Bild: © Stadtwerke Kiel

Kiel wurde zu einem Reallabor der E-Mobilität umfunktioniert. Nicht, nur dass die Stadtwerke Kiel ihren eigenen Fuhrpark und den ÖPNV nach und nach elektrisieren, auch die Ladeinfrastruktur soll auf 200 Ladesäulen in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Damit all die E-Mobile netzverträglich laden können, erprobt der Versorger aus dem Norden mit einem Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft smarte Lademöglichkeiten.

Mittlerweile über zwei Jahre läuft „KielFlex“, so der offzielle Name des Forschungsprogramms. Eigentlich wäre im September Schluss gewesen, doch die Projektlaufzeit wurde bis Herbst 2022 verlängert und wird nach wie vor von Mitteln aus dem „Sofortprogramm Saubere Luft 2017 bis 2020“ unterstützt.

Erzeugung und Verbrauch berücksichtigen

Dabei sind die Kieler ihrem Ziel eines stadtweiten, intelligenten Lademanagements schon einen deutlichen Schritt nähergekommen. Insgesamt sechs Wallboxen und zwei Ladesäulen in der Stadt wurden smart gemacht. Darunter zwei Wallboxen einer Werbeagentur, die gleichzeitig die Erzeugung der eigenen PV-Dachanlagen sowie den Stromverbrauch im Gebäude im Blick behält und sich an diese Parameter anpasst.

Drei Ladesäulen mit jeweils 44 kW wurden wiederum im Quartier Projensdorf errichtet. „In diesem Pilotquartier wollen wir den Bedarf, aber auch die Potentiale einer Flexibilisierung der Stromnetze aufzeigen. Dafür haben wir gezielt in Projensdorf Ladesäulen und Messeinrichtungen aufgebaut, um die sich einstellenden Gleichzeitigkeiten zu untersuchen“, erläutert Bastian Bauhaus, „KielFlex“-Projektmitarbeiter für die SW Kiel Netz.

Netzausbau reduzieren

Dabei liegt ein Fokus auf der Dimensionierung und Auslastung der Strom-Hausanschlüsse. So sollen freie Kapazitäten für die Installation von Ladeinfrastruktur durch Messungen und Simulationen quantifiziert und letztlich der Netzausbau in Grenzen gehalten werden. (lm)

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