Pressetermin zum neuen Klimaschutzprojekt der Stadtwerke Bamberg: Oberbürgermeister Andreas Starke, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Bamberg (rechts), Martin Schultz, Kaufmännischer Werkleiter bei Bosch in Bamberg (links) und Peter Scheuenstuhl, Leiter Mobilität und Bäder bei den Stadtwerken Bamberg.

Pressetermin zum neuen Klimaschutzprojekt der Stadtwerke Bamberg: Oberbürgermeister Andreas Starke, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Bamberg (rechts), Martin Schultz, Kaufmännischer Werkleiter bei Bosch in Bamberg (links) und Peter Scheuenstuhl, Leiter Mobilität und Bäder bei den Stadtwerken Bamberg.

Bild: © Stadtwerke Bamberg

Die Stadtwerke Bamberg testen den Betrieb ihrer Busflotte mit „Klima-Diesel“ aus 100 Prozent hydrierten Pflanzenölen. Das Pilotprojekt startet Mitte April mit zwei Bussen. Ab Sommer sollen alle 57 konventionell betriebenen Busse der Stadtwerke ausschließlich mit dem 100 Prozent regenerativen Kraftstoff HVO 100 betankt werden.

Dieser setzt laut dem kommunalen Unternehmen rund 90 Prozent weniger CO2-Emissionen frei als traditioneller Diesel. „Damit verbessern wir augenblicklich unsere Klimabilanz“, betont Oberbürgermeister Andreas Starke. Wichtigster Technikpartner des Projekts ist Bosch in Bamberg.

Für den Pilotbetrieb errichten die Stadtwerke im Verkehrsbetrieb an der Bamberger Georgenstraße eine mobile Tankstelle, an der die zwei ersten Fahrzeuge ausschließlich mit dem Kraftstoff aus hydrierten Pflanzenölen betankt werden.

Pro Jahr können 1,1 Mio. Liter Diesel eingespart werden

Während der Pilotphase sollen die Motorleistungen beobachtet und die Abgase der Busse detailliert analysiert werden. Hat sich der Kraftstoff bewährt, werden ab dem Sommer alle 57 konventionell betriebenen Busse der Stadtwerke ausschließlich mit dem „Klima-Diesel“ betankt.

So könnten laut Pressemitteilung jährlich 1,1 Mio. Liter konventionellen Dieselkraftstoffs gespart werden. Das würde mehr als 2.600 Tonnen CO2 einsparen helfen und zudem die Feinstaubemissionen der Busse um bis zu einem Drittel reduzieren.

Mit dem Klimaschutzprojekt könnte es den Stadtwerken Bamberg laut eigenen Angaben gelingen, dass bis zur vollständigen Umrüstung der Busflotte auf den emissionsfreien E-Antrieb auch mit den vorhandenen voll funktionsfähigen Dieselbussen sofort und ohne weitere Investitionen 90 Prozent CO2-Emissionen eingespart werden.

Auch Kooperationspartner Bosch will den Kraftstoff in seiner Flotte einsetzen

Die Stadtwerke setzen bereits seit drei Jahren auf den Elektroantrieb, in den kommenden Jahren sollen alle Dieselbusse durch reine Elektrobusse ersetzt werden. In diese vollständige Dekarbonisierung werden die Stadtwerke einen hohen zweistelligen Millionenbetrag für Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und den Umbau der Buswerkstätten investieren.

Die Firma Bosch, der größte Arbeitgeber in Bamberg, unterstützt das Projekt der Stadtwerke, um künftig den regenerativen Kraftstoff HVO 100 auch in Flottenfahrzeugen des Werkes einzusetzen. Davon erhofft sich Bosch einen großen Schritt, um die anspruchsvollen CO2-Reduktionsziele im eigenen Lieferverkehr zu erreichen. Gleichzeitig werden wichtige und wertvolle Erfahrungen im Rahmen des Projektes gesammelt, wie erneuerbare und synthetische Kraftstoffe im bestehenden Fuhrpark zum Klimaschutz beitragen können.

Betankung ohne größere Umrüstung möglich

Der „Klima-Diesel“ HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) 100 besteht ausschließlich aus biologischen Rest- und Abfallstoffen und ist frei von Palmöl. Die Betankung von HVO 100 ist ohne aufwendige technische Umrüstungen an den Bussen möglich, der Dieselkraftstoff wird einfach durch klimafreundliches HVO ersetzt.

In Deutschland sind HVO-Kraftstoffe nur als geringfügige Beimischung zugelassen. HVO 100 ist derzeit nicht an öffentlichen Tankstellen erhältlich. Die Stadtwerke dürfen den Kraftstoff heute schon nutzen, weil sie es nur für Flottenfahrzeuge einsetzen und diese in einer eigenen Tankstelle betanken. (hoe)

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