Das E-Auto laden mit Strom vom eigenen Dach – ein Dreamteam mit sozialer Schieflage?

Das E-Auto laden mit Strom vom eigenen Dach – ein Dreamteam mit sozialer Schieflage?

Bild: © Herr Loeffler/Adobe Stock

Die Absatzkrise von Batteriefahrzeugen in Deutschland und Frankreich schlägt sich negativ auf die Absatzzahlen des europäischen Autoherstellerverbands ACEA für Elektroautos nieder. Immerhin: Ein vergleichsweise ordentlicher Dezember ist dafür verantwortlich, dass der Marktanteil von Batteriefahrzeugen (BEV) 2024 "nur" um einen Prozentpunkt auf 13,6 Prozent schrumpft. Damit bleiben die BEV die drittbeliebteste Wahl bei den Käufern.

Benzinautos behielten ihre Führungsposition mit einem Drittel der Neuzulassungen. Wieder recht gefragt sind Hybrid-Elektroautos, die ihre zweite Position stärkten und einen Marktanteil von 30,9 Prozent erreichten. Rückläufig ist die Nachfrage nach Dieselautos, deren Marktanteil auf 11,9 Prozent zurückging.

Scholz will europäische Lösung

In absoluten Zahlen sah die Lage für BEV aber auch im Dezember eher schlecht aus. Die Zahl der Zulassungen in Europa sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,2 Prozent auf 144.367 Einheiten. Dieser Rückgang war hauptsächlich auf einen Einbruch der Zulassungen in Deutschland (-38,6 Prozent) und Frankreich (-20,7 Prozent) zurückzuführen.

Um gegenzusteuern, strebt Bundeskanzler Olaf Scholz eine Förderung für Elektroautos, die in Deutschland hergestellt werden, an. "Dafür braucht es das Okay der EU-Kommission – eine europaweite Lösung wäre am besten", sagte der SPD-Politiker gegenüber Journalisten der "Freien Presse" aus Chemnitz.

Der Kauf von Elektroautos lasse sich nicht einfach verordnen, führte Scholz aus. Die Modelle müssten die Verbraucherinnen und Verbraucher überzeugen. Die Autohersteller würden nun aber mehr und mehr Fahrzeuge anbieten, die ausgereifter und günstiger seien. "Das macht mich zuversichtlich, was die Zukunft des E-Autos angeht", so Scholz.

Schwache Nachfrage bei Privatkunden

Hauptproblem scheint nach Analyse der Versicherung HUK Coburg die schwache Nachfrage bei Privatleuten zu sein. Grundlage der dort verwendeten Daten ist der eigene Datenbestand des Unternehmens, das mit knapp 13 Millionen versicherten Fahrzeugen Marktführer der Sparte in Deutschland ist. Außerdem hat das Umfrageinstitut Yougov für die Analyse mehr als 4000 Menschen befragt.

Demnach entschieden sich im Schlussquartal des vorigen Jahres lediglich knapp vier von hundert Autobesitzern bei der Anschaffung eines Fahrzeugs – ob neu oder gebraucht – für ein reines Elektroauto. Anfang 2023 waren es noch fast sieben Prozent gewesen. Die Zahlen beziehen sich auf rein elektrische Autos in privatem Besitz; von Firmen und Autoverleihern angemeldete Wagen sind nicht mitgezählt.

Rekordhalter beim Umstieg auf E-Autos war der sehr wohlhabende Kreis Starnberg vor den Toren Münchens mit einer Quote von acht Prozent im vergangenen Jahr. Uneinheitlich ist die Entwicklung in den 20 größten deutschen Städten: Die höchste Umstiegsquote gab es in Frankfurt am Main mit vier Prozent, die niedrigste in Dresden mit 2,3 Prozent.

Laut Analyse ist die persönliche Einstellung sehr stark von der eigenen Erfahrung geprägt: Menschen, die bislang weder ein Elektroauto besitzen noch jemals eines gefahren sind, gaben im Schnitt ein deutlich schlechteres Urteil ab als diejenigen mit E-Auto-Erfahrung. Und die Gruppe, die bislang nicht mit Elektroautos in Berührung gekommen ist, stellt mit 68 Prozent die große Mehrheit.

Bei den 30 Prozent, die schon einmal ein E-Auto fuhren oder eines besitzen, gab dagegen die Mehrheit ein positives Urteil ab. Bei Besitzern waren es sogar 82 Prozent. (wa/dpa)

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