Wichtiger Meilenstein für die Energiewende in Halle an der Saale: Mit einem Buzzerdruck hat der kommunale Energieversorger EVH GmbH, ein Unternehmen der Stadtwerke Halle-Gruppe (SWH), den neuen Solarpark „Phönix“ in Betrieb genommen. Durch die Inbetriebnahme können alle kommunalen Gebäude der Stadt ab 1. Juli mit Ökostrom versorgt werden. Im Rahmen eines Bürgerbeteiligungprogramms können zudem die Bürger Halles Anteile an dem neuen Solarpark erwerben.
Erneuerbaren-Anteil soll auf 200 MW steigen
Die Maßnahmen zahlen laut Pressemitteilung direkt auf das Klimaschutzkonzept der Stadt Halle ein. Die gemeinsame Zukunftsvision ist, den Anteil erneuerbarer Energien auszuweiten und bis 2030 beispielsweise 200 MW erneuerbaren Energien im Bereich Photovoltaik zu erzeugen - aktuell sind es 70 MW. Hierbei setzt die EVH auf alternative Finanzierungsmodelle und einen Co-Investor. Vorangetrieben wird die Energiewende vor Ort von der Energie-Initiative Halle (Saale), einem Zusammenschluss von 26 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie sowie der EVH und der SWH zusammen mit der Stadt Halle.
Bürger können sich mit bis zu 5000 Euro beteiligen
Die 32.200 Module des Solarparks „Phönix“ werden künftig bis zu 12.000 MWh Ökostrom pro Jahr liefern. Die EVH beteiligt die Bürger Halles direkt an allen Erneuerbare-Energien-Anlagen der EVH in Halle und Umland - auch am neuen Solarpark „Phönix“. Sie können ab dem 30. Juni pro Person bis zu 5.000 Euro investieren. Eine Zeichnung ist bereits ab einer Summe von 500 Euro möglich. EVH-Kundinnen und Kunden erhalten aus der Einlage jährlich 2,3 Prozent Zinsen, alle anderen 1,3 Prozent.
Die EVH bekennt sich nach eigenen Angaben seit 2012 dem Ausbau erneuerbarer Energien. Durch den Ausbau der Photovoltaik soll zusammen mit der Stromproduktion in umweltverträglicher Kraft-Wärme-Kopplung zukünftig der Energiehunger Halles mit regenerativer Energie gedeckt werden.
Grüne Wärme: Ambitionierte Ziele
Bis zum Jahr 2022 will die EVH zudem die komplette Grundlast bei der Wärme dekarbonisieren. "Das machen wir im ersten Schritt mit einer Großwärmepumpe und mit unserer 3,3 Megawatt-Solarthermieanlage in Halle-Trotha, die im Dezember 2019 in Betrieb genommen wurde“, erklärte Olaf Schneider, Geschäftsführer der EVH GmbH. Als nächstes folgt das Projekt "Saale to heat", eine Großraumwärmepumpe in Halle-Trotha.
"Wir wollen aus dem Saalewasser die Energie entnehmen und in die Fernwärme einspeisen. Damit sind wir 2022 in der Grundlast schon dekarbonisiert", so Schneider. In der Mittellast wollen man dies bis 2030 schaffen mit einer ‚Power to heat‘-Anlage am Standort Dieselstraße. „Wir nutzen den erneuerbaren Strom, wandeln ihn in Wärme um und speisen ihn in das Fernwärmenetz ein. So haben wir die Mittellast bis 2030 bereits dekarbonisiert.“
"Zuerst Wasserstoffproduktion, dann Methanisierung"
Langfristig sei es die Aufgabe der EVH – die eigenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen basieren auf Erdgas - synthetisches Gas einzusetzen. Dies sei Gas, das aus erneuerbaren Energien über Elektrolyse erzeugt werde. „Zuerst also die Wasserstoffproduktion, später Methanisierung, die zu 100 Prozent erneuerbar ist. Dies würden wir dann in unseren Gasturbinen einsetzen“, sagte Schneider. (hoe)



