Carsharing entlaste den Verkehr, sei günstig, umweltschonend und flexibel. Dank dieser Vorteile könne das Autoteilen zu einem wesentlichen Baustein der nachhaltigen Mobilitätswende werden, findet Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch. Dafür sei es aber dringend nötig, mindestens die steuerliche Gleichbehandlung im Vergleich zu anderen Mobilitätsträgern einzuführen.
Mit steuerlichen Anreizen könne die Attraktivität des Autoteilens auch im Vergleich zum eigenen Auto deutlich steigen. „Wir bauen daher darauf, dass die künftige Bundesregierung eine ökologische Steuerreform umsetzt, welche den Ausbau von Carsharing nicht nur ermöglicht, sondern unterstützt“, so Partsch.
Als Werbungskosten absetzen
Zu den Anbietern in Darmstadt gehört Heag book-n-drive Carsharing. Das Unternehmen ist ein Joint Venture der städtischen Holding Heag und der book-n-drive mobilitätssysteme GmbH. „Ein zentrales Anliegen der Heag ist es, moderne Mobilitätslösungen bereitzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die steuerliche Förderung ein wichtiger Schritt. Wir erwarten auch eine steuerliche Besserstellung für viele weitere Lösungen für die Mobilitätswende wie ÖPNV-Nutzung, On-demand-Shuttles, Fahrradnutzung sowie Bike- und Ridesharing“, betonen die Heag-Vorstände Klaus-Michael Ahrend und Markus Hoschek.
Zu den Ideen gehört etwa die Möglichkeit, Carsharing in die Berechnung der Werbungskosten im Rahmen der Einkommenssteuererklärung einzubeziehen. Dies betreffe Fahrten zum Arbeitsplatz und nach Hause sowie Fahrten während der Arbeitszeit. Auch sei eine besondere Förderung von E-Carsharing-Fahrzeugen aufgrund der immer noch deutlich höheren Kosten im Vergleich zu Verbrennerfahrzeugen vorstellbar.
Es sei essenziell, das Modell in vernetzte Mobilitätssysteme zu integrieren und die Anzahl von reservierten Stellplätzen deutlich zu erhöhen. Carsharing – vor allem mit Elektroautos – könnte den ÖPNV sinnvoll ergänzen, heißt es bei der Heag. (wa)

