Die Rheinbahn hat am Montag den bundesweit ersten auf SCR-Technologie umgerüsteten Dieselbus im ÖPNV vorgestellt. Das Modell ist der Auftakt einer Nachrüstungsoffensive: Das Verkehrsunternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 nur noch Dieselbusse mit Abgasnorm Euro 6 einzusetzen. Dazu werden in einem Teil der Busflotte Abgasreinigungssysteme eingebaut, während ein anderer Teil durch neue Fahrzeuge ersetzt wird.
Insgesamt 155 ältere Euro-5-Fahrzeuge sollen nachgerüstet und 89 weitere Modelle durch Neuanschaffungen ersetzt werden. Während die Nachrüstungen in den kommenden Wochen in das Ausschreibungsverfahren gehen, sind bereits 42 frisch gekaufte Euro-6-Solobusse bei der Rheinbahn im Einsatz. 74 Gelenkbusse auf dem neusten technischen Stand werden noch bis Herbst dieses Jahres geliefert. So soll die Flotte in den kommenden zwei Jahren Schritt für Schritt 86 Tonnen Stickoxid-Emissionen einsparen.
Von 107 Mio. Euro Fördervolumen nur 8,5 Mio Euro abgerufen
Für die Rheinbahn kein billiges Unterfangen, denn die Beschaffung und Nachrüstung kostet rund 42,6 Mio. Euro. Das Bundesverkehrsministerium übernimmt im Rahmen des Förderprogramms „Saubere Luft 2017-2020“ 40 Prozent der Ausgaben.
Für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist die Umrüstung des ÖPNV ein wichtiger Schritt für den Umwelt- und Klimaschutz. Sein erklärtes Ziel: „Keine generellen Fahrverbote in deutschen Städten.“ ÖPNV-Busse würden pro Tag mehr Kilometer in den Städten fahren als alle anderen Verkehrsteilnehmer, so Scheuer weiter. Daher unterstützt sein Gremium die Kommunen mit insgesamt 107 Mio. Euro bei ihren Investitionen in Abgasreinigungssysteme. Bisher sind im Bundesgebiet Anträge über knapp 1000 Busse mit einem Fördervolumen von rund 8,5 Mio. Euro eingegangen. Es ist also noch Luft nach oben.
Unter folgendem Link sind die genauen Fördervoraussetzungen und weitere Bedingungen erreichbar: http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2018/019-scheuer-dieselbusse-nachruestung.html?nn=13326 (ls)


