Nach 17 Jahren im Deutschen Bundestag wurde Kerstin Andreae (Grüne) als Nachfolgerin von Stefan Kapferer (FDP) an der Spitze der BDEW-Hauptgeschäftsführung gewählt.

Nach 17 Jahren im Deutschen Bundestag wurde Kerstin Andreae (Grüne) als Nachfolgerin von Stefan Kapferer (FDP) an der Spitze der BDEW-Hauptgeschäftsführung gewählt.

Bild: © Rainer Christian Kurzeder

Der BDEW-Vorstand, bestehend aus 55 Mitgliedern aus Energie- und Wasserwirtschaft, hat erstmals eine Grünen-Politikerin als BDEW-Hauptgeschäftsführerin bestimmt. Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Kerstin Andreae wird das Amt nach 17 Jahren im Parlament zum 1. November übernehmen. Sie tritt die Nachfolge von Stefan Kapferer (FDP) an, der neuer Geschäftsführer beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz wird.

Die Diplom-Volkswirtin will die bevorstehenden Herausforderungen der Energiewende annehmen und freut sich über die Möglichkeit, nun gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen zum Erfolg dieser Transformation beizutragen. Dabei will sie schnell politische Rahmenbedingungen gestalten, um allen Akteuren Planungssicherheit zu geben.

"Winddeckel anheben"

Als Fokusthemen für die künftige Verbandsarbeit nennt sie unter anderem den Infrastrukturausbau in der Wasserwirtschaft, das Vorantreiben des Stromnetzausbaus und die Lösung der Akzeptanzproblematik bei den Energiewende-Projekten. Außerdem gehe es beim kommenden Windenergiegipfel im Bundeswirtschaftsministerium darum, den "Winddeckel anzuheben", da sonst die Klimaziele der Bundesregierung zum Jahr 2030 nicht erreicht werden könnten, ergänzt Verbandspräsidentin Marie-Luise Wolff.

Auf die Frage, ob es sich bei der Entscheidung für Andreae um einen "Paradigmenwechsel" im Verband handele, betont die 50-Jährige, dass die Positionen der Grünen nicht weit entfernt von denen des BDEW seien. Es gehe beim Thema Energiewende und Klimaschutz nicht mehr um das Ob, sondern nur das Wie. Das zeige sich durch die gesamte Akteurslandschaft hinweg und auch in den Zielsetzungen des Verbandes zum Beispiel beim Thema E-Mobilität. Sie ergänzt, dass die Grünen und ihre Positionen mittlerweile "auf allen Bereichen gern gesehen" seien und die Wahl zur BDEW-Nachfolge nur Ausdruck dieser gesellschaftlichen Entwicklung. Kritik an ihrem Wechsel zum Verband wies sie damit zurück, obwohl die Grünen immer wieder eine Karenzzeit für Mitglieder der Bundesregierung gefordert hatten. Diese gelte nicht für Parlamentarier, so Andreae.

Glückwünsche aus der Partei

Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter gratulierten Andreae zur Wahl. Ihre politische Arbeit zeige, "dass Wirtschaftspolitik, die zukunftsfähig sein will, auf dem offenen und fairen Dialog zwischen allen beteiligten Akteuren fußen und die ökologischen und gesellschaftspolitischen Dimensionen des eigenen Handelns mit ins Zentrum stellen muss." (pm)

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