Die Chips aus Siliziumkarbid (SiC) geben künftig in der Leistungselektronik – der Schaltzentrale von Elektro- und Hybridfahrzeugen – den Takt bei Bosch vor. Im Vergleich zu den bis dato eingesetzten Siliziumchips haben SiC-Halbleiter eine bessere elektrische Leitfähigkeit. Das ermögliche eine höhere Schaltfrequenzen und sorge dafür, dass 50 Prozent weniger Energie in Form von Wärme verlorengehe, erläutert das Unternehmen.
Dadurch arbeite die Leistungselektronik effizienter und es stünde mehr Energie für den Antrieb und damit für die Reichweite zur Verfügung. Mit einer Batterieladung könnten Autofahrer so sechs Prozent weiter fahren.
Neue chemische Verbindung
Alles beginnt mit zusätzlichen Kohlenstoff-Atomen, die in die Kristallstruktur des sonst zur Herstellung von Halbleitern eingesetzten hochreinen Silizium eingebracht werden.
Die so entstehende chemische Verbindung "macht die Halbleiterchips zu wahren Kraftpaketen und bringt gerade für den Einsatz in Elektro- und Hybridfahrzeugen viele Vorteile", heißt es seitens des Unternehmens.
Weitere Vorteile im Blick
Alternativ können Automobilhersteller bei einer gegebenen Reichweite die Batterie durch die neuen Mikrochips verkleinern. Dadurch könnten sich die Kosten für die teuerste Komponente eines Elektroautos senken lassen, was wiederum den Preis der Fahrzeuge reduziere, heißt es in einer Pressemitteilung von Bosch.
Weitere Einsparpotenziale offenbaren sich zusätzlich: Durch die geringeren Wärmeverluste der Chips und weil sie zudem bei deutlich höheren Betriebstemperaturen arbeiten, könnte die aufwendige Kühlung der Antriebskomponenten reduziert werden. Das wirke sich wiederum positiv auf Gewicht und Kosten von Elektrofahrzeugen aus. (ab)


