Die Nachfrage nach Elektroautos wurde durch die Corona-Krise kaum getrübt.

Die Nachfrage nach Elektroautos wurde durch die Corona-Krise kaum getrübt.

Bild: © Dana Kenedy/stock.adobe.com

Immer mehr Auslieferungen von E-Autos und steigendes Kaufinteresse sorgen trotz Corona-Krise für eine positive Entwicklung bei Elektromobilität. "Setzt sich der Absatzerfolg elektrifizierter Fahrzeuge fort, erreichen die europäischen Automobilhersteller voraussichtlich in diesem Jahr die neuen CO2-Grenzwerte der EU", fasst Felix Kuhnert von der Unternehmensberatung PwC die Zulassungszahlen fürs zweite Quartal zusammen, die PwC im "E-Mobility Sales Review Q3 2020" zusammengetragen hat.

Die Nachfrage übersteigt das Angebot

So stieg die Zahl neu zugelassener Elektrofahrzeuge im April, Mai und Juni 2020 in Deutschland um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge an der Gesamtzahl der Neuzulassungen erreichte hierzulande im ersten Halbjahr 2020 mit 16,7 Prozent einen neuen Rekord. Besonders ins Gewicht fielen dabei die Plug-In-Hybride mit einem massiven Zuwachs von 257 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal – reine Elektrofahrzeuge legten immerhin um 23 Prozent zu. Laut PwC trifft derzeit die starke Nachfrage der Verbraucher auf ein noch begrenztes Angebot. Das führt zu langen Lieferzeiten, weshalb die Effekte der staatlichen Fördermaßnahmen in Deutschland erst im kommenden Jahr deutlicher zu spüren sein werden.

Auch die Zahlen für Europa zeigen, dass dort das E-Mobilitätssegment vergleichsweise unberührt von den Auswirkungen von Corona blieb: Im ersten Halbjahr stieg die Anzahl der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge in den zehn untersuchten europäischen Märkten um 25,6 Prozent. Im zweiten Quartal lagen die Zahlen in den europäischen Kernmärkten trotz vieler Schließungen von Autohäusern oder Zulassungsstellen um nur ein Prozent unter denen des Vorjahresquartals.

Koordinierte Förderung

"Führten Elektroautos zunächst ein Schattendasein in der europäischen Zulassungsstatistik, so erweisen sie sich in Zeiten der Corona-Krise mit einem Marktanteil von 18,9 Prozent im ersten Halbjahr als Insel der Stabilität und des Wachstums in einem ansonsten rückläufigen Absatzmarkt der Automobilindustrie", kommentiert Christoph Stürmer, der Leiter der Studie. "2020 könnte aus unserer Sicht den Wendepunkt für Elektromobilität in Europa darstellen, da die europäischen Regierungen jetzt koordiniert mit Fördermaßnahmen wie steuerlichen Vorteilen und Kaufprämien vorgehen. Das hohe Interesse und die Nachfrage der Verbraucher nach E-Autos wird aktuell noch durch mangelndes Angebot und Lieferkapazitäten gebremst", meint Stürmer.

Anders stellt sich das Bild der Zulassungszahlen in China und den USA dar. Im Reich der Mitte sank die Zahl der Neuzulassungen im zweiten Quartal krisenbedingt um 22 Prozent, in den USA um 33 Prozent. In beiden Regionen stiegen die Zulassungen von Hybridfahrzeugen im Juni aber schon wieder an. Zudem sei zu erwarten, dass zusätzliche Förderprogramme weitere Nachfrage schaffen.

Hoffnung auf neue Batterien

Hoffnung für die weitere Verbreitung von Elektrofahrzeugen bietet außerdem die Weiterentwicklung der Batterien: "Die Pläne aus den USA und China, langlebigere und günstigere Akkus mit kommenden E-Modellen auf den Markt zu bringen, könnte die Total Cost of Ownership (TCO) nachhaltig verringern", heißt es bei PwC. Das könne den Einsatz von Elektromobilität auch bei Nutzfahrzeugen wirtschaftlicher machen. (wa)

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