Mit der sogenannten Generalsanierung will die Deutsche Bahn ab dem kommenden Jahr die am stärksten überlasteten Streckenabschnitte nach und nach für mehrere Monate sperren und grundlegend modernisieren und ausbessern.

Mit der sogenannten Generalsanierung will die Deutsche Bahn ab dem kommenden Jahr die am stärksten überlasteten Streckenabschnitte nach und nach für mehrere Monate sperren und grundlegend modernisieren und ausbessern.

Bild: © hanohiki/stock.adobe.com

Die geplante Generalsanierung der Bahn-Infrastruktur wird aus Sicht des Vereins Bürgerbahn die Probleme auf der Schiene nicht lösen. "Das Konzept einer Generalsanierung führt dazu, dass das Klimaziel der Bundesregierung im Bereich Schiene verunmöglicht wird", heißt es im "Alternativen Geschäftsbericht", den der Verein am Mittwoch in Berlin vorgelegte. "Bürgerbahn - Denkfabrik für eine starke Schiene" war aus dem Bündnis "Bahn für Alle" hervorgegangen, das den Bericht traditionell erstellt hatte. Ihm gehörten unter anderem Gewerkschaften, politische Jugendorganisationen und Umweltschutzverbände an.

Mit der sogenannten Generalsanierung will die Deutsche Bahn ab dem kommenden Jahr die am stärksten überlasteten Streckenabschnitte nach und nach für mehrere Monate sperren und grundlegend modernisieren und ausbessern. So soll verhindert werden, dass die Abschnitte immer wieder für kleinere Arbeiten ausfallen und den Verkehr so über lange Zeit lahmlegen. Die an vielen Stellen baufällige Infrastruktur ist der Hauptgrund für die zahlreichen Verspätungen und die hohe Unzuverlässigkeit des Schienenverkehrs. Den Auftakt macht die Bahn im kommenden Sommer mit der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim, die dann für rund ein halbes Jahr komplett gesperrt werden soll.

Menschen werden auf das Auto wechseln

Das "Bahn für Alle"-Bündnis kritisiert in ihrem Bericht vor allem die starken Einschränkungen, die dieses Vorgehen für Pendler und Reisende insbesondere im Regionalverkehr haben werde. "Die geplanten Vollsperrungen verlängern die Reisezeiten für Hunderttausende Fahrgäste um meist eine Stunde, und dies für den Zeitraum von sechs Monaten", schreiben die Autorinnen und Autoren. Im Nahverkehr würden Pendlerinnen und Pendler "auf einen unzulänglichen Schienenersatzverkehr" mit Bussen "gezwungen". Das Bündnis fürchtet, dass ein großer Teil der Pendler aufs Auto umsteigen werde - "und dies oft für immer".

Die Deutsche Bahn stellt an diesem Donnerstag ihren echten Geschäftsbericht vor. Am Dienstag hatten sich die Regierungskoalitionen darauf geeinigt, bis 2027 rund 45 Mrd. Euro zusätzlich in die Schiene zu investieren und das vor allem mit Einnahmen aus der LKW-Maut zu finanzieren. (dpa/gun)

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