Das erfolgreiche 9-Euro-Ticket wird wohl in veränderter Form fortgesetzt. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat nach eigenen Angaben seinen Parteifreund Bundesfinanzminister Christian Lindner »davon überzeugt, dass es ein weiteres moderneres Ticket geben muss«. Das erklärte Wissing in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.
Er sei sich mit Lindner einig, „dass wir mehr Digitalisierung, mehr Vereinfachung, bessere Tickets brauchen“. Und natürlich müsse auch die Preisgestaltung am Ende attraktiv sein. Beide wollen sich demnach „dafür einsetzen, dass es nicht wieder zum Rückfall in die alten Tarifstrukturen kommt“.
Bund und Länder müssen an einem Strang ziehen
Am Ende müsse es eine gemeinsame Finanzierung von Bund und Ländern geben. „Wir müssen zunächst einmal wissen, wie soll so ein Ticket aussehen, wo kann es gelten, wie schaffen wir, das gemeinsam zu finanzieren, was können die Länder leisten.“ Wenn die Struktur des Tickets und dessen Vertrieb geklärt seien, müsse am Ende die Frage stehen, wie der Preis zu gestalten ist.
„Wir haben Milliarden, die wir ausgeben, seitens der Länder, alleine an Vertriebskosten für diese veralteten Tarifstrukturen“, heißt es im Interview. Statt das Geld für veraltete Tarifstrukturen auszugeben, solle es für verbesserte Tickets genutzt werden, „die mehr bieten, die in ganz Deutschland gelten, die man einfacher erwerben kann, über digitale Strukturen“.
Man könne aber nicht vom Bund erwarten, „dass er einfach Geld auf den Tisch legt, wenn die Länder selbst keine Vorschläge haben, wie das neue Ticket aussehen soll, wie die Struktur sein soll, wie wir die ganzen Tarifverbünde, die Komplexität überwinden“. Bund und Länder müssten über Inhalte reden, über die Struktur des ÖPNV, über den Beitrag, den die Länder leisten können. Dann sei auch der Bund bereit, etwas auf den Tisch zu legen. (wa)



