Bussystem 2027 koste insgesamt rund 360 Mio. Franken. Davon entfielen rund 147 Mio. Franken auf die Beschaffung der E-Busse, rund 161 Mio. Franken auf den Neubau der Garage Rank, die Provisorien und weitere kleinere Infrastrukturanpassungen sowie rund 52 Mio. Franken für den Aufbau der Ladeinfrastruktur durch IWB. Das entsprechende Darlehensbegehren liege nun beim Grossen Rat. (hcn)



