Gütegesicherter, zertifizierter Frischkompost und umweltfreundliches Biogas entstehen in der neuen Bioabfallvergärungsanlage auf der Sinsheimer AVR Deponie.

Gütegesicherter, zertifizierter Frischkompost und umweltfreundliches Biogas entstehen in der neuen Bioabfallvergärungsanlage auf der Sinsheimer AVR Deponie.

Bild: © AVR Umweltservice GmbH

Der Anteil an Biomethan im gesamten CNG-Kraftstoff wird voraussichtlich schon zur Jahreshälfte bei 50 Prozent liegen. Ebenso steigt die Anzahl der CNG-Stationen, die 100 Prozent Biokraftstoff anbieten, kontinuierlich weiter an. Das meldet der Industriekreis CNG-Mobilität, eine Gruppe von Unternehmen und Verbänden aus der Automobil- und Energiewirtschaft, von Infrastrukturbetreibern und Anbietern erneuerbarer Kraftstoffe.

Biomethan verzeichnet demnach ein kontinuierliches Wachstum. 2018 lagen die Werte im Schnitt bei gerade mal etwas über 20 Prozent.

Kommunale Busflotten rüsten um

Auch im ÖPNV und im Bereich Nutzfahrzeuge steigt der Bio-Anteil bei den CNG-Fahrzeugen nach Angaben des Industriekreises kräftig: In Städten wie Augsburg, Oldenburg oder Dessau würden die Betreiber kommunaler Busflotten auf 100 Prozent Bio-CNG setzen.

Eine Studie von Joanneum Research, die im Oktober 2019 vom ADAC veröffentlicht wurde, hatte CNG-Pkw eine besonders hohe Klimafreundlichkeit bescheinigt – und das auch im Vergleich mit E-Autos. „Bei einem Anteil von durchschnittlich 50 Prozent reststoffbasiertem Biomethan vergrößert sich der Klima-Vorsprung der CNG-Mobilität gegenüber anderen Antrieben nochmals deutlich“, erläutert Verbio-Vorstandsvorsitzender Claus Sauter, der Mitglied im Industriekreis ist.

Sauter sieht großes Potenzial

Laut Sauter könnten allein in Deutschland mehr als sieben Millionen CNG-Autos oder mindestens 200.000 CNG-Lkw mit 100 Prozent klimaneutralem Biomethan aus überschüssigem Stroh versorgt werden. Dazu kommen weitere Biomethanmengen, die aus anderen landwirtschaftlichen Reststoffen wie Gülle, Mist und Grünschnitt hergestellt werden können.

Die Bundesregierung habe das Potenzial zwar erkannt. In den Dokumenten der „Nationalen Plattform Mobilität“ (NPM) sei mit Blick auf 2030 von bis zu drei Millionen Fahrzeuge mit CNG-Antrieb. Konkrete Vorschläge der Ministerien, wie man dieses Ziel erreichen solle, gebe es aber nicht, monieren die Mitglieder des Industriekreises. Diese gelte es, nun schnell nachzureichen. (amo) 

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