Erst vor wenigen Wochen wurde die Wuppertaler Schwebebahn mit einem neuen digitalen Betriebssystem ausgestattet. Mit dessen Inbetriebnahme ist auch die Zusammenführung der Leitstellen Bus und Schwebebahn abgeschlossen.

Erst vor wenigen Wochen wurde die Wuppertaler Schwebebahn mit einem neuen digitalen Betriebssystem ausgestattet. Mit dessen Inbetriebnahme ist auch die Zusammenführung der Leitstellen Bus und Schwebebahn abgeschlossen.

Bild: © WSW mobil

Am kommenden Wochenende wird die Wuppertaler Schwebebahn nicht fahren – allenfalls einzelne Fahrzeuge ohne Fahrgäste werden unterwegs sein. Doch die scheinbare Ruhe täuscht: Hinter den Kulissen erhält die Schwebebahn ihr neues digitales Betriebssystem.

Die technische Aufsichtsbehörde (TAB) der Bezirksregierung Düsseldorf hat der Inbetriebnahme des neuen Betriebssystems zugestimmt. Fahrzeuge, Strecke, Betriebsleitzentrale und Kommunikationswege werden in den beiden Tagen umgestellt und das Gesamtsystem mittels Probefahrten ohne Fahrgäste auf sicheren Betrieb hin getestet.

Gemeinsame Leitstelle für Schwebebahn und Busse

Mit der Inbetriebnahme des neuen Betriebssystems ist auch die Zusammenführung der Leitstellen Bus und Schwebebahn abgeschlossen. Ab dem 2. September erfolgt die Steuerung des Bus- und Schwebebahnverkehrs zentral von einem Standort aus.

Nur mit einem neuen Betriebssystem lasse sich die geplante Taktverdichtung und die Verkürzung der Fahrzeit zwischen Oberbarmen und Vohwinkel auf 25 Minuten realisieren, heißt es in Wuppertal. Außerdem muss der Betrieb von mehr Zügen, die sich gleichzeitig auf der Strecke befinden, gemanagt werden. Mit dem alten System, das in seinen Ursprüngen aus dem Jahr 1963 stammt, war das nicht mehr zu leisten.

Zwar bleiben das Taktangebot und die Maximalgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometer zunächst unverändert. Die Gespräche mit dem Fahrzeughersteller Kiepe Electric und der TAB zu höheren Geschwindigkeiten laufen aber schon.

Zugsicherung wie beim ICE

Beim europaweiten Ausschreibungsverfahren erhielt die Firma Alstom Transport Deutschland den Zuschlag. Alstom konnte sich mit der neuen Zugsicherungstechnik, basierend auf dem europäisch genormten ETCS-Standard (European Train Control System), durchsetzen. Mit einer Version dieses Systems sind auch die ICEs der Deutschen Bahn und der französische Höchstgeschwindigkeitszug TGV unterwegs.

Informationen über die Gleisbelegung, die bisher von Zugschlussmagneten geliefert wurden, werden durch ein positives Zugerkennungssystem ersetzt. Alle Fahrzeuge teilen einem Zentralcomputer drahtlos per Funk ihre Position mit. Der Zentralcomputer erteilt aufgrund dieser Informationen die individuellen Fahrtfreigaben und überwacht alle Fahrstraßen. (wa)

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