Die Stadtwerke Ochtrup wagen die Öffnung ihres idyllisch auf dem Ochtruper Berg inmitten eines großen, alten Baumbestand gelegenen Freibads. Am 20. Mai erlaubt NRW wieder den Bäderbesuch. Deshalb will Ochtrup an diesem Tag starten ebenso wie auch das Freibad Selm – allerdings mit strengen Hygienekonzepten.
In Ochtrup gehört dazu die Begrenzung der Badegäste auf 100 Personen für zwei Stunden. Die Besucher können das Bad beispielsweise montags von 12 bis 14 Uhr, von 15 bis 17 Uhr und von 18 Uhr bis 20 Uhr nutzen. In der einstündigen Pause wird die Einrichtung gründlich gereinigt.
Vorab online anmelden
Für den Einlass müssen sich die Interessenten auf der Internetseite der Stadtwerke Ochtrup für eine fixe Badezeit anmelden – die verbindliche Anmeldung erfolgt ausschließlich online. Die Buchung ist sieben Tage im Voraus möglich, Anmeldeschluss ist 30 Minuten vor Einlass. Die Kosten für den Eintritt werden beim Einlass erhoben. Dabei sollen die Gäste das Geld in bar und möglichst passend bereit halten. Saisonkarten werden dieses Jahr nicht angeboten.
Im Kassenbereich sowie auf dem Weg zwischen Ein- und Ausgang sowie Umkleide besteht Maskenpflicht. Der übliche Abstand von 1,50 Metern ist überall einzuhalten, auch im Schwimmbecken. Sprungturm und Rutsche sind gesperrt.
Nicht wirtschaftlich
Die Stadtwerke Ochtrup weisen im Übrigen darauf hin, dass das Badewasser durch modernste Technik aufbereitet und mit Chlor versetzt ist. Nach aktuellen Erkenntnissen sei eine Übertragung des Corona-Virus über das Wasser sehr unwahrscheinlich.
Rein wirtschaftlich betrachtet, mache eine solche Öffnung keinen Sinn, sagt Robert Ohlemüller, Betriebsleiter der Stadtwerke Ochtrup, der "Allgemeinen Zeitung". Doch allein schon, weil das Bad 2019 entgegen der vorherigen Planungen und wegen Problemen bei der Sanierung nur für wenige Tage öffnen konnte, setze der Versorger nun alles daran, eine Nutzung zu ermöglichen.
Kontaktloses Einlasssystem
Auch die Stadtwerke Jülich (SWJ) haben die Öffnung des Freibads angekündigt. Der genaue Termin wurde noch nicht festgelegt, teilen die SWJ mit, doch das Hygienekonzept steht bereits. Der Zutritt und die Bezahlung für Karten des Freibads werden mit Hilfe eines elektronischen Buchungssystems geregelt. Die Eintrittskarten können ausschließlich online gekauft und somit kontaktlos erworben werden. Der Kunde erhält je nach seiner Auswahl eine digitale Rechnung und/oder einen QR-Code für sein Handy.
Am Eingang wird dies dann kontrolliert und entwertet. Vor Ort gibt es keine Kasse mehr. Auch erhoffen sich die SWJ, Warteschlangen im Zugangsbereich zu vermeiden. Durch das Buchungssystem können die SWJ die Anzahl der Freibad-Besucher auf das Maß beschränken, das genehmigt werden wird. Wie viele Besucher das sein werden, steht aktuell noch nicht fest.
Mehr Personal benötigt
Sicher ist aber, dass aufgrund des erhöhten Aufwands für Desinfektion, Kontrollaufgaben und begleitende Maßnahmen deutlich mehr Personal im Freibad benötigt wird als bisher. Deshalb wird derzeit nur das Freibad geöffnet. Wann das Hallenbad in Jülich wieder in Betrieb genommen werden kann, ist noch unklar.
Viele Freibäder sind aber noch nicht so weit. Die Lockerungen in Rheinland-Pfalz zum Beispiel würden eigentlich eine Öffnung zum 25. Mai erlauben. Für das Strandbad der Stadtwerke Frankenthal ist ein Saisonauftakt zum genannten Termin nicht möglich. „Das ist nicht zu schaffen“, stellt Unternehmenssprecherin Melanie Brünner gegenüber „Die Rheinpalz“ fest. Dafür sei ein gewisser Vorlauf nötig. Außerdem seien die Auflagen, unter denen die Freibäder öffnen dürften, noch nicht. klar.
Vielerorts unklare Bestimmungen
Ähnlich ist die Situation in Niedersachsen. Auch dort dürften die Freibäder eigentlich ab 25. Mai unter gewissen Voraussetzungen wieder aufmachen. Doch der Stufenplan, den die niedersächsische Landesregierung vorgelegt hat, wirft offenbar noch viele Fragen auf. (hp)



