Der BDEW hat am Freitag einen bundesweiten Aktionstag für die Elektromobilität gestartet. Im Rahmen der "Fahrt ins Grüne" will die Energiewirtschaft die E-Mobilität für ihre Kunden erlebbar machen und mit Mythen rund um Ladesäulen, Netze und Stromverfügbarkeit aufräumen. Gleichzeitig zeigen BDEW-Vizepräsident Meyer-Hammerström und Eon-Chef Theyssen auf, was für den Erfolg des strombasierten Verkehrs nötig ist.
Bei der Auftaktveranstaltung des Aktionstags in Berlin betont BDEW-Vizepräsident und Geschäftsführer der Osterholzer Stadtwerke Christian Meyer-Hammerström, dass die Energiebranche einen wichtigen Teil zum Durchbruch der Elektromobilität beitragen wird. Dazu müssten allerdings politische Rahmenbedingungen geschaffen und verändert werden. Zum Beispiel beim Thema Mieteigentumsrecht solle das Bundesjustizministerium endlich die Bremse lösen. Doch auch beim Thema intelligente Netzsteuerung, sowie gesteuertes Laden müsse man vorankommen.
Eon: "An den Stromnetzen wird es nicht scheitern"
Eon-Chef Johannes Theyssen räumt mit dem Mythos auf, dass die Stromnetze nicht bereit wären für Millionen von E-Autos. So hätte ein Stresstest ergeben, dass nicht die Strommengen das Problem sind, sondern die Lastspitzen. Im Netz von Eon sind zurzeit 6,5 Mio. Autos unterwegs. Um eine Elektrifizierung dieser zu ermöglichen, will der Netzbetreiber bis 2045 zusätzlich 2,5 Mrd. in den Ausbau und die Digitalisierung seiner Netze investieren. Das wären bei einer Vollelektrifizierung gerade einmal 400 Euro je Auto. Der Vorstandsvorsitzende ist sich sicher, dass "an unseren Stromnetzen die Elektromobilität sicher nicht scheitern wird."
Gleichermaßen plädiert Theyssen für eine CO2-Bepreisung um die Sektorkopplung zu befördern. Grünstrom solle von allen EEG-Lasten und der Stromsteuer befreit werden. Diese könnte die Kosten für eine kWh um 9 ct senken. Die fehlenden 25 Mrd. Euro könnten dann über einen CO2-Preis von mindestens 35 Euro wieder reingeholt werden. Für davon benachteiligte Pendler oder Eigentümer schlecht isolierter Häuser müsste die Maßnahme sozial abgefedert werden.
BDEW-Studie fragt die Bürger
Eine Studie der Energie- und Wasserverbands ergab, dass rund 75 Prozent der Befragten Elektroautos nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre im normalen Straßenbild sehen. Andererseits würden 25 Prozent den Kauf eines elektrischen Fahrzeugs innerhalb der nächsten fünf Jahre in Betracht ziehen. (pm)

