Wer erhält bei digitalen Mobilitätsdiensten den Zugang zu den Kunden?

Wer erhält bei digitalen Mobilitätsdiensten den Zugang zu den Kunden?

Bild: © Lars Zahner/Adobe Stock

Drei Viertel der Befragten einer Studie würden einen gut angebundenen Nahverkehr dem Auto vorziehen. Die Praxis zeigt aber gerade nach der Corona-Pandemie, dass das Auto immer noch dominiert. Was fehlt dem Nahverkehr? Was muss passieren, dass sich die Menschen von Bussen und Bahnen überzeugen lassen? Antworten will eine Studie von Hitachi Rail liefern, einem großen Anbieter der Eisenbahn-Industrie. 8000 Menschen in acht internationalen Großstädten, darunter auch Düsseldorf, wurden dazu befragt.

Die große Mehrheit der Befragten, fast drei Viertel, gab an, dass sie nach der Pandemie anders reisen würden. Die bei weitem größte Veränderung ist, dass die Menschen mehr Auto fahren. In der Studie gaben das 60 Prozent an, in Düsseldorf sogar 69 Prozent. Als wichtigste Ursache hierfür nannten die deutschen Studienteilnehmer die Überfüllung von öffentlichen Transportmitteln.

Nutzer wissen, was intelligenter Verkehr bedeutet

Als weitere Hindernisse wurden genannt: Zugausfälle ohne Vorwarnung, unzuverlässige Verbindungen, die allgemeine Unpünktlichkeit des ÖPNV-Angebots sowie nicht vorhandener oder überlasteter Schienenersatzverkehr. Eigenen Angaben zufolge häufiger würden die Menschen den ÖPNV bei einem attraktiven Fahrplan (84 Prozent), schnellen Verbindungen (82 Prozent) und gut erreichbaren Standorten (83 Prozent) nutzen.

Die Studie zeigt zudem, dass die Nutzer ein ausgeprägtes Verständnis davon besitzen, was „intelligenter“ Verkehr bedeutet. 59 Prozent nutzen bereits digitale Apps, um ihre Fahrten zu planen oder zu buchen. Dabei wiesen die Befragten darauf hin, dass die Vorteile digitaler Reise-Apps darin liegen, Echtzeit-Informationen zu erhalten.

Auffällig für Düsseldorf: Mit 81 Prozent äußerten mehr Befragte als in anderen Städten ihren Unmut darüber, mehrere Apps für unterschiedliche Verkehrsmittel herunterzuladen und parallel bedienen zu müssen. Häufiger Wunsch: Das gesamte Angebot des öffentlichen Nahverkehrs sollte in einer einzigen Smartphone-App gebündelt verfügbar sein. Grund dafür ist nicht zuletzt auch die Skepsis, seine Zahlungsdaten einer ganzen Reihe von Apps anzuvertrauen.

Teurer Nahverkehr ist unattraktiv

Fast 80 Prozent der Interviewten in Düsseldorf gaben an, dass ein besser vernetztes öffentliches Verkehrssystem sie dazu bringen würde, den ÖPNV dem Auto vorzuziehen. Gleichzeitig sinkt das Interesse an Smart Mobility Angeboten bei steigenden Kosten für öffentliche Verkehrsmittel. Hohe Fahrpreise machen den ÖPNV unattraktiv.

Ebenso zeigt die Studie, dass Umwelt und Nachhaltigkeit zwar ein immer wichtigeres Thema sind. Sie sind aber bei weitem nicht das Hauptmotiv dafür, den ÖPNV zu nutzen. Nur 13 Prozent gaben Umweltfragen als den größten Vorteil an, warum sie sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen.

Untersucht wurden die Einstellung von über 8000 Menschen in acht Großstädten weltweit: Bangkok, Dubai, Düsseldorf, London, Paris, Toronto, Turin und Washington D.C. (wa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper