Der Bestand an Elektroautos entwickelt sich dynamisch. Im vergangenen Jahr machten die Fahrzeuge bereits knapp 14 Prozent aller Neuzulassungen aus – mit deutlicher Tendenz nach oben. Aber wer setzt sich ans Steuer? Das wollte die KfW-Bank mit einer Sonderauswertung ihres KfW-Energiewendebarometers herausfinden.
Das Ergebnis zeigt, dass gegenwärtig vor allem gut verdienende Haushalte in Einfamilienhäusern zu den Elektroautonutzern gehören. Bei den Gründen für die Anschaffung eines Elektroautos überwiegen Klimaschutzaspekte und der innovative Charakter der Technik. Hauptgründe gegen eine Anschaffung sind neben dem hohen Preis vor allem Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität, etwa mit Blick auf Reichweite und Ladeinfrastruktur.
Dynamische Entwicklung setzt sich fort
Zunächst zeigt sich: 1,3 Prozent der Haushalte in Deutschland gaben an, ein batterieelektrisches Auto oder einen Plug-in-Hybrid zu besitzen. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr. Weitere 1,1 Prozent der Haushalte planen die Nutzung in den zwölf Monaten nach der Befragung. Diese Angaben deuten darauf hin, dass weiterhin von einer dynamischen Entwicklung auszugehen ist.
Bei Haushalten, die überdurchschnittlich verdienen, fällt der Elektroauto-Anteil rund dreimal so hoch aus wie bei unterdurchschnittlich verdienenden Haushalten. Ähnliches gilt für Haushalte, die in Ein- oder Zweifamilienhäusern wohnen: Hier sind Haushalte mit Elektroautos mehr als doppelt so häufig anzutreffen wie bei Objekten mit mehreren Parteien, wo typischerweise auch schlechtere Möglichkeiten zum häuslichen Laden gegeben sind.
Das Land sticht die Stadt aus
Zudem zeigen sich Unterschiede je nach Wohnsitz des Haushalts. Im ländlichen Raum liegt der Anteil rund 50 Prozent höher als in den Mittel- und Großstädten. Dies dürfte zumindest in Teilen auf die Lade- und Stellplatzmöglichkeiten zurückzuführen sein, die auf dem Land in der Regel besser sind als in der Stadt.
Betrachtet man die Gründe für die Anschaffung eines Elektroautos, wird am häufigsten der Beitrag zum Klimaschutz genannt. Über drei Viertel der Nutzer gaben an, dass dies ein entscheidender Aspekt bei der Anschaffung war. Am zweitwichtigsten ist die Möglichkeit, eine innovative Technik nutzen zu können (61,8 Prozent). Nur gut ein Drittel nannte die finanziellen Zuschüsse als kaufentscheidend.
Fragt man dagegen nach den entscheidenden Gründen gegen den Kauf eines Elektroautos, nehmen ökonomische Aspekte die Hauptrolle ein. Ein zu hoher Preis wird von 61,3 Prozent als Hindernis genannt. Daneben bestehen Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität. Genannt werden die als zu gering wahrgenommene Reichweite (53,8 Prozent) und lange Ladezeiten (47,2 Prozent).
Ohne Stellplatz ist es schwierig
Als zentrales Hindernis entpuppt sich aber der beschränkte Zugang zur Ladeinfrastruktur, der von insgesamt 68,5 Prozent genannt wird. Am stärksten wird dies mit Blick auf öffentliche Ladesäulen gesehen (59,8 Prozent). Rund 40 Prozent beklagen zudem, dass sie zu Hause keinen geeigneten Stellplatz haben. Eine fehlende Möglichkeit, das Fahrzeug bei der Arbeit zu laden, wird von 33,8 Prozent als Grund gegen eine Anschaffung genannt. (wa)



