Durch die Pandemie sind die Einnahmen der Nahverkehrsunternehmen eingebrochen.

Durch die Pandemie sind die Einnahmen der Nahverkehrsunternehmen eingebrochen.

Bild: © Marc/stock.adobe.com

In der Region Nürnberg wird es vorerst kein 365-Euro-Ticket für den Nahverkehr geben. Das teilt der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) mit. Eine Einführung zum 1. Januar 2023 sei nicht zu realisieren und finde auch nicht die Zustimmung aller Verbundpartner.

Für die Ver­kehrs­un­ter­neh­men im VGN hätte ein 365-Euro-Ticket er­heb­liche Minderungen der Fahrgeldeinnahmen zur Folge. Städte und Land­kreise müssten diese voll­stän­dig ausgleichen - und zwar dauerhaft. Angesichts weiter steigender Kosten für die Verkehrsleistungen wäre  eine Dynamisierung des Ausgleichs vorzusehen, heißt es beim VGN. Solange diese grundlegenden Voraussetzungen nicht gegeben seien, könne ein Beschluss zur Einführung eines 365-Euro-Tickets im ge­samten Verbundgebiet nicht gefasst werden.

Gutachten riet von der Einführung ab

Ein im vergangenen Jahr präsentiertes Gutachten zeigt, dass die Einführung der ermäßigten Jah­res­kar­te einen er­heb­lichen finanziellen Einsatz erfordern würde. Am Volumen und der Qualität des Ver­kehrs­an­ge­bots würde sich dadurch substanziell nichts ändern. Im Hinblick auf die Verkehrswende wäre aber gerade der Ausbau der Fahr­ten­an­gebote, – vor allen Dingen in der Region – eine zwingende Voraussetzung, so der VGN.

Die Stadt Nürnberg will nun quasi im Alleingang Alternativen untersuchen. Ergänzend zur vorliegenden Studie hat sie das Gutachterbüro mit der Untersuchung zweier weiterer Modellva­ri­an­ten beauftragt. Diese sehen eine Gül­tig­keit des Tickets nur im Stadt­ge­biet oder im Bereich der Preis­stufe A vor. 2020 hatte der Nürnberger Stadtrat beschlossen, das Ticket einführen zu wollen.

Auf der Suche nach einem Gesamtkonzept

Auch die Verbundpartner überlegen weiter. Mit Blick auf den Klimaschutz und die dafür not­wen­dige Verkehrswende wäre aus ihrer Sicht ein Ge­samtkonzept not­wen­dig - mit entsprechender Finanzierung. Ein solches Konzept beinhalte sowohl den konsequenten Ausbau der Ver­kehrs­an­ge­bote als auch zu­sätz­liche At­trak­ti­vi­tätssteigerungen.

Die Abstimmung zu einem ge­mein­samen Konzept über­nimmt nun die Ver­bund­ge­sell­schaft im Rahmen ihrer laufenden Strategieplanung. Sie ist zudem beauftragt, gegenüber der Bay­e­rischen Staatsregierung das Ziel der Verbundpartner zur Stärkung des ÖPNV zu bekräftigen und die hierfür not­wen­dige finanzielle Unterstützung anzufragen. (wa)

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