In Solingen fährt das „Stangentaxi“, in Eberswalde der „Strippenexpress“, auch in Esslingen am Neckar, in Salzburg oder Linz sind sie unterwegs: Die Oberleitungsbusse waren in der Mitte des letzten Jahrhunderts schwer angesagt, später verschwanden sie; nun erleben sie eine kleine Renaissance. Auch Berlin will wissen, ob sich ein solches System eignet.
In Spandau könnte eine Teststrecke eingerichtet werden. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie der Senatsverkehrsverwaltung hervor, über die in der Berliner Presse berichtet wird. Wann es allerdings so weit ist, ist noch nicht klar.
Grund für die Renaissance des Oberleitungsbusses sind neue Modelle, die mit Batterien ausgestattet sind. Das macht den Einsatz sehr flexibel: Die Fahrzeuge laden während der Fahrt, sind aber nicht auf Schienen und nicht mehr komplett auf die Stromdrähte angewiesen. Endet die Oberleitung oder gibt es Behinderungen auf der verdrahteten Strecke, kann der Bus mit seiner Batterie weiterfahren.
Vorteile:
- Laden während der Fahrt
- Leise und umweltfreundlich
- Deutlich bessere Beschleunigung als Dieselbusse
- Eine O-Bus-Linie lässt sich schneller realisieren als eine Straßenbahnlinie
Nachteile von früher, die keine mehr sind:
- Bei Unfällen oder Falschparkern kann der Oberleitungsbus mit Batterie weiterfahren,
- er kann überholen oder
- Teilstrecken ohne Fahrleitung befahren.
Nachteile:
- Betriebskosten sind höher als bei Dieselbussen
- Begrenzte Kapazität, Mehrfachtraktion ist nicht erlaubt
- Deutlich höhere Investitionskosten (bei gleichzeitig höhrerer Lebensdauer und Laufleistung)
(wa)



