Nach umfangreichen Tests und Schulungen in den vergangenen Monaten ist es nun soweit: Die neuen Elektrobusse vom Typ "eCitaro" nehmen in Hannover ihren Betrieb auf, wie die Üstra Hannoverschen Verkehrsbetriebe mitteilen.
Nach den ersten vier Bussen werden bis Ende 2020 weitere elf E-Solobusse (12 Meter) sowie die ersten vier E-Gelenkbusse (18 Meter) erwartet. Die Gelenkbusse werden zunächst für Testfahrten und Schulungen genutzt, bevor sie ab 2021 zum Einsatz kommen.
48 E-Busse auf den Innenstadtlinien
Im Jahr 2021 sollen dann zwei Solo- sowie sieben Gelenkbusse geliefert werden, 2022 folgen weitere 13 Solo- und sieben Gelenkbusse. "Bis 2023 bauen wir mit insgesamt 48 Elektrofahrzeugen auf sechs Innenstadtlinien den Umweltvorsprung des ÖPNV in der Region Hannover weiter aus", so Üstra Vorstandsvorsitzender Volkhardt Klöppner.
Parallel zum weiteren Einsatz der E-Busse werden in den kommenden Jahren die Endpunkte der Innenstadtbuslinien jeweils mit der dafür notwendigen Ladeinfrastruktur ausgerüstet.
Ausrüstung der E-Busse
Die Niederflur-Stadtbusse verfügen jeweils über zehn Hochvolt-Batteriebaugruppen mit einer Gesamtkapazität von 243 kWh (NMC – Nickel-Mangan-Kobalt) und einer Reichweite von rund 120 Kilometer ohne Nachladung.
Zusätzlich verfügen sie über einen Pantografen auf dem Dach für Zwischenladungen an den Endhaltestellen der jeweiligen Linien. Darüber hinaus verfügen die eCitaro über Bremsassistenten und warnen beim Abbiegen vor Fußgängern und Radfahrern.
Wärmepumpen nutzen CO2 als Kältemittel
An die Werkstatt stellt der Systemwechsel auf elektrischen Antrieb völlig neue technische Anforderungen. "Bereits mit der Einführung der Hybridtechnologie vor einigen Jahren haben wir systematisch damit begonnen, unser Werkstattpersonal zur Elektrofachkraft weiterzubilden sowie Mechatroniker für System- und Hochvolttechnik auszubilden", erläutert Denise Hain, Üstra Vorständin für Betrieb und Personal.
Außerdem sind die neuen Busse mit Klimatechnik ausgestattet. Die energieeffiziente Wärmepumpe nutzt CO2 als Kältemittel.
Insgesamt kosten die Busse 50 Mio. Euro
Möglich ist die Realisierung dieses Großprojekts durch die Förderung des Bundesumweltministeriums mit 22,7 Mio Euro. Eine ergänzende Förderung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Höhe von 2,9 Mio. Euro unterstützt die Anschaffung der ersten 29 E-Busse.
Über eine weitere Komplementärförderung der übrigen 19 E-Busse wird das Land zu gegebener Zeit entscheiden. Insgesamt belaufen sich die Investitionen für die Zukunftsoffensive E-Bus auf etwa 50 Mio. Euro. (gun)



