Die Kompetenzstelle Elektromobilität der Agentur Bayern Innovativ hat ein Whitepaper veröffentlicht. Darin identifiziert sie die Erfolgskriterien der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Bayern und leitet Handlungsempfehlungen für den weiteren Ausbau ab. Ergebnisse aus Nutzerumfragen und Erfahrungswerte von Ladesäulenbetreibern sollen Einblicke geben, warum bestimmte Ladeorte erfolgreich sind.
Der Bestand an Elektrofahrzeugen wächst trotz der Corona-Pandemie deutlich. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur schreitet kontinuierlich voran. Auffallend ist jedoch, dass die vorhandene Ladeinfrastruktur nicht überall gleich gut genutzt wird und teils noch längst nicht ausgelastet ist.
Die Gelegenheit wird gern genutzt
Das Whitepaper skizziert die Entwicklung der Elektromobilität und liefert Details zu Elektrofahrzeugen, Ladeorten und Ladepunkten in Deutschland und Bayern. Eine Umfrage offenbart, dass die Situation der öffentlichen Ladeinfrastruktur noch nicht zufriedenstellend ist. Nur ein knappes Drittel ist mit der aktuellen Situation rund um das öffentliche Laden zufrieden.
Viele Autofahrende können zwar zu Hause laden. Der „Unterwegs-Faktor“ spielt aber dennoch eine maßgebliche Rolle. Gelegenheiten, die „auf der Strecke“ liegen, werden gern genutzt.
Generell sollten Ladesäulen dort verfügbar sein, wo auch geparkt wird, etwa bei Supermärkten während des Einkaufs. Dabei spielt die Anzahl der Ladepunkte eine größere Rolle als die Ladeleistung, ergibt die Umfrage.
Unattraktive Parkplätze schrecken ab
Bei den erfolglosen Ladepunkten seien auffallend viele in entlegenen ländlichen Gebieten entlang von
Bundesstraßen erbaut worden. Die Parkplätze bieten offenbar keine weiteren Annehmlichkeiten, sodass ein Verweilen dort wenig attraktiv erscheint.
Als Hauptärgernisse für Elektroauto-Fahrer zählen die Belegung von Ladeplätzen durch Fremdparken sowie eine mangelnde Beschilderung. Auch die häufig fehlende Preistransparenz vor Antritt des Ladens ist für 60 Prozent der Befragten unbefriedigend. (wa)



